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Einsetzende Geburt

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Weitere Rettungsmittel erforderlich?

Eine Geburt ist ein Notfall, bei dem ein Notarztmittel und zwei RTW vor Ort sein sollen, auch wenn die Geburt meist komplikationslos abläuft. Bedenke, dass bei Komplikationen möglicherweise zwei kritische Patient:innen gleichzeitig zu versorgen sind.

Hexoprenalin | intravenös | Erwachsene
Dosierung 10 µg
Art Einzeldosis
Applikation über Kurzinfusion über 5-10 Min
Zubereitung 10 µg = 2 ml = 1 Ampulle in 100 ml NaCl-Kurzinfusion zuspritzen
Kontraindikationen

Bei Lebensgefahr für Mutter und Kind sind alle angeführten Kontraindikationen individuell zu beurteilen.

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen Bestandteil
  • Gestationsalter von < 22 Wochen
  • vorbestehende ischämische Herzerkrankung
  • drohender Abort während des 1. und 2. Trimesters
  • Auf Grund des Gehaltes an Sulfit darf Gynipral nicht bei Asthmatikerinnen mit Sulfit-Überempfindlichkeit angewendet werden.
  • Herzerkrankungen, insbesondere tachykarde Herzrhythmusstörungen, Myokarditis, Mitralvitien
  • Hyperthyreose
  • schwere Leber- und Nierenerkrankungen
  • Engwinkelglaukom
Nebenwirkungen
  • Tachykardie, Blutdruckabfall (meist 10-20 mmHG diastolisch)
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.
Unterstützung der Mutter bei der Geburt

Indikationen

  • einsetzende Geburt

Benötigtes Material

  • Geburtenpaket

Achtung

Die Geburt ist ein natürlicher, physiologischer Vorgang. Solange der Geburtsverlauf regelrecht ist und es Mutter sowie Kind gut geht, sollen keine Interventionen gesetzt werden.

Die so genannte "Hands-Off-Technik" (rein beobachtende Haldung - kein Dammschutz, kein Berühren oder Unterstützen des Kopfes und der Schultern bei der Geburt) ist in den aktuellen Leitlinien der "Hands-On-Technik" gleichgestellt. Da Sanitäter:innen wenig Erfahrung bei der Geburtsbegleitung haben, sollen sie die Hands-Off-Technik verfolgen.

Durchführung

Nr. Maßnahme/Handlung
1

Die Mutter und ggf. die Geburtspartner:in kontinuierlich informieren, begleiten und Sicherheit vermitteln.

2

Geburtenunterlage entnehmen und unter das Becken der Gebärenden legen.

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3

Wehenbegleitung: Die Gebärende soll sich von ihrem eigenen Pressdrang leiten lassen(*). Das Vor- und Zurückweichen des kindlichen Kopfes ist normal und ein Zeichen, dass die Austreibungsphase begonnen hat.

 

(*) "Von ihrem eigenen Pressdrang leiten lassen" ist eine neue Formulierung aus der deutschen S3-Leitlinie. Ältere Literatur spricht von "zum Pressen anleiten" - das ist nicht falsch, nur nicht mehr aktuell.

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Bleibt der Kopf in der Wehenpause dauerhaft am Damm sichtbar, die Gebärende aktiv zum Hecheln/Durchatmen anleiten, um eine zu schnelle Geburt zu vermeiden.

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5

Ist der Kopf geboren, das Gesicht mit einem Tupfer vorsichtig abwischen. Es ist normal, dass es einige Presswehen dauert, bis der restliche Körper geboren wird.

