Spineboard [Maßnahmenb]
Indikationen
- Rettung
- Transfer
- Immobilisation
Therapieziel
- Rettung/Transfer des Patienten/der Patientin
- Ganzkörperimmobilisation
Kontraindikationen
- Ressourcenmangel (für die Rettung und Ganzkörperimmobilisation sind mindestens drei Anwender:innen erforderlich)
- Beckenfraktur (wenn Verbringung auf das Spineboard mittels Drehen erfolgt)
- Oberschenkelfraktur / instabile Frakturen (wenn Verbringung auf das Spineboard mittels Drehen erfolgt)
- Lange Transportzeiten (Zeit am Spineboard >30min)
- Bekanntes Risiko für Dekubitus
Benötigtes Material
- Spineboard
- Gurtensystem (Spinnen-Gurte, Speed-Clips)
- Kopffixierung (Headblocks)
Durchführung
#Variante#Drehen - Rückenlage
Nr. | Maßnahme/Handlung |
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1 | Teambriefing: Plan kommunizieren, Aufgaben verteilen |
2 |
Material vorbereiten |
3 |
Ein:e Sanitäter:in führt eine Manuelle In-Line-Stabilisierung (MILS) durch. Wenn ein Stifneck angelegt ist, wird der Kopf/die Halswirbelsäule zusätzlich durch die MILS Anwendung stabilisiert. |
4 |
Zwei Sanitäter:innen positionieren sich seitlich von |
5 |
Das Spineboard wird auf der gegenüberliegenden Seite |
6 |
Der/Die Sanitäter:in, welche:r sich im Bereich des Thorax/Abdomen des Patienten/der Patientin befindet, greift die gegenüberliegende Schulter sowie den Oberschenkel.
Der/Die Sanitäter:in, welche:r sich im Bereich des Beckens/Oberschenkels des Patienten/der Patientin befindet, greift im Bereich der gegenüberliegenden Hüfte sowie des Knies.
Ein Überkreuzen der Arme, der beiden Sanitäter:innen im Bereich des Beckens/der Hüfte des Patienten/der Patientin ist hierzu notwendig. |
7 |
Auf Kommando des Sanitäters/der Sanitäterin am Kopf wird der/die Patient:in durch die weiteren zwei Sanitäter:innen um 90Grad gedreht. |
8 |
Der/Die Sanitäter:in, welche:r sich im Bereich des Beckens/Oberschenkels des Patienten/der Patientin befindet, stabilisiert mit der Hand, welche sich näher beim Kopf des Patienten/der Patientin befindet, ebenfalls die Person. Mit der anderen Hand zieht er/sie das Spineboard näher zum Patienten/zur Patientin. |
9 |
Beide Sanitäter:innen belassen die Hände zum Stabilisieren auf dem Patienten/der Patientin - zusätzlich bilden beide mit ihren Armen eine Art "L" zur zusätzlichen Stabilisierung des Patienten/der Patientin im Bereich des Thoraxes bzw. Hüftbereichs.
Mit der anderen Hand wird das Spineboard gegriffen und ebenso um 90Grad aufgerichtet. |
10 |
Auf Kommando des Sanitäters/der Sanitäterin am Kopf wird der/die Patient:in zurückgedreht. Es ist wichtig, dass der Kopf achsengerecht mitgedreht wird. |
11 |
Der/Die Patient:in sollte nun mit dem Kopf ungefähr auf der Mitte des Spineboardes liegen. |
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weitere Schritte siehe Positionieren, Gurtsysteme und Kopffixierung |
#Variante#Positionieren - Bauchlage
Nr. | Maßnahme/Handlung |
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1 | Teambriefing: Plan kommunizieren, Aufgaben verteilen |
2 |
Material vorbereiten |
3 |
Ein:e Sanitäter:in führt
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4 |
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#Gurtsysteme
#Kopffixierung
Weitere Anwendungsmöglichkeiten
Bauchlage
Stehend
Erläuterungen
Verschiedene Rettungsdienstorganisationen sowie internationale Spezialkurse im Bereich der Traumaversorgung (PHTLS, ITLS,…) konstatieren teilweise unterschiedliche Techniken der Verbringung von Patient:innen auf das Spineboard. Grundsätzlich steht es den Anwender:innen frei, welche Variante durchgeführt wird, wichtig ist, dass eine konstante Stabilisierung der Halswirbelsäule sowie ein achsengerechtes Drehen erfolgen. Ebenso ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Technik von allen Teammitglieder:innen beherrscht wird.
BeiDie Punkte Positionieren, Gurtensysteme, Kopffixierung werden unabhängig von der Art der Verbringung auf das Spineboard für eine Ganzkörperimmobilisation durchgeführt.
Für den Transfer von Patient:innen (Sanitätseinsatz, internistischer Notfall,…) kann das Spineboard durch zwei Anwender:innen bedient werden, dabei wird auf die Kopfstabilisierung (und in weiterer Folge Kopffixierung) verzichtet.
Geeignete Helfer:innen (z.B. Personal von Feuerwehren) können zur Unterstützung bzw. als 3. Anwender:in eingesetzt werden. Hier ist besonders auf eine klare Kommunikation der geplanten Maßnahmen sowie eine überlegte Rollenverteilung zu achten.
Quellenangaben
ÖRK, Sanitäter:innen Ausbildung Band 1 & Band 2- LPN, Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin, 6. Auflage
Bildquellen: ÖRK BildungszentrumRKNÖ/Schodritz
Version
Kürzel | Datum | Info |
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Version SCOPMNOE 24.0 | 01/2025 | Ursprungsversion |
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