Weiterversorgung des vitalen Neugeborenen
Indikationen
einsetzendeweiterhin Geburtvitales Neugeborenes mit kräftigem Muskeltonus, gut erkennbarer Atmung und Herzfrequenz ≥ 100
- initiale Versorgung des Neugeborenen und der Mutter ist abgeschlossen
Benötigtes Material
Geburtenpaket
Monitor mit Neugeborenen-Elektroden und Pulsoxy-Sensor
Achtung
DieDas "Bonding" - der möglichst ungestörte Haut-zu-Haut-Kontakt unmittelbar nach der Geburt ist einwichtig natürlicher,für physiologischerdie Vorgang.Mutter-Kind-Bindung, Solangeden derweiteren Geburtsverlauf regelrecht ist(Plazentageburt!) und esden Mutter sowie Kind gut geht, sollen keine Interventionen gesetzt werden. Wärmeerhalt.
Die so genannte "Hands-Off-Technik" (rein beobachtende Haldung - kein Dammschutz, kein Berühren oder Unterstützen des Kopfes undTrotz der Schultern beiHerausforderung der Geburt)präklinischen istGeburt insollen den aktuellen Leitlinien der "Hands-On-Technik" gleichgestellt. Dadie Sanitäter:innen wenigMutter Erfahrungund beiKind derein Geburtsbegleitungmöglichst haben,ungestörtes sollenBonding sie die Hands-Off-Technik verfolgen.ermöglichen.
| Nr. |
Maßnahme/Handlung
|
|
Mutter-Kind-Bindung (Bonding) fördern - Wärmeerhalt gewährleisten
|
| 1 |

Die optimale Position für das Baby ist die Bauchlage auf der Mutter undmit ggf.direktem Haut-zu-Haut-Kontakt, wobei der Kopf zur Seite gedreht sein soll. So kann die Geburtspartner:inMutter kontinuierlichdas informieren,Gesicht begleitengut sehen, und Sicherheitdie vermitteln.Atemwege bleiben für die Sanitäter:innen kontrollierbar.
|
|
Monitoring
|
| 2 |
GeburtenunterlagePulsoxymetrie-Sensor entnehmen und unter das Beckenan der Gebärendenrechten legen.Hand oder am rechten Handgelenk anlegen.

Die Sauerstoffsättigung steigt nach der Geburt langsam an:
- bis 1 Minute nach Geburt: 60-70 %
- bis 3 Minuten nach Geburt: 70-90 %
- bis 5 Minuten nach Geburt: 80-90 %
- ab 7 Minuten nach Geburt: > 90 %
Steigt die Sauerstoffsättigung nicht, sind sofort Maßnahmen zu setzen (Sauerstoffinsufflation, ggf. Beatmung!)
|
| 3 |
Wehenbegleitung:EKG-Elektroden Diean GebärendeExtremitäten soll sich von ihrem eigenen Pressdrang leiten lassen(*). Das Vor- und Zurückweichen des kindlichen Kopfes ist normal und ein Zeichen, dass die Austreibungsphase begonnen hat.anbringen.
(*)Die "VonEKG-Elektroden ihremkönnen eigenenauch Pressdrangseitenverkehrt leitenangebracht lassen"sein ist- einees neuegeht Formulierungnur ausum die Überwachung der deutschenHerzfrequenz. S3-Leitlinie.Mutter Ältereund LiteraturKind sprichtsollen vonmöglichst "zumwenig Pressengestört anleiten"werden.
- |
das
ist
nicht
falsch, nur nicht mehr aktuell.Abnabeln
|
| 4 |
BleibtMit dem Abnabeln soll gewartet werden, bis die Nabelschnur auspulsiert ist und weiß wird. Das kann etwa 5 Minuten dauern.
Wünscht die Mutter ausdrücklich ein späteres Abnabeln ist dieser Wunsch zu respektieren (das Abnabeln erleichtert eher das Handling von Kind und Mutter; medizinisch ist das Abnabeln bei vitalen Neugeborenen nicht unbedingt erforderlich).
Für das Abnabeln muss das Bonding kurz unterbrochen werden - Kind noch einmal zwischen die Beine der KopfMutter in der Wehenpause dauerhaft am Damm sichtbar, die Gebärende aktiv zum Hecheln/Durchatmen anleiten, um eine zu schnelle Geburt zu vermeiden.
 legen.
|
| 5 |
Ist der Kopf geboren, das Gesicht mit einem TupferNabelschnur vorsichtig abwischen.anheben Esund istca. normal,20 dasscm esvom einigeNabel Presswehendes dauert,Kindes bisweg derdie restlicheerste KörperNabelschnurklemme geboren wird.

