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Versorgung der Mutter direkt nach der Geburt


                                   

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Versorgung der Mutter direkt nach der Geburt

Indikationen

  • Geburt hat stattgefunden, Neugeborenes wird bereits versorgt

Benötigtes Material

  • Vorlagen aus dem Geburtenpaket
  • Heftpflasterstreifen

Durchführung

Nr. Maßnahme/Handlung
1

Die Mutter und ggf. die Geburtspartner:in kontinuierlich informieren, begleiten und Sicherheit vermitteln.

2

Nabelschnurrest am Oberschenkel fixieren

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3

kontaminierte Vorlagen durch frische ersetzen

4

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Mutter in für sie bequemer Rückenlage lagern, sodass sie stillen kann, wenn sie möchte (Stillen fördert zusätzlich die Geburt der Plazenta und kann möglicherweise das Risiko für postpartale Blutungen reduzieren)
5 Beine nicht überkreuzen (die Lagerung nach Fritsch ist erst nach der Geburt der Plazenta indiziert!)
6 Geburt der Plazenta nicht abwarten - Transport einleiten

Quellenangaben

Ambulance Victoria: Clinical Practice Guidelines

Bundesverband Ärztliche Leitung Rettungsdienst Deutschland e.V.: Pyramidenprozess III, Ungeplante außerklinische Geburtsbegleitung

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin"

European Resuscitation Council Guidelines 2025: Newborn Resuscitation and Support of Transition of Infants at Birth

Joint Royal Colleges Ambulance Liasion Committee UK, Clinical Guidelines (2022)

Österreichisches Rotes Kreuz, Sanitäter:innen-Ausbildung (2026)

Uvnäs-Moberg, K. (2023). The physiology and pharmacology of oxytocin in labor and in the peripartum period. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 230(3S), S740–S758. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2023.04.011

Williams B, Ross L. Paramedic Principles and Practice: A Clinical Reasoning Approach. 2. Aufl. Chatswood: Elsevier Australia (2021)

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 05/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!


Unterstützung der Mutter bei der Geburt der Plazenta

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Unterstützung der Mutter bei der Geburt der Plazenta

Indikationen

  • bevorstehende Geburt der Plazenta - Zeichen für Plazentalösung:
    • Verlängerung der sichtbaren Nabelschnur
    • Kleiner, plötzlicher Blutschwall oder tröpfelndes Blut aus der Vagina
    • Der Uterus wird runder, fester und kleiner
    • Wiederkehrende, krampfartige Wehen

Benötigtes Material

  • Vorlagen aus dem Geburtenpaket
  • Heftpflasterstreifen

Durchführung

Nr. Maßnahme/Handlung
1

Die Mutter und ggf. die Geburtspartner:in kontinuierlich informieren, begleiten und Sicherheit vermitteln.

2 Niemals an der Nabelschnur ziehen! Ein Zug an der Nabelschnur kann zu einem Abriss, extremen Blutungen oder einer lebensgefährlichen Uterusinversion (Umstülpung der Gebärmutter) führen
3

Die Mutter dazu ermutigen, ihre Blase zu entleeren (sofern möglich), da eine volle Blase die Kontraktion der Gebärmutter behindern und die Geburt der Plazenta verzögern kann

4  Die Mutter bitten, leicht mitzupressen, um die Plazenta und Eihäute durch eigene Kraft auszutreiben.
5 Sobald die Plazenta am Scheidenausgang sichtbar ist, diese mit beiden Händen greifen und unterstützen
6 Die genaue Uhrzeit der Plazentageburt dokumentieren
7 Die geborene Plazenta mitsamt Blut und Eihäuten in eine Schüssel oder einen Plastikbeutel geben und für eine spätere Begutachtung (auf Vollständigkeit) durch die Hebammen/Klinik aufbewahren
8 kontaminierte Vorlagen durch frische ersetzen
9 Mutter nach Fritsch lagern: In Rückenlage eine oder mehrere sterile Kompressen vor die Vulva legen. Die ausgestreckten Beine der Patientin werden auf Höhe der Kniegelenke überkreuzen.
10 Transport fortsetzen

Quellenangaben

Ambulance Victoria: Clinical Practice Guidelines

Bundesverband Ärztliche Leitung Rettungsdienst Deutschland e.V.: Pyramidenprozess III, Ungeplante außerklinische Geburtsbegleitung

