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Atem-Kreislauf-Stillstand (BLS) (Erwachsene)

BLL Atem Kreislauf Stillstand (BLS).png


(1) Hole Hilfe

(2) AED anbringen

Sicherheitshinweise

  • Haut frei (ggf. rasiert) und trocken 
  • Richtige Position, Herstellerangaben beachten
  • Kein Kontakt zu Metall / Implantaten / Piercings
  • Elektroden dürfen sich nicht berühren

 

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(3) Atemwegssicherung (BLS)

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(4) Mithilfe bei weiterer Versorgung

Rettungssanitäter:innen sollen die Grundzüge der weiteren Versorgungsschritte durch Advanced-Life-Support (ALS) Personal (NFS/NKx/NA) kennen um bei der Versorgung adäquat unterstützen zu können. Ein Überblick über die Maßnahmen finden sich in der Behandlungsleitlinie Atem-Kreislauf-Stillstand (ALS).

Je nach Situation und Anzahl an anwesendem Personal kann es notwendig sein, dass Rettungssanitäter:innen unterschiedliche Aufgaben in der Zusammenarbeit mit ALS Personal übernehmen. Nachfolgend finden sich Elemente, welche regelhaft im Zuge von Atem-Kreislauf-Stillstand Versorgung vorkommen. In Abstimmung mit dem/der Teamleader:in soll nach Bedarf sowie nach persönlicher Kompetenz eine Unterstützung angeboten/durchgeführt werden.

CPR durchführen

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Die Durchführung hochqualitativer Thoraxkompressionen ist ein essentieller Bestandteil der Versorgung und die durchführenden Sanitäter:innen sollten sich spätestens alle 2 Minuten abwechseln. Ein aktives Anbieten der Übernahme an den/die Teamleader:in, kann sinnvoll sein. 

Unterstützung bei der Vorbereitung von i.v. Zugang und Medikamenten

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Im Rahmen der ALS-Maßnahmen wird ein i.v. Zugang etabliert und an spezifischen Momenten werden Medikamente (Adrenalin/ Amiodaron) verabreicht. Rettungssanitäter:innen sollen dabei - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - bei der Vorbereitung unterstützen. Der Zeitpunkt der Verabreichung der Medikamente hängt davon ab, ob es sich um einen schockbaren oder nicht-schockbaren Rhythmus handelt. 

Bei nicht schockbarem Rhythmus werden i.v. Zugang sowie Adrenalin sofort benötigt. Das Adrenalin wird so früh wie möglich verabreicht und danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) eine weitere Dosis wiederholt.

Bei schockbarem Rhytmus werden i.v. Zugang, Adrenalin sowie Amiodaron nach dem 3. Schock benötigt. Die Gabe von Adrenalin wir danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) wiederholt. Ebenso wird nach dem 5. Schock nochmals Amiodaron in einer geringeren Dosierung gegeben.

 

Vorbereitung Adrenalin
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Vorbereitung Amiodaron
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Achtung

Der beschriebene Ablauf ist zur Übersicht und Unterstützung bei der Vorbereitung der Medikamente gedacht. 
Eine eigenverantwortliche Durchführung/Verabreichung durch Rettungssanitäter:innen ist nicht erlaubt!

Unterstützung bei der erweiterten Atemwegssicherung (ALS)

Notfallsanitäter:innen sowie Notärzte/Notärztinnen legen einen großen Fokus auf eine effektive Beatmung. Dazu kann es notwendig sein das Atemwegsmanagement anzupassen und beispielsweise mit einer Beutel-Masken-Beatmung zu beginnen und erst im Verlauf ein anderes Atemwegsdevice zu verwenden. Genauso werden Notfallsanitäter:innen NKI sowie Notärzte/Notärztinnen frühzeitig eine endotracheale Intubation durchführen. 

Als Rettungssanitäter:in ist es wichtig zu wissen, dass gegebenenfalls durch ALS Personal vom Standardablauf der Atemwegssicherung (BLS) abgewichen wird und im weiteren Verlauf Unterstützung angeboten werden soll, wo man - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - mitwirken kann. Dies kann beispielsweise die Vorbereitung von Materialien oder das zwischenzeitliche Beatmen mit Beatmungsbeutel umfassen.

Notfallsanitäter:innen führen ihre Atemwegssicherung nach der Behandlungsleitlinie Atemwegssicherung (ALS) bei Atem-Kreislauf-Stillstand (ab NFS) durch.

Unterstützung bei der Änderung des Defibrillationsvektors

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Im Rahmen der Versorgung im ALS-Setting kann es vorkommen, dass die Defibrillationselektroden in einer alternativen Position angebracht werden. Dabei wird zunächst im Standardsetting gestartet und nach dem 3. Schock ein weiteres Paar Defibrillationselektroden an alternativer Position angebracht. Dazu ist es notwendig den Patienten/die Patientin zu drehen, die Elektroden anzubringen und die neuen Elektroden mit dem Defibrillator zu konnektieren. Die ursprünglichen Defibrillationselektroden verbleiben zusätzlich auf dem Patienten/der Patientin. Rettungssanitäter:innen können in diesem Prozess - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - unterstützen.

