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Atem-Kreislauf-Stillstand (BLS) (Erwachsene)

AKS BLS ERW.png

(1) Hole Hilfe

Bei einer laufenden Reanimation müssen Advanced-Life-Support-Maßnahmen so rasch wie möglich eingeleitet und kontinuierlich aufrechterhalten werden. Um dies sicherzustellen, sind ein Notarztmittel und weitere Sanitäter:innen zur Unterstützung notwendig. Die Nachforderung eines Notarztmittels muss frühzeitig erfolgen - ebenso soll die Anforderung weiterer Rettungsmittel (RTW, RTW-C), welche mit Advanced-Life-Support (ALS) Personal (NFS/NKx) besetzt sind, rasch geprüft werden.

Bei komplexeren Reanimationssituationen (eCPR, besondere Umstände, Trauma,...) muss die Personalstärke entsprechend erhöht werden.

(2) AED anbringen

Sicherheitshinweise

  • Haut frei (ggf. rasiert) und trocken 
  • Richtige Position, Herstellerangaben beachten
  • Kein Kontakt zu Metall / Implantaten / Piercings
  • Elektroden dürfen sich nicht berühren

 

Indikationen

  • Kammerflimmern (VF)
  • Pulslose ventrikuläre Tachykardie (pVT)

Therapieziel

  • Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus
  • Erreichen einer ausreichenden Pumpleistung des Herzens

Kontraindikationen

  • keine

Sicherheitshinweise

  • Haut frei (ggf. rasiert) und trocken 
  • Richtige Position, Herstellerangaben beachten
  • Kein Kontakt zu Metall / Implantaten / Piercings
  • Elektroden dürfen sich nicht berühren

Benötigtes Material

  • Halbautomatischer Defibrillator

Durchführung

corpuls³
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen
2

Therapieelektrdoen antero-lateral (AL) aufkleben

 

image.png

 

In folgenden Situationen soll alternativ die antero-posteriore Position der Therapieelektroden erwogen werden:

  • Wechsel des Defibrillationsvektors vor dem 4. Schock
  • Patienten mit Pectus excavatum (Trichterbrust)
  • Implantierte medizinische Geräte im Bereich der Elektrodenposition (mindestens 8 cm Abstand halten)
  • Sonstige Gegebenheiten, die die Haftung der Elektrode beeinträchtigen (Wunden, Verbände,...)

Beachte: Bei der antero-posterioren Position der Therapieelektroden muss die rechte Elektrode (RA) auf dem Rücken und die linke Elektrode (LL) auf dem Brustkorb angebracht werden.

 

image.png

image.png

Defibrilator-Padpositionen


RA LL
Antero-Lateral Anterior unter dem rechten Schlüsselbein, über der rechten Brustwarze, rechts vom Sternum. Lateral unterhalb der linken Achselhöhle in der mittleren Axillarlinie.
Antero-Posterior Posterior links von der Wirbelsäule unter dem Schulterblatt. Anterior links vom Sternum.
3

Therapieelektroden fest andrücken

4

AED-Modus des Defibrillators starten

5

Rhythmusanalyse des Defibrillators starten

Beachte: Die Herzdruckmassage soll möglichst erst unmittelbar vor der Analyse unterbrochen werden.

6

Analyse-/Ladephase des Defibrillators abwarten

Achtung: Bei corpuls³ ist keine Herzdruckmassage während der Analyse-/Ladephase möglich!

Erkennt der Notfallsanitäter einen eindeutig nicht schockbaren Rhythmus, muss die Analyse nicht vollständig abgewartet werden und die Herzdruckmassage kann sofort wieder begonnen werden.

7

Warnung an das Team: "ACHTUNG SCHOCK!"

