Atem-Kreislauf-Stillstand (BLS)
(1) AED anbringen
Es ist wichtig, dass die Positionierung der Defibrillationselektroden korrekt durchgeführt wird. Standardposition: Antero-lateral (Vorderseite + linke Seite)
Rechte Elektrode: Unterhalb des rechten Schlüsselbeins, knapp rechts neben dem oberen Rand des Brustbeins.
Linke Elektrode: Auf der linken mittleren Axillarlinie, unterhalb der Achsel.
- Haut frei (ggf. rasiert) und trocken
- Richtige Position, Herstellerangaben beachten
- Kein Kontakt zu Metall / Implantaten / Piercings
- Elektroden dürfen sich nicht berühren
- Elektroden fest andrücken
- Niemand berührt den Patienten/die Patient:in während Analyse/Schock
(2) Atemwegssicherung (BLS)
(1) Larynxmaske i-gel setzen
Indikationen
- Atemwegssicherung beim Atem-Kreislauf-Stillstand gemäß
Therapieziel
- Offenhalten des Atemweges
- Ermöglichen effektiver Beatmungen
- Vermeidung von Aspiration
Kontraindikationen
- bei Atem-Kreislauf-Stillstand keine Kontraindikationen
Achtung
- Beachte die Behandlungsleitlinien zur Atemwegssicherung beim Atem-Kreislauf-Stillstand (Erwachsene).
- Auf Rettungsmittel des RKNÖ werden Larynxmasken des Typs igel (Plus) mitgeführt. Anderweitige Larynxmasken können bei Bedarf verwendet werden, wenn durch den/die Sanitäter:in beherrscht.
Benötigtes Material
Für i-gel (Plus):
- i-gel (Plus) der passenden Größe*
- Gleitmittel*
- Fixierung*
- Magensonde*
- Universalbeutel
- Absaugeinheit
- Beatmungsbeutel
- Beatmungsfilter
- Tubusverlängerung
bei konventionellen Larynxmasken zusätzlich:
- Cuffspritze
- Cuffdruckmesser
*im i-gel (Plus) Resus Pack (Austattung Rettungsmittel RKNÖ) enthalten.
Durchführung
#i-gel (Plus)
| Nr. | Maßnahme/Handlung i-gel (Plus) |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
Auswahl der passenden Maskengröße gemäß Herstellerangabe
Größentabelle
Erwachsene (i-gel Plus)
Primär soll für die Größenauswahl das Idealgewicht des/der Patient:in als Entscheidungskriterium herangezogen werden. Die Gewichtsangaben beziehen sich nicht auf das tatsächliche Körpergewicht, sondern auf das geschätzte Idealgewicht (Ideal Body Weight) der Patient:innen. (z.B. Mann mit 1.80m = 80 kg).
In der Praxis hat sich folgendes Vorgehen bewährt:
*Körpergröße mit Broca-Formel |
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| 2 | Vorbereitung Materialien | ||||||||||||||||||||
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3 |
Lagerung des Kopfes in Schnüffelposition (wenn nicht durchführbar: Lagerung des Kopfes in Neutralposition leicht nackenwärts überstreckt) |
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| 4 |
Maske aus Verpackungsrahmen entfernen |
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| 5 |
Maske mit Gleitmittel benetzen
Es ist darauf zu achten, dass keine Öffnungen am Maskenende (insb. Öffnung Atemwegskanal) durch Gleitmittel blockiert werden. |
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| 6 |
Mund so weit wie möglich öffnen Option C: Unterstützung durch weitere:n Sanitäter:in beim Öffnen des Mundes (ausreichende Ressourcen notwendig) |
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| 7 |
Maske entlang des harten Gaumens mit der Öffnung und sanftem Druck nach unten einführen bis ein federnder Widerstand zu spüren ist. Wenn möglich Einführung bis obere Zahnreihe mit schwarzer Markierung (nur bei Erw. Größen vorhanden) abschließt.
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| 8 | Suffiziente Beatmung durchführen |
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| 9 |
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| 10 | Lagekontrolle: wellenförmige Kapnografie, Auskultation, Beurteilung der Thoraxexkursion, Beschlagen der Larynxmaske | ||||||||||||||||||||
| 11 |
Magensonde in Drainagekanal einführen.
