Rückkehr des Spontankreislaufes (ROSC)

Midazolam | intranasal | Begleitmedikation Schmerztherapie | Erwachsene
| Dosierung |
|
||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Art | Einzeldosis | ||||||||||||
| Applikation | Auf beide Nasenlöcher aufteilen | ||||||||||||
| Zubereitung |
Nicht verdünnen 1 mg = 0,2 ml aus Ampulle zu 1 ml (5 mg/ml) |
||||||||||||
| Freigabe | Wiederholung nach TNA-Callback möglich. | ||||||||||||
| Hinweis | Alkohol, Psychopharmaka, Opioide verstärken die Wirkung und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen. | ||||||||||||
| Kontraindikationen |
|
||||||||||||
| Nebenwirkungen |
|
||||||||||||
| Schwangerschaft/ |
Verabreichung nach TNA-Callback möglich. |
Esketamin | intravenös | Schmerzen | Erwachsene
| Dosierung | 0,125 mg/kg KG (max. 15 mg) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Art | 3x Wiederholung nach 5 Min möglich | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maximaldosis | 60 mg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zubereitung |
Nicht verdünnen
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Hilfestellung Dosierung |
Dosierung Esketamin 25 mg/ml intravenös (Formel) Halbes Körpergewicht ≙ Nachkommastelle(n) der Einzeldosis in Milliliter z.B. 50 kg Patient:in erhält 0,25 ml z.B. 64 kg Patient:in erhält 0,32 ml z.B. 90 kg Patient:in erhält 0,45 ml z.B. 120 kg Patient:in erhält 0,60 ml
Dosierung Esketamin 25 mg/ml intravenös (Tabelle, alternativ zur Formel)
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kontraindikationen |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nebenwirkungen |
Ketamin wirkt sympathomimetisch, indem es die Wiederaufnahme von Katecholaminen an der sympathischen Endplatte hemmt. Dadurch wirken auch körpereigene Katecholamine länger und Blutdruck, Herzfrequenz etc. steigen an. Da starke Schmerzen einer der Hauptreize für den Sympathicus und die Katecholaminausschüttung sind (und Esketamin den Schmerz stark reduziert), kommt es durch die Esketamingabe normalerweise nicht zu einer starken Blutdruckerhöhung. Falls es dazu kommt, kann der Blutdruck gesenkt werden, wie in der BLL "Hypertonie bei Erkrankungen" festgelegt. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Schwangerschaft/ |
Verabreichung nach TNA-Callback möglich. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Adrenalin 1:100.000 ("Supra-Blitz") | intravenös | Erwachsene
| Dosierung | 0,01-0,02mg |
|---|---|
| Art | Wiederholung alle 3-5 Minuten |
| Zubereitung |
1 Ampulle Suprarenin® zu 1 mg/ml in 100 ml NaCL-Kurzinfusion zuspritzen 0,01 mg = 1 ml der Lösung
Aus dieser Kurzinfusion werden dann die Einzeldosen aufgezogen. Übliche Dosis: 1-2 ml
|
| Kontraindikationen | im Notfall keine |
| Nebenwirkungen |
Im Notfall sind die Nebenwirkungen irrelevant und dauern nur kurz - das Arzneimittel ist hochpotent und muss korrekt dosiert werden. |
| Schwangerschaft/Stillzeit | Verabreichung nach TNA-Callback möglich. |
Therapieziel
Kreislaufstabilisierung und Unterbrechen der anaphylaktischen Reaktion
Allgemeine Hinweise
- Bei Lebensgefahr hat die Adrenalingabe höchste Priorität!
- Die Arzneimittel dieser Behandlungsleitlinie bieten einen hohen Nutzen bei geringem Risiko. Bei unklaren Situationen soll im Zweifel die Anaphylaxie angenommen und therapiert werden. Das Risiko bei nicht therapierter Anaphylaxie ist wesentlich höher, als das Risiko, die Arzneimittel dieses Algorithmus unnötig verabreicht zu haben.
Quellenangaben
S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)
Erläuterungen
Anaphylaxie ist eine schwere, potenziell lebensbedrohliche systemische Überempfindlichkeitsreaktion und erfordert eine schnelle Erkennung und medikamentöse Behandlung. Medikamente sind die einzige Möglichkeit, die anaphylaktische Reaktion zu unterbrechen. Intramuskuläres Adrenalin ist akut lebensrettend, die weiteren Arzneimittel verhindern, dass eine durch Adrenalin behandelte Anaphylaxie wieder akut wird. Das Nebenwirkungspotenzial der Arzneimittel ist gering.
Die Freigabe der Arzneimittel dieser Behandlungsleitlinie wird empfohlen durch das ÖRK-Bundeschefärztegremium.
Die Behandlungsleitlinie ist in dieser (oder sehr ähnlicher) Form international üblich für ALS-Personal.
Die Behandlungsleitlinie entspricht der aktuellen wissenschaftlichen Empfehlung für den deutschsprachigen Raum. Abweichung: Adrenalin inhalativ 3 mg statt 5 mg. Begründung: Die Vorhaltung von 10 Ampullen Suprarenin ist vom Kostenaufwand her nicht vertretbar. 3 mg sollten (zumindest kurzfristig) eine ausreichende Wirkung erzielen.
Version
| Version BLLNOE 24.0.1 |
03/2025 |
Änderung Darstellung Klappboxen |
| Version BLLNOE 24.0 |
06/2024 |
Darstellung nach neuem Designkonzept Adrenalin inhalativ: Dosisänderung (1 mg -> 3 mg; Änderung S2k-Leitlinie) Prednisolon: Dosisänderung (250 mg -> 500 mg; Änderung S2k-Leitlinie) |
| Version 1.1 | 12/2021 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!