Patienten nicht berühren

8 Schock auslösen
9 Herdruckmassage unmittelbar ohne Kreislaufkontrolle fortsetzen

LIFEPAK CR2
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen
2

Therapieelektrdoen antero-lateral (AL) aufkleben

 

Defi-AL-Male-Female-CR2.png

 

In folgenden Situationen soll alternativ die antero-posteriore Position der Therapieelektroden erwogen werden:

  • Wechsel des Defibrillationsvektors vor dem 4. Schock
  • Patienten mit Pectus excavatum (Trichterbrust)
  • Implantierte medizinische Geräte im Bereich der Elektrodenposition (mindestens 8 cm Abstand halten)
  • Sonstige Gegebenheiten, die die Haftung der Elektrode beeinträchtigen (Wunden, Verbände,...)

Beachte: Bei der antero-posterioren Position der Therapieelektroden muss die rechte Elektrode (RA) auf dem Rücken und die linke Elektrode (LL) auf dem Brustkorb angebracht werden.

 

 

Defi-AP-Male-CR2.png

Defi-AP-Female-CR2.png


Defibrilator-Padpositionen


RA LL
Antero-Lateral Anterior unter dem rechten Schlüsselbein, über der rechten Brustwarze, rechts vom Sternum. Lateral unterhalb der linken Achselhöhle in der mittleren Axillarlinie.
Antero-Posterior Posterior links von der Wirbelsäule unter dem Schulterblatt. Anterior links vom Sternum.
3

Therapieelektroden fest andrücken

4

AED-Modus des Defibrillators starten

5

Rhythmusanalyse des Defibrillators starten

Beachte: Die Herzdruckmassage soll möglichst erst unmittelbar vor der Analyse unterbrochen werden.

6

Analyse-/Ladephase des Defibrillators abwarten

Achtung: Bei LIFEPAK CR2 ist keine Herzdruckmassage während der Analyse-/Ladephase möglich!

7

Warnung an das Team: "ACHTUNG SCHOCK!"

Patienten nicht berühren

8 Schock auslösen
9 Herdruckmassage unmittelbar ohne Kreislaufkontrolle fortsetzen

Quellenangaben

European Resuscitation Council Guidelines 2025 Adult Basic Life Support
European Resuscitation Council Guidelines 2025 Adult Advanced Life Support
Corpuls 3 Gebrauchsanweisung
Lifepak CR2 Gebrauchsanweisung

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 03/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

(3) Atemwegssicherung (BLS)

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(4) Mithilfe bei weiterer Versorgung

Rettungssanitäter:innen sollen die Grundzüge der weiteren Versorgungsschritte durch Advanced-Life-Support (ALS) Personal (NFS/NKx/NA) kennen um bei der Versorgung adäquat unterstützen zu können. Ein Überblick über die Maßnahmen finden sich in der Behandlungsleitlinie Atem-Kreislauf-Stillstand (ALS).

Je nach Situation und Anzahl an anwesendem Personal kann es notwendig sein, dass Rettungssanitäter:innen unterschiedliche Aufgaben in der Zusammenarbeit mit ALS Personal übernehmen. Nachfolgend finden sich Elemente, welche regelhaft im Zuge von Atem-Kreislauf-Stillstand Versorgung vorkommen. In Abstimmung mit dem/der Teamleader:in soll nach Bedarf sowie nach persönlicher Kompetenz eine Unterstützung angeboten/durchgeführt werden.

CPR durchführen

Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS1.png

Die Durchführung hochqualitativer Thoraxkompressionen ist ein essentieller Bestandteil der Versorgung und die durchführenden Sanitäter:innen sollten sich spätestens alle 2 Minuten abwechseln. Ein aktives Anbieten der Übernahme an den/die Teamleader:in, kann sinnvoll sein. 

Unterstützung bei der Vorbereitung von i.v. Zugang und Medikamenten

Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS2.png

Im Rahmen der ALS-Maßnahmen wird ein i.v. Zugang etabliert und an spezifischen Momenten werden Medikamente (Adrenalin/ Amiodaron) verabreicht. Rettungssanitäter:innen sollen dabei - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - bei der Vorbereitung unterstützen. Der Zeitpunkt der Verabreichung der Medikamente hängt davon ab, ob es sich um einen schockbaren oder nicht-schockbaren Rhythmus handelt. 