Magensonde in korrekter Größe auswählen.
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| 12 |
Universalbeutel an Magensonde abschließen. Bei Bedarf (Flüssigkeit ersichtlich) auf Absaugeinheit wechseln. |
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| # |
Fehlermanagement
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| # |
Verwendung zusätzlicher SauerstoffanschlussDie i-gel (Plus) verfügt über einen integrierten zusätzlichen Sauerstoffanschluss. Die Verwendung erfolgt bei Patient:innen mit ROSC, die eine suffiziente Eigenatmung zeigen und die i-gel (Plus) tolerieren.
Technik für die Verwendung des zusätzlichen Sauerstoffanschlusses: 2.) Die Kappe vom Sauerstoffanschluss abnehmen. 3.) Ende eines Standardsauerstoffschlauchs an den zusätzlichen Sauerstoffanschluss der i-gel (Plus) anschließen. 4.) Gewünschte Flow-Rate am Sauerstoffzufuhrsystem (maximal 8L/min) einstellen. Der Sauerstofffluss darf 8L/min nicht überschreiten. 5.) Bei erneutem Wechsel auf Beatmungssystem - Sauestoffschlauch entfernen und Kappe verschließen.
|
#Konventionelle Larynxmaske
Maßnahme/Handlung konventionelle Larynxmaske
| Nr. | Maßnahme/Handlung Larynxmaske |
|---|---|
| 1 | Wähle die passende Larynxmaske gemäß Herstellerangabe aus |
| 2 | Lagere den Kopf in Schnüffelposition |
| 3 | Stelle sicher, dass die Cuffs vollständig entleert sind |
| 4 | Gleitmittel auf die Oberseite (=die zum Gaumen zeigende Seite) aufbringen |
| 5 | Mund so weit wie möglich öffnen |
| 6 | Larynxmaske entlang des harten Gaumens mit der Öffnung nach unten einführen, bis ein federnder Widerstand zu spüren ist |
| 7 | Bei Bedarf muss die Larynxmaske mit Hilfe der Finger an der Zunge vorbeigeschoben werden. |
| 8 | Cuffs blocken |
| 9 | Beobachte, ob sich die Larynxmaske beim Blocken des Cuffs selbständig positioniert. Die Larynxmaske wird dabei (ähnlich dem Larynxtubus) ein kleines Stück aus dem Mund herausgedrückt. |
| 10 | Probebeatmung durchführen |
| 11 | Lagekontrolle: wellenförmige Kapnografie, Auskultation, Beurteilung der Thoraxexkursion, Beschlagen der Larynxmaske |
| 12 | Cuffdruck von max. 60 cm H2O sicherstellen |
| 13 | Magensonde in Drainagekanal einführen |

Video zur Anwendung der Larynxmaske (kommentiert, OP-Setting, DocCheck, ca. 2 Minuten)
Erläuterungen
Die ERC-Leitlinien 2025 empfehlen klar die i-gel gegenüber dem Larynxtubus, wenn ein supraglottischer Atemweg (SGA) verwendet wird (Abschnitt Adult Advanced Life Support / Airway and ventilation).
Die i-gel eignet sich für den Einsatz in der Reanimation und im schwierigen Airway Management. Die Maske verfügt über einen anatomisch geformten, nicht aufblasbaren Gel-Cuff, der besonders schnell eine gute Abdichtung erzeugt. Die i-gel benötigt kein Cuff-Management, keine Inflation und keine Volumenabschätzung. Die i-gel hat eine anatomisch intuitive Positionierung und in Registerdaten eine niedrigere Fehlplatzierungsrate gegenüber anderen supraglottischen Atemwegshilfen.
Die i-gel (Plus) ist eine Weiterentwicklung des i-gel und bietet einen größeren gastrischen Kanal, einen zusätzlichen Sauerstoff-Anschluss zur passiven Verabreichung, eine angepasste Cuffspitze (zur besseren Abdichtung) sowie eine optimierte Intubationsrampe (für fiberoptische Intubation). Die i-gel (Plus) ist in der Größen 3,4,5 für Erwachsene verfügbar.
