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Intoxikation (Kinder)

KI 10 Intoxikation.png

                                                                                             

kristalloide Infusionslösung | intravenös | Kinder
Dosierung 10-20 ml/kg KG (max 1.000 ml)
Art nach Wirkung titrieren
Zubereitung image.png
Hilfestellung Dosierung

 

kristalloide Infusionslösung (intravenös)
Gewicht Volumen
5 kg 50-100 ml
6 kg 60-120 ml
7 kg 70-140 ml
8 kg 80-160 ml
9 kg 90-180 ml
10 kg 100-200 ml
11 kg 110-220 ml
12 kg 120-240 ml
13 kg 130-260 ml
14 kg 140-280 ml
15 kg 150-300 ml
16 kg 160-320 ml
17 kg

170-340 ml

18 kg

180-360 ml

19 kg 190-380 ml
20 kg 200-400 ml
22 kg 220-440 ml
24 kg 240-480 ml
26 kg 260-520 ml
28 kg 280-560 ml
30 kg 300-600 ml
40 kg 400-800 ml
ab 50 kg 500-1000 ml
Kontraindikationen bei korrekter Indikationsstellung keine
Nebenwirkungen bei korrekter Indikationsstellung keine
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.
Naloxon | intranasal | alle Altersgruppen
Dosierung 0,2 mg
Art Wiederholung alle 2-3 Min möglich
Maximaldosis 10 mg
Applikation auf beide Nasenlöcher aufteilen
Zubereitung Nicht verdünnen  0,5 ml = 1/2 Ampulle zu 0,4 mg/ml
image.png
Hinweis Diese Dosierung ist nicht gewichts- oder altersabhängig und gilt für alle Patient:innen.
Kontraindikationen im Notfall keine
Nebenwirkungen
  • Übelkeit, Erbrechen (v. a. bei zu schneller Injektion oder bei einer zu hohen Dosis)
  • Rebound-Phänomen
  • Hypertonie
  • Herzrhythmusstörungen
  • neurologische Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor, Schwitzen, Benommenheit)
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.
Naloxon | intravenös | Kinder
Dosierung 0,005 mg/kg KG (max 0,2 mg)
Art Wiederholung alle 2-3 Min möglich
Maximaldosis 10 mg
Zubereitung

1 Ampulle zu 0,4 mg/ml verdünnen mit 3 ml NaCl auf 4 ml

0,005 mg/kg KG = 0,05 ml/kg KG von der verdünnten Lösung

Hilfestellung Dosierung

 

Naloxon 0,1 mg/ml (intravenös)
(≙ 1 ml Naloxon 0,4 mg/ml + 3 ml NaCl)
Gewicht Menge Volumen
5 kg 0,025 mg 0,25 ml
6 kg 0,03 mg 0,3 ml
7 kg 0,035 mg 0,35 ml
8 kg 0,04 mg 0,4 ml
9 kg 0,045 mg 0,45 ml
10 kg 0,05 mg 0,5 ml
11 kg 0,055 mg 0,55 ml
12 kg 0,06 mg 0,6 ml
13 kg 0,065 mg 0,65 ml
14 kg 0,07 mg 0,7 ml
15 kg 0,075 mg 0,75 ml
16 kg 0,08 mg 0,8 ml
17 kg 0,085 mg 0,85 ml
18 kg 0,09 mg 0,9 ml
19 kg 0,095 mg 0,95 ml
20 kg 0,1 mg 1 ml
22 kg 0,11 mg 1,1 ml
24 kg 0,12 mg 1,2 ml
26 kg 0,13 mg 1,3 ml
28 kg 0,14 mg 1,4 ml
30 kg 0,15 mg 1,5 ml
ab 40 kg 0,2 mg 2 ml
Kontraindikationen im Notfall keine
Nebenwirkungen
  • Übelkeit, Erbrechen (v. a. bei zu schneller Injektion oder bei einer zu hohen Dosis)
  • Rebound-Phänomen
  • Hypertonie
  • Herzrhythmusstörungen
  • neurologische Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor, Schwitzen, Benommenheit)
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.
Flumazenil | intravenös | Intoxikation | Kinder
Dosierung 10 µg/kg KG (max 200 µg) ab 1. vLJ
Art 4x Wiederholung möglich
Maximaldosis 50 µg/kg KG
Applikation langsam verabreichen
Zubereitung

Nicht verdünnen

10 µg/kg KG = 0,1 ml/kg KG (0,1 mg/kg KG)

Hilfestellung Dosierung

 

Flumazenil 0,1 mg/ml
(≙ 100 µg/ml)
Gewicht/Alter Menge Volumen
<1. vLJ keine Gabe
5 kg 50 µg 0,5 ml
6 kg 60 µg 0,6 ml
7 kg 70 µg 0,7 ml
8 kg 80 µg 0,8 ml
9 kg 90 µg 0,9 ml
10 kg 100 µg 1 ml
11 kg 110 µg 1,1 ml
12 kg 120 µg 1,2 ml
13 kg 130 µg 1,3 ml
14 kg 140 µg 1,4 ml
15 kg 150 µg 1,5 ml
16 kg 160 µg 1,6 ml
17 kg 170 µg 1,7 ml
18 kg 180 µg 1,8 ml
19 kg 190 µg 1,9 ml
ab 20 kg 200 µg 2 ml
Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder Bestandteile
  • Patienten, denen Benzodiazepine zur Beherrschung eines potentiell lebensbedrohlichen
    Zustandes verabreicht werden (z.B. intrakranielle Druckregulierung oder Status epilepticus)
Nebenwirkungen
  • allergische Reaktionen
  • Entzugserscheinungen bei BZ abhängigen Patienten
  • Übelkeit und Erbrechen, Hitzegefühl
  • ZNS-Störungen (Angst, Tremor, Kopfschmerzen, Nervosität, Sprachstörungen, Erregtheit)
  • Herzrhythmusstörungen (Bradykardie bis Tachykardie)
  • Blutdruckschwankungen (Hypotonie und Schwindel v.a.)
  • Hyperventilation
  • Schwitzen
  • Krampfanfälle1)

1) bei Patienten, die an Epilepsie oder schwerer Leberinsuffizienz leiden, hauptsächlich nach längerer Behandlung mit Benzodiazepinen oder Überdosierungen mehrerer Arzneimittel
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung nach TNA-Callback möglich.

