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Extremitätenschienung [Maßnahmenb]

Indikationen

  • Verletzungen der Extremitäten (Luxation, Fraktur)

Therapieziel

  • Ruhigstellung/Immobilisierung der betroffenen Extremität 

Kontraindikationen

  • Schienung der benachbarten Gelenke (bei Knochverletzung) oder Knochen (bei Gelenksverletzung) ist nicht möglich.
  • Zug-Gegenzug kann nicht durchgeführt werden

Benötigtes Material

  • Aluminiumkernschienen (SamSplint)

oder 

  • Vakuumschiene (Arm-/Bein)
  • Vakuummatratze

Durchführung

 

#Variante - Aluminiumkernschiene

Nr. Maßnahme/Handlung
1 Teambriefing: Plan kommunizieren, Aufgaben verteilen
2

TourniquetMaterial vorbereiten (Verpackung öffnen & Produkt entnehmen)

3

Ein:e Sanitäter:in führt einenZug-Gegenzug manuellenim Druckbetroffenen (mit steriler Wundauflage)Bereich durch. BeiMDS RessourcenmangelKontrolle kannder versuchtbetroffenen werden, dass der/die Patient:in selbst den manuellen Druck ausübt. 

 

IMG_6749.JPG

 Extremität.

4

Wenn möglich: Kleidungsstück im BereichVorformen der AnlagestelleSchiene

entfernen.

 

IMG_6634.JPG

5

TourniquetAnpassen überder Länge und Form an der unverletzten Extremität. Die Kanten werden hochgefaltet und die verletzteSchiene Extremitätin hochziehen.eine IstRinnenform dasgebracht Überstreifen(Steifigkeit).

über

 die

Extremität

IMG_6628.JPG

nicht

 möglich

oder nicht sinnvoll, dann wird der Gurt des Tourniquets geöffnet und am Anlageort wieder geschlossen.

IMG_6632.JPG

6

EineDie HandbreiteSchiene, überunter (proximalaufrechtem =Zug-Gegenzug, Richtung Körper)an der Wundeverletzten denKörperregion Gurt festziehenanlegen und sichern.fixieren (Peha-Haft).

 

IMG_6798.JPGIMG_6639.JPG

7

KnebelMDS drehenKontrolle bisder diebetroffenen Blutung gestillt ist. 

 

IMG_6831 Kopie.JPGExtremität.

8

BeiZusätzlich erfolgreicher Blutstillung wirdkann der KnebelArm in dereinem dafürArmtragetuch vorgesehenenfixiert Lasche fixiert. Der/Die andere Sanitäter:in kann den manuellen Druck beenden.

9

Der Zeitpunkt der Abbindung wird am Tourniquet notiert (beschreibbares Feld).werden.

 

IMG_6837.JPGIMG_6654.JPG

Alternative Abbindungsmöglichkeiten 

Dreiecktuch/Blutdruckmanschette

Falls im Notfall (z.B. Sanitäter:in als Ersthelfer:in; Massenanfall an Verletzten; Mehrfachverletzungen) kein (weiteres) Tourniquet vorhanden ist, können andere Hilfsmittel verwendet werden, um eine Abbindung durchzuführen. Diese bringen jedoch stets weitere Problemstellungen/Herausforderungen mit sich.

Dreiecktuch und "Knebel"

Durchführung: Dreiecktuch zirkulär, proximal der Wunde anbringen und mittels eines Knebels (widerstandsfähiger Stab) verdrillen.

Problemstellung: Gewebeschädigungen 

 

Manuelle Blutdruckmanschette

Durchführung: Anbringen der Blutdruckmanschette an der verletzten Extremität - proximal der Wunde. Aufblasen der Manschette deutlich über dem Wert des systolischen Blutdrucks (z.B. 250 mmHg).

Problemstellung: 1.) Fehlende Größe für untere Extremitäten. 2.) Konstantes Aufrechterhalten des Druckniveaus während der gesamten Versorgung sowie des Transports - herkömmliche Blutdruckmanschetten sind dafür nicht ausgelegt. Eine regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich um eine unbemerkte Blutung/Lösung der Abbindung zu vermeiden.


Erläuterungen

Im Mittelpunkt steht die adäquate Blutstillung um eine Lebensbedrohung zu bannen. 

Aluminiumkernschienen

  • SollteDas Schienungsmaterial besteht aus einem Aluminiumkern und ist mit Schaumstoff umkleidet. Die Schiene ist röntgendurchlässig und temperaturunabhängig.
  • Der Anwendungsbereich beschränkt sich v. a. auf die Blutung mit einem Tourniquet nicht gestillt werden können, dann ist oberhalbSchienung (proximal)Ruhigstellung) derim erstenUnterarm- Abbindungund eineHandbereich. weitereAndere AbbindungSchienungsmöglichkeiten durchzuführen.für Extremitäten können laut Bedienungsanleitung durchgeführt werden.
  • Direkt
über

 einem

Gelenk ist eine Abbindung wenig effektiv. Das Tourniquet wird proximal von dem betroffenen Gelenk angelegt.
  • Die Abbindung bleibt ausnahmslos bis zur Versorgung im Krankenhaus geschlossen.
  • Die Anlage eines Tourniquets zur Abbindung ist für den/die Patienten/Patientin sehr schmerzhaft. Dennoch ist die Abbindung konsequent durchzuführen, da der Blutverlust eine Lebensbedrohung für den/die Patient:in darstellt.

Quellenangaben

  • ÖRK, Sanitäter:innen Ausbildung Band 1 & Band 2
  • LPN, Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin, 6. Auflage

Bildquellen: ÖRK Bildungszentrum

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Version SCOPMNOE 24.0 06/2024 Ursprungsversion

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