Größenauswahl bei der i-gel – warum sie anhand des Körpergewichts erfolgt
Die supraglottische Atemwegshilfe i-gel wird – im Gegensatz zu einigen anderen supraglottischen Atemwegssystemen – nicht anhand der Körpergröße, sondern anhand des Körpergewichts des Patienten dimensioniert. Dabei ist wichtig:
Die Gewichtsangaben beziehen sich nicht auf das tatsächliche Körpergewicht, sondern auf das geschätzte Idealgewicht (Ideal Body Weight) des Patienten.
Die i-gel dichtet den Atemweg anders ab als viele andere supraglottische Atemwegssysteme.
Sie besitzt keinen aufblasbaren Cuff, sondern einen anatomisch geformten Gelkörper, der sich passiv an die Strukturen des Hypopharynx und des Larynx anlegt. Damit eine zuverlässige Abdichtung entsteht, muss die Maske zu folgenden anatomischen Strukturen passen:
- Hypopharynx
- Zungengrund
- Perilaryngeale Weichteile
- Epiglottisregion
Die Dimension dieser Strukturen korreliert in der Regel besser mit der Körperkonstitution bzw. dem Idealgewicht als mit der Körpergröße. Eine sehr große, aber schlanke Person kann beispielsweise einen relativ schmalen Pharynx haben, während eine kleinere Person mit starkem Übergewicht deutlich mehr Weichteilgewebe im oberen Atemweg aufweist. Deshalb ist die Körpergröße allein kein verlässlicher Parameter für die Dimension des supraglottischen Atemwegs.
Bei übergewichtigen oder adipösen Patient:innen würde eine Größenwahl nach dem tatsächlichen Gewicht häufig zu einer zu großen Atemwegshilfe führen. Das liegt daran, dass Adipositas zwar das Körpergewicht erhöht, die knöchernen und funktionellen Dimensionen des Hypopharynx jedoch kaum proportional mitwachsen.
Konventionelle Larynxmasken
Die Ausstattung der Rettungsmittel im RKNÖ wird bis 31.12.2026 auf i-gel/igel (Plus) umgestellt. In der Übergangsphase werden weiterhin vereinzelt konventionelle Larynxmasken (RTW - Größen für Kinder; NEF) mitgeführt. Diese dürfen lt. den bisherigen Vorgaben durch NKI verwendet werden - durch NFS/NKA/NKV, wenn beherrscht (alle Altersklassen). Für RS sind konventionelle Larynxmasken in der Anwendung nicht freigegeben.
Quellenangaben
- Luxem J., Runggaldier K., Karutz H., Flake F. (2020) Notfallsanitäter Heute, 7. Auflage
- Enke K., Flemming A., Hündorf H.-P., Knacke P. G., Lipp R. Rupp P. (2019) Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin , 6. Auflage
- Ambulance Victoria, Clinical Practice Guidelines (inklusive Bildmaterial)
- SIRMED - Schweizer Institut für Rettungsmedizin
- San-Erlangen, Virtuelle SanArena (inklusive Bildmaterial)
- Meier Medizintechnik (Bildmaterial)
Version
| Kürzel | Datum | Info |
|---|---|---|
| Version SCOPMNOE 24.0,1 | 03/2026 | Anpassungen i-gel (Plus) |
| Version SCOPMNOE 24.0 | 06/2024 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!bei
(2) Fehlermanagement i-gel
1) Mund öffnen erschwert / Zunge blockiert Einführung: Andere Optionen versuchen
Option A: Mit der nicht-dominanten Hand einen sanften Druck auf den Kiefer ausüben, um den Mund zu öffnen.
Option B: Chin-Lift anwenden um Mund zu öffnen.
Option C: Unterstützung durch weitere:n Sanitäter:in beim Öffnen des Mundes (ausreichende Ressourcen notwendig)
2) Frühzeitiger Widerstand oder inadäquater Abdichtung: i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen (ca. 30Grad pro Richtung). Dabei wird ein kontinuierlicher Druck nach unten ausgeübt. Zusätzlich kann eine Lageveränderung (i-gel weiter einführen oder etwas zurückziehen) zur Optimierung versucht werden.
3) Luft entweicht neben der Maske und keine Thoraxexkursion bei Beatmung: i-gel vorsichtig entfernen und andere Größe einsetzen.
