Larynxmaske / i-gel (Kinder) (Maßnahmenbeschreibung)
Indikationen
- Atemwegssicherung beim Atem-Kreislauf-Stillstand gemäß
Therapieziel
- Offenhalten des Atemweges
- Ermöglichen effektiver Beatmungen
- Vermeidung von Aspiration
Kontraindikationen
- bei Atem-Kreislauf-Stillstand keine Kontraindikationen
Achtung
- Beachte die Behandlungsleitlinien zur Atemwegssicherung beim Atem-Kreislauf-Stillstand (Kinder).
- Auf Rettungsmittel des RKNÖ werden Larynxmasken des Typs igel mitgeführt. Anderweitige Larynxmasken können bei Bedarf verwendet werden, wenn durch den/die Sanitäter:in beherrscht.
Benötigtes Material
Für i-gel:
- i-gel der passenden Größe
- Gleitmittel
- Material für Fixierung (Leukosilk)
- Absaugeinheit
- Beatmungsbeutel
- Beatmungsfilter
bei konventionellen Larynxmasken zusätzlich:
- Cuffspritze
- Cuffdruckmesser
Durchführung
#i-gel
Erläuterungen
Die ERC-Leitlinien 2025 empfehlen die Anwendung von i-gel oder anderen supraglottischen Atemwegsdevices bei kritisch kranken/verletzten Kindern, wenn die Anwender:innen kompetent im Umgang damit sind. (Abschnitt Adult Paediatric Life Support / Principles of the management of the critically ill or injured child).
Ebenso konstatieren die ERC-Guidelines 2025, dass ein supraglottisches Atemwegsdevice - als Alternative zur Beutel-Masken-Beatmung - in der Reanimation verwendet werden soll, wenn eine endotracheale Intubation durch die Anwender:innen nicht durchgeführt werden kann. (Abschnitt Adult Paediatric Life Support / Oxygenation and ventilation during PALS).
Größenauswahl bei der i-gel – warum sie anhand des Körpergewichts erfolgt
Die supraglottische Atemwegshilfe i-gel wird – im Gegensatz zu einigen anderen supraglottischen Atemwegssystemen – nicht anhand der Körpergröße, sondern anhand des Körpergewichts des Patienten dimensioniert. Dabei ist wichtig:
Die Gewichtsangaben beziehen sich nicht auf das tatsächliche Körpergewicht, sondern auf das geschätzte Idealgewicht (Ideal Body Weight) des Patienten.
Die i-gel dichtet den Atemweg anders ab als viele andere supraglottische Atemwegssysteme.
Sie besitzt keinen aufblasbaren Cuff, sondern einen anatomisch geformten Gelkörper, der sich passiv an die Strukturen des Hypopharynx und des Larynx anlegt. Damit eine zuverlässige Abdichtung entsteht, muss die Maske zu folgenden anatomischen Strukturen passen:
- Hypopharynx
- Zungengrund
- Perilaryngeale Weichteile
- Epiglottisregion
Die Dimension dieser Strukturen korreliert in der Regel besser mit der Körperkonstitution bzw. dem Idealgewicht als mit der Körpergröße. Eine sehr große, aber schlanke Person kann beispielsweise einen relativ schmalen Pharynx haben, während eine kleinere Person mit starkem Übergewicht deutlich mehr Weichteilgewebe im oberen Atemweg aufweist. Deshalb ist die Körpergröße allein kein verlässlicher Parameter für die Dimension des supraglottischen Atemwegs.
Bei übergewichtigen oder adipösen Patient:innen würde eine Größenwahl nach dem tatsächlichen Gewicht häufig zu einer zu großen Atemwegshilfe führen. Das liegt daran, dass Adipositas zwar das Körpergewicht erhöht, die knöchernen und funktionellen Dimensionen des Hypopharynx jedoch kaum proportional mitwachsen.
Status "freigegeben, wenn beherrscht"
Die i-gel bei Kindern wird für alle Qualifikationsstufen auf der Stufe „freigegeben, wenn beherrscht“ geführt. Hintergrund ist, dass aktuell im Roten Kreuz Niederösterreich nicht in ausreichendem Ausmaß Kinder- und Säuglingssimulatoren mit geeigneten Atemwegen zur Verfügung stehen, um alle Sanitäter:innen flächendeckend darauf zu schulen.
Klares Ziel ist, in den kommenden Jahren ausreichend geeignete Kinder- und Säuglingssimulatoren anzuschaffen und damit alle Sanitäter:innen auch auf die i-gel bei Kindern zu schulen. Perspektivisch soll der Scope-of-Practice-Eintrag „i-gel Kinder“ – je nach verfügbaren Ressourcen – per Ende 2027 oder Ende 2028 von „freigegeben, wenn beherrscht“ auf „freigegeben“ umgestellt werden.
Quellenangaben
- Intersurgical, i-gel paediatric information sheet (inklusive Bildmaterial)
- Enke K., Flemming A., Hündorf H.-P., Knacke P. G., Lipp R. Rupp P. (2019) Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin , 6. Auflage
- SIRMED - Schweizer Institut für Rettungsmedizin
- Special Care. (2020). iGel LMA newborn resuscitation [Video]. YouTube. (inklusive Bildmaterial)
- Kevin Mackey (2023). Pediatric iGel Training [Video]. YouTube. (inklusive Bildmaterial)
- San-Erlangen, Virtuelle SanArena (inklusive Bildmaterial)
- Meier Medizintechnik (Bildmaterial)
Version
| Kürzel | Datum | Info |
|---|---|---|
| Version SCOPMNOE 24.0 | 03/2026 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!bei







