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Rückkehr des Spontankreislaufes (ROSC) (Kinder)

ROSC beim Kind.png

Midazolam | intravenös | CPR | Kinder
Dosierung

 

Gewicht/Alter Dosis Volumen (5 mg/ml)
< 50 kg 1 mg 0,2 ml
ab 50 kg 2 mg 0,4 ml
Art Einzeldosis
Zubereitung

Nicht verdünnen

1 mg = 0,2 ml aus Ampulle zu 1 ml (5 mg/ml)

Freigabe Verabreichung unter 12. vLJ nur nach TNA-Callback möglich.
Wiederholungen nach TNA-Callback möglich.
Hinweis

Alkohol, Psychopharmaka, Opioide verstärken die Wirkung und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen.

Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Bestandteile und gegen andere Benzodiazepine
Nebenwirkungen
  • Atemdepression, Atemstillstand
  • ZNS-Störungen ( Verwirrtheit, Schwindel, Sedierung, Kopfschmerzen)
  • anterograde Amnesie
  • Bradykardie, Hypotonie
  • paradoxe Reaktionen (z. B. akute Erregungszustände, Wutanfälle, Halluzinationen) gehäuft bei Kindern und älteren Menschen
  • Venenreizung und Thrombophlebitis
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung nach TNA-Callback möglich.
Esketamin | intravenös | CPR | Kinder
Dosierung 0,125 mg/kg KG (max. 15 mg)
Art 3x Wiederholung nach 5 Min möglich
Maximaldosis 60 mg
Zubereitung

Nicht verdünnen

image.png

Freigabe Verabreichung unter 12. vLJ nur nach TNA-Callback möglich.
Hilfestellung Dosierung

Dosierung Esketamin 25 mg/ml intravenös (Formel)

Halbes Körpergewicht ≙ Nachkommastelle(n) der Einzeldosis in Milliliter

z.B. 40 kg Patient:in erhält 0,20 ml

z.B. 50 kg Patient:in erhält 0,25 ml

z.B. 58 kg Patient:in erhält 0,29 ml

 

Dosierung Esketamin 25 mg/ml intravenös (Tabelle, alternativ zur Formel)

Esketamin 25 mg/ml (intravenös)
Gewicht Menge Volumen
30 kg 3,75 mg 0,15ml
35 kg 4,38 mg 0,18ml
40 kg 5 mg 0,2 ml
45 kg 5,63 mg 0,23ml
50 kg 6,25 mg 0,25ml
55 kg 6,88 mg 0,28ml
60 kg 7,5 mg 0,3 ml
65 kg 8,13 mg 0,33ml
70 kg 8,75 mg 0,35ml
75 kg 9,38 mg 0,38ml
80 kg 10 mg 0,4 ml
> 80 kg Tabelle für höheres Körpergewicht siehe BLL für Erwachsene
Hinweis Für Kinder werden in der Literatur oft deutlich höhere Dosierungen angegeben. Das bezieht sich vor allem auf kleinere Kinder. Da im RKNÖ die eigenständige Gabe von Esketamin aktuell auf Kinder ab 12 Jahre beschränkt ist, wird aus Sicherheitsgründen vorerst eine einheitliche Einzeldosis für alle Patient:innen verabreicht. Eine Evaluierung für die Zukunft ist geplant. Die vorgesehene Dosierung dient vor allem dazu, die Schmerztherapie zu beginnen und die Zeit zu überbrücken, bis Personal vor Ort ist, das Erfahrung mit Kinder-Schmerztherapie hat. Es ist nicht vorgesehen, dass Notfallsanitäter:innen Kinder mit starken Schmerzen regelhaft ohne Notärztin/Notarzt versorgen.
Kontraindikationen
  • Akutes Koronarsyndrom, akute Herzerkrankung
  • Eklampsie/Präeklampsie
Nebenwirkungen
  • „bad trips“: Träume, Albträume, Psychosen, Unruhe, Schwindel  (sehr selten bei analgetischen Dosen, relevant bei Sedo-Analgesie oder Narkosen)
  • Atemdepression bei viel zu hoher Dosierung und zu schneller Injektion
  • Hirndrucksteigerung bei unzureichender Oxygenierung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg
  • Sehstörungen (verschwommenes Sehen, Doppelbilder)
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung nach TNA-Callback möglich.
Adrenalin 1:100.000 ("Supra-Blitz") | intravenös | Kinder
Dosierung 1-10 µg/kg KG
Art Wiederholung alle 3-5 Min möglich
Zubereitung

1 Ampulle Suprarenin® zu 1 mg/ml in 100 ml NaCL-Kurzinfusion zuspritzen

1 µg = 0,1 ml der Lösung

 

image.png

Aus dieser Kurzinfusion werden dann die Einzeldosen aufgezogen.