4) Luft entweicht neben der Maske aber Beatmung erfolgreich (Thoraxexkursion bei Beatmung): i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen bis bessere Abdichtung bemerkbar - Fokus liegt auf gut funktionierender Beatmung. Wenn Beatmung ineffektiv - siehe Punkt 2. Minimale Leckagen - bei gut funktionierender Beatmung - können toleriert werden.
5) Maske verlagert sich bei Bewegung des Patienten/der Patientin: Fixierband korrekt anlegen und bei Transfer des Patienten/der Patientin zusätzlich manuell sichern. Lage der Maske regelmäßig kontrollieren.
6) Magensonde lässt sich nur minimal vorschieben: Benetzung mit Gleitgel optimieren, Magensonde mehrfach in Öffnung einführen und zurückziehen
Ablaufgrafik Larynxtubus (verfügbar bis: 31.12.2026)
Ablaufgrafik für die Übergangszeit (bis 31.12.2026) wobei Larynxmasken des Typs i-gel sowie Larnyxtuben in der Ausstattung vorgehalten werden.
Vorgehen bei Beatmungsproblemen
- Das Bearbeiten von Beatmungsproblemen darf die hochqualitative Herzdruckmassage und die Defibrillation nicht gefährden.
- Ziel der Bemühungen zur Beatmung ist, dass Sauerstoff in die Lunge kommt!
- Bei der Beutel-Masken Beatmung ist als Standard die Doppel-C Griff Beatmung mit Guedeltubus durchzuführen.
- Scheitern alle Bemühungen zur Beatmung, ist eine dicht aufgesetzte Sauerstoffmaske (mit Reservoir) und höchstmöglicher Sauerstoff-Abgabemenge durchzuführen. Dies unterstützt die passive Oxygenierung bei laufenden Thoraxkompressionen, bis eine effektive Beatmung/Atemwegssicherung möglich ist. Das Ziel bleibt trotzdem, Beatmungen durchzuführen.
Empfohlener Aufbau der Beatmungsstruktur
Von Patient:in beginnend:
- Larynxmaske [i-gel (Plus)]
- Tubusverlängerung (Gänsegurgel) (wenn verfügbar)
- Beatmungsfilter
- Sensor Kapnometrie/Kapnographie (wenn verfügbar)
- Beatmungsbeutel (Alternativ: Beatmungseinheit)
Hinweis: Bei der Verwendung eines SGA kann der Beatmungsbeutel konnektiert bleiben und die Defibrillation normal durchgeführt werden. Der Beutel kann in der Hand gehalten oder abgelegt (nicht direkt auf den Brustkorb) werden (Gänsegurgel).
Quellenangaben
ERC-Guidelines 2025: Adult Basic Life Support
ÖRK Sanitäter_innen Ausbildung (Juli 2026)
Erläuterungen
Die Behandlungsleitlinie basiert auf den Empfehlungen des Österreichischen Roten Kreuzes sowie der ERC-Guidelines 2025. Dabei werden Elemente des Advanced Life Supports (supraglottische Atemwegshilfen) auch durch Rettungssanitäter:innen angewendet, um eine effektive Beatmung der Patient:innen zu gewährleisten.
Version
| Version BLLNOE 24.1 |
05/2026 |
Anpassungen der Ablaufgrafik mit Integration der i-gel als supraglottische Atemwegshilfe. Aktualisierungen der Erläuterungen sowie dem Vorgehen bei Beatmungsproblemen. |
| Version BLLNOE 24.0.2 |
03/2025 |
Änderung Darstellung Klappboxen |
| Version BLLNOE 24.0.1 |
12/2024 |
Erläuterung hinzugefügt |
| Version BLLNOE 24.0 |
06/2024 |
Darstellung nach neuem Designkonzept |
| Version 1.1 | 12/2021 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!
(3) Mithilfe bei weiterer Versorgung
Rettungssanitäter:innen sollen die Grundzüge der weiteren Versorgungsschritte durch ALS Personal (NFS/NKx/NA) kennen um bei der Versorgung adäquat unterstützen zu können. Ein Überblick über die Maßnahmen finden sich in der Behandlungsleitlinie Atem-Kreislauf-Stillstand (ALS).