Atropin | intravenös | Intoxikation | alle Altersgruppen
Dosierung 2-5 mg
Art Alle 10-15 Min wiederholen bis zum Rückgang der Bronchialsekretion
Maximaldosis keine
Zubereitung Nicht verdünnen 4-10 ml = 4-10 Ampullen zu 0,5 mg/1 ml
Hinweis Diese Dosierung ist nicht gewichts- oder altersabhängig und gilt für alle Patienten.
Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Atropin oder sonstige Bestandteile
  • Myasthenia Gravis
  • Engwinkelglaukom
  • Tachyarrhythmie und Vorhofflimmern
  • Koronare Herzkrankheit
  • Mechanische Verschlüsse des Magen-Darm-Traktes (Paralytischer Ileus, Megakolon)
  • obstruktive Harnwegserkrankung


Bei lebensgefährlichen Vergiftungen mit Parasympathomimetika sind alle angeführten Kontraindikationen relativ zu sehen. 

Nebenwirkungen keine relevanten bei dieser Indikation
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung eingeschränkt möglich.

CPAP ASB-Beatmung
Einstellungen Beatmungsgerät
  Oxygenierungsproblem
z.B. Pneumonie, Lungenödem
Unklar Ventilationsproblem
z.B. Asthma, COPD
Modus CPAP-ASB
PEEP 5 mbar 5 mbar 4 mbar
ΔpASB 3 mbar 5 mbar 8 mbar
FiO2 100% bzw.
No Air-Mix
100% bzw.
No Air-Mix
50-100% bzw.
Air-Mix oder No Air-Mix
Anpassung PEEP   ΔpASB
Weitere Anpassungen nach Klinik und Patient:innen-Komfort
Kontraindikationen
  • Incompliance
  • Aspirationsgefahr
  • Hirndruckzeichen
  • Bewusstseinsstörung (GCS ≤ 12)
  • Fehlende Spontanatmung
Die CPAP-ASB-Beatmung ist aktuell im RKNÖ für NKI nicht freigegeben, weil Beatmungsgeräte lt. NÖ Rettungsdienst-Mindestausstattungsverordnung 2017 und mangels Finanzierung auch lt. OM-A des RKNÖ auf RTW und RTW-C nicht vorgesehen sind und die Behandlungsleitlinien die real möglichen Behandlungsmöglichkeiten widerspiegeln.

Therapieziel

Vitalfunktionen soweit Absichern, dass ein sicherer Transport in ein Krankenhaus möglich ist.

Quellenangaben

ÖRK-Arzneimittelliste 03/2024 (ÖRK/Gremium der Bundeschefärzte der österreichischen Rettungsorganisationen)

S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Kohlenmonoxidvergiftung

Erläuterungen

Bei Intoxikationen steht das Erhalten der Vitalfunktionen im Mittelpunkt. Ein vorgehen nach der obenstehenden Grafik ermöglicht ein systematisches Abarbeiten der gängigsten Vergiftungsformen.

Naloxon als Antidot zu Opiaten hat keine Nebenwirkungen (mit Ausnahme eines zu schnellen Opiatentzugs bei zu hoher Dosierung) und ist sogar für die Diagnose einer Opiatintoxikation zugelassen. Daher bietet es einen sehr hohen Nutzen bei sehr geringem Risiko und ist daher freigegeben.

Flumazenil als Antidot zu Benzodiazepinen hat ein anderes Risikoprofil. Viele Patient:innen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen haben Benzodiazepine als Dauermedikation. Nimmt man durch zu aggressive Flumazenilgabe diesen "Benzo-Grundspiegel" weg, besteht das Risiko für Krampfanfälle. Da die GABAA-Rezeptoren dann durch Flumazenil blockiert sind, können diese Krampfanfälle nur mehr durch eine Narkose z.B. mit Propofol beendet werden. Aus diesem Grund ist es aktuell nicht zur Therapie einer vorbestehenden Benzodiazepinintoxikation freigegeben sondern nur im Rahmen einer überschießenden Reaktion auf vom Sanitätspersonal selbst verabreichten Benzodiazepinen im Rahmen der Schmerztherapie mit Esketamin/Midazolam.

Die CPAP-ASB-Beatmung ist aktuell im RKNÖ für NKI nicht freigegeben, weil Beatmungsgeräte lt. NÖ Rettungsdienst-Mindestausstattungsverordnung 2017 auf RTW und RTW-C nicht vorgesehen sind und unsere Behandlungsleitlinien die real möglichen Behandlungsmöglichkeiten widerspiegeln.

Die Freigabe der Arzneimittel dieser Behandlungsleitlinie wird empfohlen durch das ÖRK-Bundeschefärztegremium.

Die Behandlungsleitlinie ist in dieser (oder sehr ähnlicher) Form international üblich für ALS-Personal.

Version
Version BLLNOE 24.0

03/2024

Darstellung nach neuem Designkonzept

Version 1.1 12/2021 Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!