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6

Falls sich die Nabelschnur um den Hals des Babys gewickelt hat:

  • Lockere Umschlingung: Das Baby kann in der Regel problemlos mit der Nabelschnur um den Hals geboren werden. Alternativ die Nabelschnur mit sanftem Zug vorsichtig über den Kopf des Babys streifen, um sie zu lösen.
  • Feste Umschlingung:
    • Die Mutter dazu ermutigen, weiter zu pressen, um die Geburt voranzutreiben.
    • Nabelschnur nicht durchtrennen: sie ist die einzig verbleibende Sauerstoffquelle.
    • Extrem selten: Nur, wenn die Nabelschnur so gewickelt ist, dass sie die Geburt blockiert und den Austritt des Kindes verhindert, muss sie durchtrennt werden. Das ist die Ultima Ratio und nur durchzuführen, wenn die Geburt tatsächlich unmöglich ist.
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Das Baby rutscht mit einer Drehbewegung aus der Vulva. Das Gleiten auf die Auflage darf sanft unterstützt werden.

Nicht ziehen - nicht drücken!

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9

Der vollständige Austritt des Körpers ist die Geburtszeit. Stoppuhr starten und Zeitpunkt notieren (lassen).

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10

Das Fruchtwasser in Seitenlage abfließen lassen.

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11

Neugeborenes beurteilen:

  • Muskeltonus kräftig
  • Atmung gut erkennbar
  • Herzfrequenz ≥ 100 (auskultieren)

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  • gut adaptiertes (vitales) Neugeborenes -> hier weitermachen
  • schlecht adaptiertes (nicht vitales Neugeborenes) -> Neugeborenenreanimation - klicke hier für BLL
12

Das Neugeborene nackt direkt auf den unbedeckten Bauch oder die Brust der Mutter legen.

13

Das Abtrocknen erfolgt direkt auf der Mutter. Danach die feuchten Tücher weggeben und das Baby mit trockenen Tüchern warm zudecken.

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Die optimale Position für das Baby ist die Bauchlage auf der Mutter mit direktem Haut-Haut-Kontakt, wobei der Kopf zur Seite gedreht sein sollte. So kann die Mutter das Gesicht gut sehen, und die Atemwege bleiben für die Sanitäter:innen kontrollierbar

15 Beine nicht überkreuzen (die Lagerung nach Fritsch ist erst nach der Geburt der Plazenta indiziert!)
16 Geburt der Plazenta nicht abwarten - Transport einleiten

Quellenangaben

Ambulance Victoria: Clinical Practice Guidelines

Bundesverband Ärztliche Leitung Rettungsdienst Deutschland e.V.: Pyramidenprozess III, Ungeplante außerklinische Geburtsbegleitung

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin"

European Resuscitation Council Guidelines 2025: Newborn Resuscitation and Support of Transition of Infants at Birth

Joint Royal Colleges Ambulance Liasion Committee UK, Clinical Guidelines (2022)

Österreichisches Rotes Kreuz, Sanitäter:innen-Ausbildung (2026)

Uvnäs-Moberg, K. (2023). The physiology and pharmacology of oxytocin in labor and in the peripartum period. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 230(3S), S740–S758. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2023.04.011

Williams B, Ross L. Paramedic Principles and Practice: A Clinical Reasoning Approach. 2. Aufl. Chatswood: Elsevier Australia (2021)

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 05/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!


Quellenangaben

Ambulance Victoria: Clinical Practice Guidelines

Bundesverband Ärztliche Leitung Rettungsdienst Deutschland e.V.: Pyramidenprozess III, Ungeplante außerklinische Geburtsbegleitung

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin"

European Resuscitation Council Guidelines 2025: Newborn Resuscitation and Support of Transition of Infants at Birth

Joint Royal Colleges Ambulance Liasion Committee UK, Clinical Guidelines (2022)

Österreichisches Rotes Kreuz, Sanitäter:innen-Ausbildung (2026)

Williams B, Ross L. Paramedic Principles and Practice: A Clinical Reasoning Approach. 2. Aufl. Chatswood: Elsevier Australia (2021) 

Erläuterungen

Zu dieser Behandlungsleitlinie gibt es noch keine Erläuterungen.

Version
Version BLLNOE 24.0

05/2026

Ursprungsversion

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