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Esmolol

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Mindestqualifikation

Notärztin/Notarzt

Indikationen in der Notfallmedizin

Tachykardien (v.a. bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern mit schneller Überleitung)

Wirkstoffgruppe

Antiarrhythmikum Klasse II (kardioselektiver Betablocker)

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, Bestandteile oder andere Beta-Blocker (Kreuzallergie!)
höhergradige AV-Blockierungen
gemeinsame Gabe mit Kalziumkanalblockern (i.v. oder p.o.)
schwere Hypotonie
akuter Asthmaanfall
kardiogener Schock 
dekompensierte Herzinsuffizienz
Kinder und Jugendliche < 18 Jahre

Nebenwirkungen

Bradykardie  und AV-Blockierungen bis zur Asystolie
Hypotension
Bronchokonstriktion
periphere Durchblutungsstörungen (Reynaud-Syndrom)
Hypoglykämie bei Diabetikern
ZNS-Störungen (v. a. Depression, Alpträume, Angstzustände, Kopfschmerzen)


Dosierungshinweise

Erwachsene: 0,05mg- 0,5mg/kg/ pro min

langsam über 3-4 Minuten i.v.

Praxistipp

Der Vorteil von Esmolol gegenüber MetropololMetoprolol liegt in seiner kurzen Halbwertszeit und daher guten Steuerbarkeit. Bei unklarer Informationslage („Was hat der Patient für Begleiterkrankungen“ oder „Welche Hausmedikation nimmt er ein?“ etc.) kann es daher besser angewendet werden.

Bei Beta-Blockern gilt es ein besonderes Augenmerk auf zwei Punkte:

1. Einerseits können Beta-Blocker die prodromalen Symptome einer Hypoglykämie wie z. B. Tachykardie
überdecken. Etwaige Benommenheit und Schweißausbrüche können davon unbeeinflusst bleiben.
Durch die gleichzeitige Gabe von Beta-Blockern und Antidiabetika kann die (blutzuckersenkende) Wirkung
der Antidiabetika verstärkt werden.

2. Beta-Blocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen sowie den Schweregrad
anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Patienten, die Beta-Blocker anwenden, reagieren möglicherweise
nicht auf die üblichen Dosen Adrenalin, die zur Behandlung anaphylaktischer Reaktionen eingesetzt werden

Wirkung

Esmolol senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz. Es ist ein selektiver Blocker der adrenergen Beta1-Rezeptoren mit einem raschen Wirkungseintritt und einer kurzer Wirkungsdauer. Die Halbwertszeit liegt nur bei etwa 9-10 Minuten.

Betablocker_1.png

Bild: https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Betablocker

Schwangerschaft und Stillzeit

Esmolol passiert die Plazenta und kann beim Fetus Hypotonie, Bradykardie und eine schwere Hypoglykämie auslösen. Betablocker reduzieren die plazentale Durchblutung und können zu Frühgeburt und Fruchttod führen. 
Esmolol geht auch in die Muttermilch über und hat negative Auswirkungen auf die gestillten Säuglinge.