Bei nicht schockbarem Rhythmus werden i.v. Zugang sowie Adrenalin sofort benötigt. Das Adrenalin wird so früh wie möglich verabreicht und danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) eine weitere Dosis wiederholt.

Bei schockbarem Rhytmus werden i.v. Zugang, Adrenalin sowie Amiodaron nach dem 3. Schock benötigt. Die Gabe von Adrenalin wir danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) wiederholt. Ebenso wird nach dem 5. Schock nochmals Amiodaron in einer geringeren Dosierung gegeben.

 

Vorbereitung Adrenalin

Adrenalin 1:10.000 (L-Adrenalin®) | intravenös | Erwachsene
Dosierung 1 mg
Art

schockbarer Rhythmus: nach dem 3. Schock alle 3-5 Minuten

nicht schockbarer Rhythmus: so früh wie möglich alle 3-5 Minuten

Maximaldosis keine
Zubereitung image.png
Kontraindikationen beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine
Nebenwirkungen beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine relevanten
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.

Vorbereitung Amiodaron

Amiodaron | intravenös | CPR | Erwachsene
Dosierung

nach dem 3. Schock: 300 mg

nach dem 5. Schock: 150 mg

Maximaldosis 450 mg
Zubereitung

Nicht verdünnen
300 mg = 6 ml = 2 Ampullen zu 150 mg/3ml
150 mg = 3 ml = 1 Ampulle zu 150 mg/3ml
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Kontraindikationen beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine
Nebenwirkungen beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine relevanten
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.

Achtung

Der beschriebene Ablauf ist zur Übersicht und Unterstützung bei der Vorbereitung der Medikamente gedacht. 
Eine eigenverantwortliche Durchführung/Verabreichung durch Rettungssanitäter:innen ist nicht erlaubt!

Unterstützung bei der erweiterten Atemwegssicherung (ALS)

Notfallsanitäter:innen sowie Notärzte/Notärztinnen legen einen großen Fokus auf eine effektive Beatmung. Dazu kann es notwendig sein das Atemwegsmanagement anzupassen und beispielsweise mit einer Beutel-Masken-Beatmung zu beginnen und erst im Verlauf ein anderes Atemwegsdevice zu verwenden. Genauso werden Notfallsanitäter:innen NKI sowie Notärzte/Notärztinnen frühzeitig eine endotracheale Intubation durchführen. 

Als Rettungssanitäter:in ist es wichtig zu wissen, dass gegebenenfalls durch ALS Personal vom Standardablauf der Atemwegssicherung (BLS) abgewichen wird und im weiteren Verlauf Unterstützung angeboten werden soll, wo man - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - mitwirken kann. Dies kann beispielsweise die Vorbereitung von Materialien oder das zwischenzeitliche Beatmen mit Beatmungsbeutel umfassen.

Notfallsanitäter:innen führen ihre Atemwegssicherung nach der Behandlungsleitlinie Atemwegssicherung (ALS) bei Atem-Kreislauf-Stillstand durch.

Unterstützung bei der Änderung des Defibrillationsvektors

Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS4.png

Im Rahmen der Versorgung im ALS-Setting kann es vorkommen, dass die Defibrillationselektroden in einer alternativen Position angebracht werden. Dabei wird zunächst im Standardsetting gestartet und nach dem 3. Schock ein weiteres Paar Defibrillationselektroden an alternativer Position angebracht. Dazu ist es notwendig den Patienten/die Patientin zu drehen, die Elektroden anzubringen und die neuen Elektroden mit dem Defibrillator zu konnektieren. Die ursprünglichen Defibrillationselektroden verbleiben zusätzlich auf dem Patienten/der Patientin. Rettungssanitäter:innen können in diesem Prozess - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - unterstützen.