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin"

European Resuscitation Council Guidelines 2025: Newborn Resuscitation and Support of Transition of Infants at Birth

Joint Royal Colleges Ambulance Liasion Committee UK, Clinical Guidelines (2022)

Österreichisches Rotes Kreuz, Sanitäter:innen-Ausbildung (2026)

Uvnäs-Moberg, K. (2023). The physiology and pharmacology of oxytocin in labor and in the peripartum period. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 230(3S), S740–S758. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2023.04.011

Williams B, Ross L. Paramedic Principles and Practice: A Clinical Reasoning Approach. 2. Aufl. Chatswood: Elsevier Australia (2021)

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 05/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

Postpartale Blutung

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1 - Fundustonus beurteilen

Der Fundus uteri ist der obere kuppelförmige Anteil der Gebärmutter und befindet sich postpartal etwa auf Nabelhöhe.

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Die Beurteilung des Fundustonus (der Spannung der Gebärmuttermuskulatur) erfolgt durch das Abtasten des Bauches der Mutter. Dabei wird nach dem oberen Rand der Gebärmutter – dem Fundus – getastet, der sich in der Regel etwa auf Höhe des Bauchnabels befindet.

Fühlt sich der Uterus unter der Hand fest, mittig und gut kontrahiert an, ist der Tonus intakt.

Erläuterungen

Die postpartale Blutung stellt eine lebensbedrohliche Komplikation dar und zählte jahrelang zu den führenden Ursachen für mütterliche Sterblichkeit.

Zur postpartalen Blutung kommt es selten im Zuge der Plazentalösung (wenn sich diese nicht vollständig löst) oder nach der Geburt der Plazenta, wenn sich diese nicht ausreichend zusammenzieht und schlaff bleibt ("Uterusatonie") und dadurch die Blutgefäße, die die Plazenta versorgt haben, nicht verschlossen werden. Etwa 90 % der primären postpartalen Blutungen werden durch eine Uterusatonie verursacht.

Eine Fundusmassage darf nur nach bereits geborener Plazenta angewendet werden, da das Massieren bei noch intakter Plazentahaftung eine teilweise Plazentalösung provozieren und die Blutung dadurch massiv verschlimmern kann.

Oxytocin ist hingegen auch bei noch liegender Plazenta indiziert da es eine gleichmäßige Kontraktion der gesamten Gebärmuttermuskulatur anregt und so die vollständige Lösung und sichere Austreibung der Plazenta und damit das mechanische Abklemmen der Gefäße, das in der Regel zum Sistieren der Blutung führt, fördert.

Fundusmassage

Indikationen

  • postpartale Blutung nachdem die Plazenta geboren wurde und der Fundus (= der obere kuppelförmige Anteil der Gebärmutter) ist nicht fest, mittig und kontrahiert

Therapieziel

  • Kontraktion der Gebärmutter, die in der Regel zum Sistieren der Blutung führt

Kontraindikationen

  • wenn die Plazenta noch nicht geboren wurde
  • Eine Fundusmassage vor der Plazentageburt kann zu einer teilweisen Plazentalösung führen und die Blutung massiv verschlimmern

Benötigtes Material

  • keines

Durchführung

Der Fundus uteri ist der obere kuppelförmige Anteil der Gebärmutter und befindet sich postpartal etwa auf Nabelhöhe.

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Nr. Maßnahme/Handlung
1

Die Mutter und ggf. den/die Geburtspartner:in kontinuierlich informieren, begleiten und Sicherheit vermitteln.

2 Patientin aufklären: Die Mutter unbedingt vorwarnen. Die Maßnahme ist sehr schmerzhaft und unangenehm
3

Das Neugeborene, falls möglich, an der Brust saugen lassen (fördert die eigene Oxytocinausschüttung)

4 Die Patientin ermutigen, die Blase zu entleeren (eine volle Blase behindert die Uteruskontraktion)
5 Den Fundus (= der obere kuppelförmige Anteil der Gebärmutter) mit einer hohlen Hand greifen und mit der anderen Hand kräftigen, festen Druck in kreisenden Bewegungen ausüben

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(frontale Ansicht)

  • Die innere (untere) Hand/Faust wird vaginal gegen die Vorderseite bzw. den Cervixbereich gedrückt.
  • Die äußere (obere) Hand komprimiert und massiert den Fundus abdominal.