setzen |
| 6 |
Falls
sichNabelschnur zur Mutter hin etwa eine Handbreit ausstreifen und die Nabelschnurzweite umKlemme den Hals des Babys gewickelt hat:setzen.
Lockere Umschlingung: Das Baby kann in der Regel problemlos mit der Nabelschnur um den Hals geboren werden. Alternativ die Nabelschnur mit sanftem Zug vorsichtig über den Kopf des Babys streifen, um sie zu lösen.
Feste Umschlingung:
Die Mutter dazu ermutigen, weiter zu pressen, um die Geburt voranzutreiben.
Nabelschnur nicht durchtrennen: sie ist die einzig verbleibende Sauerstoffquelle.
Extrem selten: Nur, wenn die Nabelschnur so gewickelt ist, dass sie die Geburt blockiert und den Austritt des Kindes verhindert, muss sie durchtrennt werden. Das ist die Ultima Ratio und nur durchzuführen, wenn die Geburt tatsächlich unmöglich ist.
|
| 7 |
 
Das Baby rutschtNabelschnur mit einerkeimfreier DrehbewegungSchere aus der Vulva. Das Gleiten auf die Auflage darf sanft unterstützt werden.
Nicht ziehen - nicht drücken!durchschneiden.
|
| 8 |
 Das Nabelschnurende des Kindes mit keimfreiem Tupfer umhüllen und Nabelschnurrest am Kind belassen.
|
| 9 |
Der
vollständigeMütterlichen AustrittNabelschnurrest desmit Körperskeimfreiem istTupfer die Geburtszeit. Stoppuhr startenumhüllen und Zeitpunktam notierenOberschenkel (lassen).der Mutter fixieren.
 KEINEN Zug an der Nabelschnur ausüben!
|
10
|
Das
FruchtwasserKind inwieder Seitenlageauf abfließender lassen.Mutter  platzieren.
Die optimale Position für das Baby ist die Bauchlage auf der Mutter mit direktem Haut-zu-Haut-Kontakt, wobei der Kopf zur Seite gedreht sein soll. So kann die Mutter das Gesicht gut sehen, und die Atemwege bleiben für die Sanitäter:innen kontrollierbar.
|
11 | Transport
Neugeborenes beurteilen:
Muskeltonus kräftig
Atmung gut erkennbar
Herzfrequenz ≥ 100 (auskultieren)

gut adaptiertes (vitales) Neugeborenes -> hier weitermachen
schlecht adaptiertes (nicht vitales Neugeborenes) -> Neugeborenenreanimation - klicke hier für BLL
einleiten |
12 |
Das Baby sofort nach der Geburt gründlich abtrocknen, dabei besonderes Augenmerk auf den Kopf legen.

|
13 |
feuchtes Tuch entfernen, Baby in trockenes Tuch wickeln und Kopf bedecken
|
14 |

Wenn Mutter und Kind wohlauf sind, das nackte Baby (mit bedecktem Kopf) direkt auf die nackte Brust der Mutter legen (Haut-zu-Haut-Kontakt) und beide gemeinsam mit einer warmen Decke zudecken.
Unterstütze die Mutter, sodass sie stillen kann, wenn sie möchte. Stillen fördert zusätzlich die Geburt der Plazenta und kann möglicherweise das Risiko für postpartale Blutungen reduzieren.
|
15 |
Beine nicht überkreuzen (die Lagerung nach Fritsch ist erst nach der Geburt der Plazenta indiziert!) |
1610 |
Geburt der Plazenta nicht abwarten - Transport einleiten |
Quellenangaben
Ambulance Victoria: Clinical Practice Guidelines
Bundesverband Ärztliche Leitung Rettungsdienst Deutschland e.V.: Pyramidenprozess III, Ungeplante außerklinische Geburtsbegleitung
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin"
European Resuscitation Council Guidelines 2025: Newborn Resuscitation and Support of Transition of Infants at Birth
Joint Royal Colleges Ambulance Liasion Committee UK, Clinical Guidelines (2022)
Österreichisches Rotes Kreuz, Sanitäter:innen-Ausbildung (2026)
Uvnäs-Moberg, K. (2023). The physiology and pharmacology of oxytocin in labor and in the peripartum period. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 230(3S), S740–S758. https://doi.org/10.1016/j.ajog.2023.04.011
Williams B, Ross L. Paramedic Principles and Practice: A Clinical Reasoning Approach. 2. Aufl. Chatswood: Elsevier Australia (2021)
Version
| Kürzel |
Datum |
Info |
| Version SCOPMNOE 24.0 |
03/2026 |
Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!