 

Indikationen

  • Vor dem 4. Schock bei
    • Kammerflimmern (VF)
    • Pulslose ventrikuläre Tachykardie (pVT)

Therapieziel

  • Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus
  • Erreichen einer ausreichenden Pumpleistung des Herzens

Kontraindikationen

  • keine

Benötigtes Material

  • Halbautomatischer Defibrillator
  • Zweites Paar Therapieelektroden

Durchführung

Nr. Maßnahme/Handlung
1

Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen

2

Team Timeout: Plan im Team kommunizieren, Aufgaben im Team verteilen

3

Zweites Paar Therapieelektroden vorbereiten und anteriore Elektrode anbringen (Antero-laterale Elektroden nicht entfernen)

02_Aufkleben-anterior-2.jpg

4

Beachte: Das Anbringen der posterioren Elektrode soll möglichst in der Mitte zwischen dem 3. und dem 4. Schock erfolgen, sodass unmittelbar nach dem 3. Schock und vor der 4. Analyse jeweils mindestens 30 Sekunden durchgehende Herzdruckmassagen erfolgen.

 

5

Beatmungsbeutel (inklusive Kapnometriesensor, Filter und Gänsegurgel) diskonnektieren

6

Herzdruckmassage unterbrechen (die Unterbrechung soll 5 Sekunden nicht überschreiten)

7

Patienten auf die rechte Seite drehen und die posteriore Elektrode anbringen05_Posterior-Drehen-Kleben-2.jpgDefi-AL-AP-Male-C3.pngDefi-AL-AP-Female-C3.png

8

Herzdruckmassage und Beatmung fortsetzen

9

Defibrillationselektroden umstecken und 4. Analyse/Schock durchführen

10

Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" fortführen

11

Stecker der Defibrillationselektroden mit "AL" und "AP" beschriften

Quellenangaben

European Resuscitation Council Guidelines 2025 Adult Basic Life Support
Corpuls 3 Gebrauchsanweisung

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 03/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

 

Unterstützung bei einsatztaktischen Überlegungen sowie Abtransport

Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS5.png

Neben der notfallmedizinischen Versorgung der Patient:innen spielen auch einsatztaktische Überlegungen (frühzeitige Planung von Abtransport bzw. Organisation weiterer Unterstützung) eine wichtige Rolle in der Behandlung. Dabei können Rettungssanitäter:innen - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - unterstützen und wichtige organisatorische Elemente (z.B. Kommunikation mit Leitstelle/anderen Rettungsmitteln) übernehmen.

Psychosoziale Unterstützung anbieten - Expert:innen organisieren

Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS6.png

Rettungssanitäter:innen können während/nach einer Reanimation eine wichtige Rolle im Bereich der psychosozialen Unterstützung einnehmen. Folgende Elemente sollen beachtet werden und je nach Bedürfnis der anwesenden Personen angeboten werden:

  • Familien/Angehörige sollen die Möglichkeit erhalten, während der Reanimation anwesend zu sein, wenn sie dies wünschen. Rettungssanitäter:innen können diese Möglichkeit anbieten und die Personen dabei unterstützen.

  • Ersthelfer:innen bzw. Notfallzeugen soll eine psychosoziale Unterstützung (Krisenintervention) angeboten werden. Rettungssanitäter:innen können diese Unterstützung anbieten und anfordern.

  • Angehörige/anwesende Personen benötigen strukturierten Zugang zu psychosozialer Betreuung (Krisenintervention). Dies gilt für Überlebende sowie für Angehörige/Familien verstorbener Patient:innen. Rettungssanitäter:innen können diese Unterstützung anbieten und anfordern.

Gesundheitsdienstleister relevante Indikationen für den Rettungsdienst Kontakt

Krisenintervention

Verfügbarkeit: 0-24h

  • Todesfall in der Familie
  • Notfall/Unfall mit Todesfolge/Schwerverletzten
  • Soziales Problem (Trennung, Wegweisung, Delogierung, Schulden...)

