Begleitung der normalen Geburt und initiale Versorgung des vitalen Neugeborenen
Indikationen
- einsetzende Geburt
Benötigtes Material
- Geburtenpaket
Achtung
Die Geburt ist ein natürlicher, physiologischer Vorgang. Solange der Geburtsverlauf regelrecht ist und es Mutter sowie Kind gut geht, sollen keine Interventionen gesetzt werden.
Die so genannte "Hands-Off-Technik" (rein beobachtende Haldung - kein Dammschutz, kein Berühren oder Unterstützen des Kopfes und der Schultern bei der Geburt) ist in den aktuellen Leitlinien der "Hands-On-Technik" gleichgestellt. Da Sanitäter:innen wenig Erfahrung bei der Geburtsbegleitung haben, sollen sie die Hands-Off-Technik verfolgen.
Durchführung
| Nr. | Maßnahme/Handlung |
|---|---|
| 1 |
Die Mutter und ggf. die Geburtspartner:in kontinuierlich informieren, begleiten und Sicherheit vermitteln. |
| 2 |
Geburtenunterlage entnehmen und unter das Becken der Gebärenden legen.
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| 3 |
Wehenbegleitung: Die Gebärende soll sich von ihrem eigenen Pressdrang leiten lassen(*). Das Vor- und Zurückweichen des kindlichen Kopfes ist normal und ein Zeichen, dass die Austreibungsphase begonnen hat.
(*) "Von ihrem eigenen Pressdrang leiten lassen" ist eine neue Formulierung aus der deutschen S3-Leitlinie. Ältere Literatur spricht von "zum Pressen anleiten" - das ist nicht falsch, nur nicht mehr aktuell. |
| 4 |
Bleibt der Kopf in der Wehenpause dauerhaft am Damm sichtbar, die Gebärende aktiv zum Hecheln/Durchatmen anleiten, um eine zu schnelle Geburt zu vermeiden. |
| 5 |
Ist der Kopf geboren, das Gesicht mit einem Tupfer vorsichtig abwischen. Es ist normal, dass es einige Presswehen dauert, bis der restliche Körper geboren wird.
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| 6 |
Falls sich die Nabelschnur um den Hals des Babys gewickelt hat:
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| 7 |
Das Baby rutscht mit einer Drehbewegung aus der Vulva. Das Gleiten auf die Auflage darf sanft unterstützt werden. Nicht ziehen - nicht drücken! |
| 8 |
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| 9 |
Der vollständige Austritt des Körpers ist die Geburtszeit. Stoppuhr starten und Zeitpunkt notieren (lassen).
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Das Fruchtwasser in Seitenlage abfließen lassen.
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Neugeborenes beurteilen:
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Das
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| 15 | Beine nicht überkreuzen (die Lagerung nach Fritsch ist erst nach der Geburt der Plazenta indiziert!) |
| 16 | Geburt der Plazenta nicht abwarten - Transport einleiten |
Quellenangaben
Ambulance Victoria: Clinical Practice Guidelines
Bundesverband Ärztliche Leitung Rettungsdienst Deutschland e.V.: Pyramidenprozess III, Ungeplante außerklinische Geburtsbegleitung
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin"
European Resuscitation Council Guidelines 2025: Newborn Resuscitation and Support of Transition of Infants at Birth
Joint Royal Colleges Ambulance Liasion Committee UK, Clinical Guidelines (2022)
Österreichisches Rotes Kreuz, Sanitäter:innen-Ausbildung (2026)
Uvnäs-Moberg, K. (2023). The physiology and pharmacology of oxytocin in labor and in the peripartum period. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 230(3S), S740–S758. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2023.04.011
Williams B, Ross L. Paramedic Principles and Practice: A Clinical Reasoning Approach. 2. Aufl. Chatswood: Elsevier Australia (2021)
Version
| Kürzel | Datum | Info |
|---|---|---|
| Version SCOPMNOE 24.0 | 03/2026 | Ursprungsversion |
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