1-10 µg/kg KG = 0,1-1 ml/kg KG der Lösung

Kontraindikationen im Notfall keine
Nebenwirkungen
  • überschießende Sympathikusaktivierung

Im Notfall sind die Nebenwirkungen irrelevant und dauern nur kurz - das Arzneimittel ist hochpotent und muss korrekt dosiert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung nach TNA-Callback möglich.

Therapieziel

  • Verhindern eines weiteren Kreislaufstillstandes
  • Sicherstellen eines möglichst guten Outcomes

Allgemeine Hinweise

  • Patienten, die nur eine kurze Phase eines Kreislaufstillstands hatten (< 10 min zwischen Kollaps und ROSC), bei denen sofort eine normale zerebrale Funktion (GCS >10) zurückkehrt und die normal atmen, benötigen üblicherweise keine Atemwegsintervention oder Beatmungsunterstützung und sollen initial nicht sediert werden.

Airway

  • Atemwegs- und Beatmungsunterstützung soll nach Erreichen von ROSC fortgeführt werden.

  • Patienten, die nach ROSC komatös bleiben oder eine andere klinische Indikation für Sedierung und mechanische Beatmung haben, sollen tracheal intubiert werden, wenn dies nicht bereits während der CPR erfolgt ist.

  • Die tracheale Intubation (mit oder ohne Medikamente) soll nur von erfahrenen Anwendern mit hoher Erfolgsrate durchgeführt werden.

  • Die korrekte Lage des Tubus muss mittels Kapnographie mit Kurvenanzeige bestätigt werden.

  • Wenn kein erfahrenes Personal für die Intubation verfügbar ist, ist es angemessen, einen supraglottischen Atemweg (SGA) beizubehalten oder den Atemweg mit Basismaßnahmen zu sichern, bis Personal mit Erfahrung in medikamentengestützter Intubation verfügbar ist.

  • Patienten nach ROSC können eine medikamentengestützte tracheale Intubation benötigen.

Breathing

  • Unmittelbar nach ROSC soll 100 % Sauerstoff gegeben werden, bis die arterielle Sauerstoffsättigung (SpO₂) zuverlässig mittels Pulsoximetrie gemessen werden kann.

  • Sobald SpO₂ zuverlässig messbar ist, soll die inspiratorische Sauerstoffkonzentration so titriert werden, dass eine arterielle Sauerstoffsättigung von 94–98 % erreicht wird.

  • Hypoxämie und Hyperoxämie nach ROSC soll vermeiden werden.
  • Normokapnie soll nach ROSC angestrebt werden (≈ 35–45 mmHg).
  • Eine lungenprotektive Beatmungsstrategie soll mit einem Tidalvolumen von 6–8 mL/kg Idealgewicht angewendet werden.

Circulation

  • Hypotonie vermeiden und nach Kreislaufstillstand einen systolischen Blutdruck oberhalb des 10. Perzentils aufrechtzuerhalten.
ROSC Blutdruck-Zielwerttabelle Kinder
Alter Gewicht1
kg
ROSC-BDsys
mmHg
NG 3,53-4 >59
1 Mo 4,53,5-5 >62
2 Mo 5,54,5-6,5 >65
4 Mo 76-8 >68
6 Mo 87-9 >70
8 Mo 97,5-10 >71
10 Mo 9,58-11 >72
12 Mo 108,5-11,5 >73
18 Mo 11,510-13 >74
2 J 12,511-14 >75
3 J 1513-17 >76
4 J 1715-20 >77
5 J 1916-23 >80
6 J 21,518-26 >81
7 J 24,521-31 >83
8 J 27,523-36 >84
9 J 3125-41 >86
10 J 3528-47 >88
11 J 3931-53 >89
12 J 4334-59 >92

1) Durchschnittswert (Einzelwert) ≙ 50. Perzentile, Bereich (darunter, klein) ≙ 10. bis 90. Perzentile. Gerundet und vereinfacht

  • Bei Arrhythmien unmittelbar nach ROSC den den BLL "Tachyarrhythmie" und "Bradykardie" folgen.
  • Bei vermuteter kardialer Ursache BLL "Akutes Koronarsyndrom (ACS)" folgen.

Disability

  • Bei Krampfanfällen BLL "Krampfanfall" folgen.

Temperatur

  • Standardmäßig keine präklinische Kühlung vornehmen.
  • Aktiven Wärmeerhalt nur bei traumatischem Kreislaufstillstand durchführen.

Quellenangaben

European Resuscitation Council and European Society of Intensive Care Medicine Guidelines 2025 Post-Resuscitation Care

Version
Version BLLNOE 24.0.1

03/2025

Änderung Darstellung Klappboxen

Version BLLNOE 24.0

06/2024

Darstellung nach neuem Designkonzept

Adrenalin inhalativ: Dosisänderung (1 mg -> 3 mg; Änderung S2k-Leitlinie)

Prednisolon: Dosisänderung (250 mg -> 500 mg; Änderung S2k-Leitlinie)

Version 1.1 12/2021 Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!