 

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 (seitliche Ansicht)

6  Die Massage fortführen, bis der Uterus unter der Hand spürbar fest wird und die vaginale Blutung sichtbar nachlässt

Quellenangaben

Bildquellen: Fundus uteri: (C) IMAIOS SAS, Fundusmassage: Valerie Henry via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ambulance Victoria: Clinical Practice Guidelines

Bundesverband Ärztliche Leitung Rettungsdienst Deutschland e.V.: Pyramidenprozess III, Ungeplante außerklinische Geburtsbegleitung

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin"

European Resuscitation Council Guidelines 2025: Newborn Resuscitation and Support of Transition of Infants at Birth

Joint Royal Colleges Ambulance Liasion Committee UK, Clinical Guidelines (2022)

Österreichisches Rotes Kreuz, Sanitäter:innen-Ausbildung (2026)

Uvnäs-Moberg, K. (2023). The physiology and pharmacology of oxytocin in labor and in the peripartum period. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 230(3S), S740–S758. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2023.04.011

Williams B, Ross L. Paramedic Principles and Practice: A Clinical Reasoning Approach. 2. Aufl. Chatswood: Elsevier Australia (2021)

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 05/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

kristalloide Infusionslösung | intravenös | Erwachsene
Dosierung 500-1.000 ml
Applikation nach Wirkung titrieren
Zubereitung image.png
Kontraindikationen bei korrekter Indikationsstellung keine
Nebenwirkungen bei korrekter Indikationsstellung keine
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.
Oxytocin | intravenös | Erwachsene
Dosierung 5 IE
Art Einzeldosis
Applikation über Kurzinfusion über 5-10 Min verabreichen
Zubereitung 5 IE = 1 Ampulle in 100 ml NaCl-Kurzinfusion zuspritzen
Hinweis

Im Rettungsdienst ist die ausschließliche Indikation eine postpartale Uterusatonie und -hämorrhagie.

Vor der Oxytocingabe muss ausgeschlossen sein, dass sich noch ein weiteres Kind im Uterus befindet!

Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen Bestandteil
  • weiteres Kind im Uterus
  • alle anderen in der Literatur angeführten Kontraindikationen beziehen sich nicht auf die Anwendung bei postpartaler Uterusatonie und -hämorrhagie.
Nebenwirkungen
  • Tachykardie, Bradykardie, Arrhythmien
  • Blutdruckanstieg
  • Übelkeit, Erbrechen
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.
Tranexamsäure | intravenös | Postpartale Blutung | Erwachsene
Dosierung 1.000 mg
Art Einzeldosis
Applikation in Kurzinfusion über 10 Min
Zubereitung 1.000 mg = 2 Ampullen zu 500 mg/5 ml in 100 ml NaCl-Kurzinfusion zuspritzen
Kontraindikationen
  • Bei einer Trauma-CPR gibt es keine Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Tranexamsäure oder Bestandteile 
  • akute venöse und arterielle Thrombosen (im Notfall bei lebensbedrohlicher unstillbarer Blutung nicht relevant)
  • Krampfanfälle in der Anamnese
Nebenwirkungen
  • Krampfanfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit (i. d. R. nach zu schneller i. v. Gabe)
  • andere Nebenwirkungen sind bei der Gabe bei lebensbedrohlicher unstillbarer Blutung irrelevant
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.


Quellenangaben

Ambulance Victoria: Clinical Practice Guidelines

Bundesverband Ärztliche Leitung Rettungsdienst Deutschland e.V.: Pyramidenprozess III, Ungeplante außerklinische Geburtsbegleitung

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin"

European Resuscitation Council Guidelines 2025: Newborn Resuscitation and Support of Transition of Infants at Birth

Joint Royal Colleges Ambulance Liasion Committee UK, Clinical Guidelines (2022)

Österreichisches Rotes Kreuz, Sanitäter:innen-Ausbildung (2026)

Williams B, Ross L. Paramedic Principles and Practice: A Clinical Reasoning Approach. 2. Aufl. Chatswood: Elsevier Australia (2021)

Erläuterungen

 

Version
Version BLLNOE xxx

xxx

Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!