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Adrenalin (Epinephrin)

Indikation lt. AML 2

Kreislaufstillstand

Wirkstoffgruppe

Sympathomimetikum

Kontraindikationen

im Notfall keine

Nebenwirkungen

Studien deuten darauf hin, dass eine zu frühe oder überdosierte Adrenalingabe das neurologische Outcome verschlechtern.

Dosierung lt. AML 1

Ampullen Adrenalin: 1:10.000 2mg/20ml (meist „L-Adrenalin spritzfertig”)
Ampullen Adrenalin: 1:1.000 1mg/1ml (meist „Suprarenin”)

Erwachsene:Reanimation: ERC Guidelines 2021
Erwachsener: 1 mgmg/10 ml (L-Adrenalin)
bei: pVT/ VF: nach dem 3. Schock (danach alle 3-5min)
bei PEA/Asys: sobald der Zugang liegt (danach alle 3-5min)

Kinder: 0,01 mg/kg KGKörpergewicht (Adrenalin bis max.1mg)

wiederholen1mg
bei: allepVT/ 3-5 Minuten
schockbarer Rhythmus:VF: nach dem 3. Schock (danach alle 3-5min)
keinbei schockbarerPEA/Asys: Rhythmus:sobald soder baldZugang wieliegt möglich(danach alle 3-5min)

Praxistipp

Bei der Reanimation wird L-Adrenalin 1:10.000 unverdünnt i.v. gegeben: 1 Ampulle enthält 2 Einzeldosen zu 10 ml. Aus Sicherheitsgründen am besten in 2 10 ml-Spritzen aufziehen. So kann nicht versehentlich eine doppelte Dosis verabreicht werden.

Wirkung

Adrenalin (auch Epinephrin genannt) ist ein körpereigener Botenstoff, der sowohl als Hormon als auch als Neurotransmitter agiert. Adrenalin stimuliert die Alpha- und Beta-Rezeptoren und erregt damit den gesamten Sympathikus. Das führt zur Vasokonstriktion der peripheren Blutgefäße (über α1) , Steigerung der Herzfrequenz und der Kontraktionskraft über (β1)  , Zunahme der koronaren und zerebralen Durchblutung, Erschlaffung der glatten Muskulatur sowie Erweiterung der Bronchien (β2).

Im Rahmen der Reanimation wird der blutdrucksteigernde Effekt zunutze gemacht, da in diesem Falle kein Gefäßwiderstand vorhanden und das Blut in die Peripherie abgesackt ist. Des Weiteren sorgt das Adrenalin bei einem feinen Kammerflimmern für eine Änderung der Defibrillierfähigkeit, indem es dieses feine Kammerflimmern in ein grobes Kammerflimmern überführt, welches effektiver durch den Defbrillatoreinsatz beendet werden kann. 

Im Rahmen der Anaphylaxie nutzen wir die multiplen Wirkungen des Adrenalins wie z.B. die Blutdrucksteigerung und die Erschlaffung der Bronchien aus.  Ein weiterer Vorteil im Einsatz von Adrenalin besteht darin, dass Adrenalin die Histaminfreisetzung aus den Mastzellen effektiv stoppen kann. Denn Mastzellen besitzen auch β2 Rezeptoren, welche aktiviert werden und dadurch die Freisetzung des Histamins schnell und zielgerichtet beenden. 

Im Rahmen von bradykarden Herzrhythmusstörungen wirkt das Adrenalin über die sympathischen Nervenfasern auf die β1-Rezeptoren und führt damit rasch zur Steigerung der Herzfrequenz und der Kontraktionskraft. 

Schwangerschaft und Stillzeit

im Notfall keine Einschränkung