  • Gewaltdelikte, Überfall, Raub, Einbruch, Sexualdelikt

  • SIDS-plötzlicher Kindstod

  • Suizid (Gedanken, Drohung oder Versuch - wenn nicht sowieso nach UBG vorgegangen wird)

  • Soziales Problem (Trennung, Wegweisung, Delogierung, Schulden...)
Leitstelle

 

 

(5) Eigenatmung unterstützen oder Beatmung fortführen

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(6) Normale Körpertemperatur sicherstellen

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Midazolam | intravenös | CPR | Erwachsene
Dosierung
Gewicht/Alter Dosis Volumen (5 mg/ml)
< 50 kg 1 mg 0,2 ml
ab 50 kg 2 mg 0,4 ml
ab 65. vLJ 1 mg 0,2 ml
Art Einzeldosis
Zubereitung

Nicht verdünnen

1 mg = 0,2 ml aus Ampulle zu 1 ml (5 mg/ml)

Freigabe Wiederholungen nach TNA-Callback möglich.
Hinweis

Alkohol, Psychopharmaka, Opioide verstärken die Wirkung und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen.

Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Bestandteile und gegen andere Benzodiazepine
Nebenwirkungen
  • Atemdepression, Atemstillstand
  • ZNS-Störungen ( Verwirrtheit, Schwindel, Sedierung, Kopfschmerzen)
  • anterograde Amnesie
  • Bradykardie, Hypotonie
  • paradoxe Reaktionen (z. B. akute Erregungszustände, Wutanfälle, Halluzinationen) gehäuft bei Kindern und älteren Menschen
  • Venenreizung und Thrombophlebitis
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung nach TNA-Callback möglich.
Esketamin | intravenös | CPR | Erwachsene
Dosierung 0,125 mg/kg KG (max. 15 mg)
Art 3x Wiederholung nach 5 Min möglich
Maximaldosis 60 mg
Zubereitung

Nicht verdünnen

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Hilfestellung Dosierung

Dosierung Esketamin 25 mg/ml intravenös (Formel)

Halbes Körpergewicht ≙ Nachkommastelle(n) der Einzeldosis in Milliliter

z.B. 50 kg Patient:in erhält 0,25 ml

z.B. 64 kg Patient:in erhält 0,32 ml

z.B. 90 kg Patient:in erhält 0,45 ml

z.B. 120 kg Patient:in erhält 0,60 ml

 

Dosierung Esketamin 25 mg/ml intravenös (Tabelle, alternativ zur Formel)

Esketamin 25 mg/ml (intravenös)
Gewicht Menge Volumen
30 kg 3,75 mg 0,15ml
35 kg 4,38 mg 0,18ml
40 kg 5 mg 0,2 ml
45 kg 5,63 mg 0,23ml
50 kg 6,25 mg 0,25ml
55 kg 6,88 mg 0,28ml
60 kg 7,5 mg 0,3 ml
65 kg 8,13 mg 0,33ml
70 kg 8,75 mg 0,35ml
75 kg 9,38 mg 0,38ml
80 kg 10 mg 0,4 ml
85 kg 10,63 mg 0,43ml
90 kg 11,25 mg 0,45ml
95 kg 11,88 mg 0,48ml
100 kg 12,5 mg 0,5 ml
105 kg 13,13 mg 0,53ml
110 kg 13,75 mg 0,55ml
115 kg 14,38 mg 0,58ml
ab 120 kg 15 mg 0,6 ml
Kontraindikationen
  • Akutes Koronarsyndrom, akute Herzerkrankung
  • Eklampsie/Präeklampsie
Nebenwirkungen
  • „bad trips“: Träume, Albträume, Psychosen, Unruhe, Schwindel  (sehr selten bei analgetischen Dosen, relevant bei Sedo-Analgesie oder Narkosen)
  • Atemdepression bei viel zu hoher Dosierung und zu schneller Injektion
  • Hirndrucksteigerung bei unzureichender Oxygenierung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg
  • Sehstörungen (verschwommenes Sehen, Doppelbilder)
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung nach TNA-Callback möglich.
Adrenalin 1:100.000 ("Supra-Blitz") | intravenös | Erwachsene
Dosierung 0,01-0,02mg
Art Wiederholung alle 3-5 Minuten
Zubereitung

1 Ampulle Suprarenin® zu 1 mg/ml in 100 ml NaCL-Kurzinfusion zuspritzen

0,01 mg = 1 ml der Lösung

 

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Aus dieser Kurzinfusion werden dann die Einzeldosen aufgezogen.