Die alternative Position der Elektroden:

Vorne: Links zwischen Brustbein und Brustwarze 
Hinten: Links neben der Wirbelsäule unterhalb des Schulterblatts (auf gleicher Höhe wie die vordere Elektrode)

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Unterstützung bei einsatztaktischen Überlegungen sowie Abtransport

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Neben der notfallmedizinischen Versorgung der Patient:innen spielen auch einsatztaktische Überlegungen (frühzeitige Planung von Abtransport bzw. Organisation weiterer Unterstützung) eine wichtige Rolle in der Behandlung. Dabei können Rettungssanitäter:innen - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - unterstützen und wichtige organisatorische Elemente (z.B. Kommunikation mit Leitstelle/anderen Rettungsmitteln) übernehmen.

Psychosoziale Unterstützung anbieten - Expert:innen organisieren

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Rettungssanitäter:innen können während/nach einer Reanimation eine wichtige Rolle im Bereich der psychosozialen Unterstützung einnehmen. Folgende Elemente sollen beachtet werden und je nach Bedürfnis der anwesenden Personen angeboten werden:

  • Familien/Angehörige sollen die Möglichkeit erhalten, während der Reanimation anwesend zu sein, wenn sie dies wünschen. Rettungssanitäter:innen können diese Möglichkeit anbieten und die Personen dabei unterstützen.

  • Ersthelfer:innen bzw. Notfallzeugen soll eine psychosoziale Unterstützung (Krisenintervention) angeboten werden. Rettungssanitäter:innen können diese Unterstützung anbieten und anfordern.

  • Angehörige/anwesende Personen benötigen strukturierten Zugang zu psychosozialer Betreuung (Krisenintervention). Dies gilt für Überlebende sowie für Angehörige/Familien verstorbener Patient:innen. Rettungssanitäter:innen können diese Unterstützung anbieten und anfordern.

Gesundheitsdienstleister relevante Indikationen für den Rettungsdienst Kontakt

Krisenintervention

Verfügbarkeit: 0-24h

  • Todesfall in der Familie
  • Notfall/Unfall mit Todesfolge/Schwerverletzten
  • Soziales Problem (Trennung, Wegweisung, Delogierung, Schulden...)

  • Gewaltdelikte, Überfall, Raub, Einbruch, Sexualdelikt

  • SIDS-plötzlicher Kindstod

  • Suizid (Gedanken, Drohung oder Versuch - wenn nicht sowieso nach UBG vorgegangen wird)

  • Soziales Problem (Trennung, Wegweisung, Delogierung, Schulden...)
Leitstelle

 

 

(5) ROSC: Behandlung nach Vorgaben

Verlinkung auf ROSC BLL?

 

 

Während der Reanimation

  • Hochqualitivate Thoraxkompressionen (Frequenz 100-120/min, Tiefe 5-6 cm, vollständige Entlastung) durchführen
  • Minimiere Unterbrechungen der Thoraxkompressionen
  • AED schnellstmöglich anbringen
  • Defibrillation möglichst früh, mit minimaler Pause vor/nach dem Schock

  • Effektive Beatmung mit Sauerstoff

  • Regelmäßiger Wechsel (spätestens alle 2 Minuten) bei der Durchführung der Thoraxkompressionen

Besondere Umstände

Ertrunkene

Hier Ablauf ÖRK zu Ertrunkenen darstellen (5 Beatmungen).

Adipöse Patient:innen / komplexe Patient:innen-Lage

Sollte das Verbringen des Patienten/der Patientin auf einen harten Untergrund nicht möglich oder gefährlich sein, wird die Reanimation dort empfohlen, wo sich der Patient/die Patientin gerade befindet. Gegebenenfalls muss die Herzdruckmassage fester durchgeführt werden.

Therapieziel

Wiederkehr des Spontankreislaufes mit möglichst wenig Folgeschäden

Quellenangaben

ERC-Guidelines 2025: Adult Basic Life Support

ÖRK Sanitäter_innen Ausbildung (Jänner 2024)

Erläuterungen

Die höchste Priorität liegt bei der qualitativ hochwertigen Herzdruckmassage. Dabei müssen Drucktiefe und Frequenz korrekt sein. Feedback-Systeme (z.B. Metronom) können helfen, diese Parameter zu überwachen und sollten deswegen, wenn vorhanden, verwendet werden. Spätestens alle 2 Minuten wird das Teammitglied, das gerade die Herzdruckmassage durchführt, im Sinne der qualitativ hochwertigen Thoraxkompressionen abgelöst.

Die Defibrillationselektroden müssen fest auf den nackten und trockenen Brustkorb aufgeklebt werden. Eine Pause der Thoraxkompressionen ist bei klassischer Positionierung der Elektroden nicht notwendig.

Mit der Sicherung der Atemwege und der Beatmung soll möglichst früh begonnen werden. Bei zumindest drei Sanitäter:innen vor Ort kann dies auch gleichzeitig mit dem Anbringen der Defibrillationselektroden erfolgen.

Version

 

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!