Übliche Dosis: 1-2 ml

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Kontraindikationen im Notfall keine
Nebenwirkungen
  • überschießende Sympathikusaktivierung

Im Notfall sind die Nebenwirkungen irrelevant und dauern nur kurz - das Arzneimittel ist hochpotent und muss korrekt dosiert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung nach TNA-Callback möglich.

Therapieziel

  • Verhindern eines weiteren Kreislaufstillstandes
  • Sicherstellen eines möglichst guten Outcomes

Allgemeine Hinweise

  • Patienten, die nur eine kurze Phase eines Kreislaufstillstands hatten (< 10 min zwischen Kollaps und ROSC), bei denen sofort eine normale zerebrale Funktion (GCS >10) zurückkehrt und die normal atmen, benötigen üblicherweise keine Atemwegsintervention oder Beatmungsunterstützung und sollen initial nicht sediert werden.

Airway

  • Atemwegs- und Beatmungsunterstützung soll nach Erreichen von ROSC fortgeführt werden.

  • Patienten, die nach ROSC komatös bleiben oder eine andere klinische Indikation für Sedierung und mechanische Beatmung haben, sollen tracheal intubiert werden, wenn dies nicht bereits während der CPR erfolgt ist.

  • Die tracheale Intubation (mit oder ohne Medikamente) soll nur von erfahrenen Anwendern mit hoher Erfolgsrate durchgeführt werden.

  • Die korrekte Lage des Tubus muss mittels Kapnographie mit Kurvenanzeige bestätigt werden.

  • Wenn kein erfahrenes Personal für die Intubation verfügbar ist, ist es angemessen, einen supraglottischen Atemweg (SGA) beizubehalten oder den Atemweg mit Basismaßnahmen zu sichern, bis Personal mit Erfahrung in medikamentengestützter Intubation verfügbar ist.

  • Patienten nach ROSC können eine medikamentengestützte tracheale Intubation benötigen.

Breathing

  • Unmittelbar nach ROSC soll 100 % Sauerstoff gegeben werden, bis die arterielle Sauerstoffsättigung (SpO₂) zuverlässig mittels Pulsoximetrie gemessen werden kann.

  • Sobald SpO₂ zuverlässig messbar ist, soll die inspiratorische Sauerstoffkonzentration so titriert werden, dass eine arterielle Sauerstoffsättigung von 94–98 % erreicht wird.

  • Hypoxämie und Hyperoxämie nach ROSC soll vermeiden werden.
  • Normokapnie soll nach ROSC angestrebt werden (≈ 35–45 mmHg).
  • Eine lungenprotektive Beatmungsstrategie soll mit einem Tidalvolumen von 6–8 mL/kg Idealgewicht angewendet werden.

Circulation

  • Hypotonie vermeiden und nach Kreislaufstillstand einen systolischen Blutdruck > 100 mmHg aufrechtzuerhalten.
  • Bei Arrhythmien unmittelbar nach ROSC den BLL "Tachyarrhythmie" und "Bradykardie" folgen.
  • Bei vermuteter kardialer Ursache BLL "Akutes Koronarsyndrom (ACS)" folgen.

Disability

  • Bei Krampfanfällen BLL "Krampfanfall" folgen.

Temperatur

  • Standardmäßig keine präklinische Kühlung vornehmen.
  • Aktiven Wärmeerhalt nur bei traumatischem Kreislaufstillstand durchführen.

Quellenangaben

European Resuscitation Council and European Society of Intensive Care Medicine Guidelines 2025 Post-Resuscitation Care

Version
Version BLLNOE 24.0

03/2026

Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

    (7) Achte auf erneuten Kreislaufstillstand

    Bei einer laufenden Reanimation müssen Advanced-Life-Support-Maßnahmen so rasch wie möglich eingeleitet und kontinuierlich aufrechterhalten werden. Um dies sicherzustellen, sind ein Notarztmittel und weitere Sanitäter:innen zur Unterstützung notwendig. Die Nachforderung eines Notarztmittels muss frühzeitig erfolgen - ebenso soll die Anforderung weiterer Rettungsmittel (RTW, RTW-C), welche mit Advanced-Life-Support (ALS) Personal (NFS/NKx) besetzt sind, rasch geprüft werden.

    Bei komplexeren Reanimationssituationen (eCPR, besondere Umstände, Trauma,...) muss die Personalstärke entsprechend erhöht werden.

     

    Während der Reanimation

    • Hochqualitivate Thoraxkompressionen (Frequenz 100-120/min, Tiefe 5-6 cm, vollständige Entlastung) durchführen
    • Minimiere Unterbrechungen der Thoraxkompressionen
    • AED schnellstmöglich anbringen
    • Defibrillation möglichst früh, mit minimaler Pause vor/nach dem Schock

    • Effektive Beatmung mit Sauerstoff

    • Regelmäßiger Wechsel (spätestens alle 2 Minuten) bei der Durchführung der Thoraxkompressionen
    • Befindet sich zu wenig Rettungsdienstpersonal vor Ort, um notwendige Maßnahmen durchzuführen, sollen geeignete Ersthelfer:innen, unter Beachtung deren Sicherheit, um Unterstützung gebeten werden.

    Besondere Umstände

    Ertrunkene

    Behandlungsbeginn durch Sanitäter:innen mit der Qualifikation Rettungssanitäter:in:
    Beim erwachsenen Ertrunkenen mit Atem-Kreislaufstillstand, der noch nicht durch Laien reanimiert wurde, wird wie bei jeder Reanimation begonnen. Sobald eine effektive Beatmung möglich ist, werden fünf aufeinanderfolgende Beatmungen (Beutel-Masken-Beatmung) durchgeführt. Anschließend wird die Reanimation im Rhythmus 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen durchgeführt.

    Adipöse Patient:innen / komplexe Patient:innen-Lage

    Sollte das Verbringen des Patienten/der Patientin auf einen harten Untergrund nicht möglich oder gefährlich sein, wird die Reanimation dort empfohlen, wo sich der Patient/die Patientin gerade befindet. Gegebenenfalls muss die Herzdruckmassage fester durchgeführt werden.

    Therapieziel

    Wiederkehr des Spontankreislaufes mit möglichst wenig Folgeschäden

    Quellenangaben

    ERC-Guidelines 2025: Adult Basic Life Support

    ÖRK Sanitäter_innen Ausbildung (Juli 2026)

    Erläuterungen

    Treffen Sanitäter:innen nach Beginn der Wiederbelebung durch Laien ein ist es nicht zwingend notwendig eine Atemkontrolle durchzuführen, um die Reanimationsmaßnahmen fortzusetzen. 

    Die höchste Priorität liegt bei der qualitativ hochwertigen Herzdruckmassage. Dabei müssen Drucktiefe und Frequenz korrekt sein. Feedback-Systeme (z.B. Metronom) können helfen, diese Parameter zu überwachen und sollten deswegen, wenn vorhanden, verwendet werden. Spätestens alle 2 Minuten wird das Teammitglied, das gerade die Herzdruckmassage durchführt, im Sinne der qualitativ hochwertigen Thoraxkompressionen abgelöst.

    Die Defibrillationselektroden müssen fest auf den nackten und trockenen Brustkorb aufgeklebt werden. Eine Pause der Thoraxkompressionen ist bei klassischer Positionierung der Elektroden nicht notwendig.

    Mit der Sicherung der Atemwege und der Beatmung soll möglichst früh begonnen werden. Bei zumindest drei Sanitäter:innen vor Ort kann dies auch gleichzeitig mit dem Anbringen der Defibrillationselektroden erfolgen.

    Version
    Version BLLNOE 24.0

    06/2026

    Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!