Je nach Situation und Anzahl an anwesendem Personal kann es notwendig sein, dass Rettungssanitäter:innen unterschiedliche Aufgaben in der Zusammenarbeit mit ALS Personal übernehmen. Nachfolgend finden sich Elemente, welche regelhaft im Zuge von Atem-Kreislauf-Stillstand Versorgung vorkommen.
CPR durchführen
Die Durchführung hochqualitativer Thoraxkompressionen ist ein essentieller Bestandteil der Versorgung und die durchführenden Sanitäter:innen sollten sich spätestens alle 2 Minuten abwechseln. Ein aktives Anbieten der Übernahme an den/die Teamleader:in, kann sinnvoll sein.
Unterstützung bei der Vorbereitung von i.v. Zugang und Medikamenten
Im Rahmen der ALS-Maßnahmen wird ein i.v. Zugang etabliert und an spezifischen Momenten werden Medikamente (Adrenalin/ Amiodaron) verabreicht. Rettungssanitäter:innen sollen dabei - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - bei der Vorbereitung unterstützen. Der Zeitpunkt der Verabreichung der Medikamente hängt davon ab, ob es sich um einen schockbaren oder nicht-schockbaren Rhythmus handelt.
Bei nicht schockbarem Rhythmus werden i.v. Zugang sowie Adrenalin sofort benötigt. Das Adrenalin wird so früh wie möglich verabreicht und danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) eine weitere Dosis wiederholt.
Bei schockbarem Rhytmus werden i.v. Zugang, Adrenalin sowie Amiodaron nach dem 3. Schock benötigt. Die Gabe von Adrenalin wir danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) wiederholt. Ebenso wird nach dem 5. Schock nochmals Amiodaron in einer geringeren Dosierung gegeben.
Vorbereitung Adrenalin
Adrenalin 1:10.000 (L-Adrenalin®) | intravenös | Erwachsene
Vorbereitung Amiodaron
Amiodaron | intravenös | CPR | Erwachsene
| Dosierung |
nach dem 3. Schock: 300 mg nach dem 5. Schock: 150 mg |
|---|---|
| Maximaldosis | 450 mg |
| Zubereitung |
Nicht verdünnen |
| Kontraindikationen | beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine |
| Nebenwirkungen | beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine relevanten |
| Schwangerschaft/ |
Verabreichung möglich. |
Achtung
Der beschriebene Ablauf ist zur Übersicht und Unterstützung bei der Vorbereitung der Medikamente gedacht.
Eine eigenverantwortliche Durchführung/Verabreichung durch Rettungssanitäter:innen ist nicht erlaubt!
Unterstützung bei der erweiterten Atemwegssicherung (ALS)
Notfallsanitäter:innen sowie Notärzte/Notärztinnen legen einen großen Fokus auf eine effektive Beatmung. Dazu kann es notwendig sein das Atemwegsmanagement anzupassen und beispielsweise mit einer Beutel-Masken-Beatmung zu beginnen und erst im Verlauf ein anderes Atemwegsdevice zu verwenden. Genauso werden Notfallsanitäter:innen NKI sowie Notärzte/Notärztinnen frühzeitig eine endotracheale Intubation durchführen.
Als Rettungssanitäter:in ist es wichtig zu wissen, dass gegebenenfalls durch ALS Personal vom Standardablauf der Atemwegssicherung (BLS) abgewichen wird und im weiteren Verlauf Unterstützung angeboten werden soll, wo man - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - mitwirken kann. Dies kann beispielsweise die Vorbereitung von Materialien oder das zwischenzeitliche Beatmen mit Beatmungsbeutel umfassen.
Notfallsanitäter:innen führen ihre Atemwegssicherung nach der Behandlungsleitlinie Atemwegssicherung (ALS) bei Atem-Kreislauf-Stillstand (ab NFS) durch.
(4) ROSC: nach ABCDE vorgehen
Verlinkung auf ROSC BLL?
Während der Reanimation
- Führe hochqualitivate Thoraxkompressionen (Frequenz 100-120/min, Tiefe 5-6 cm, vollständige Entlastung) durch
- Minimiere Unterbrechungen der Thoraxkompressionen
- AED schnellstmöglich anbringen
-
Defibrillation möglichst früh, mit minimaler Pause vor/nach dem Schock
-
Effektive Beatmung mit Sauerstoff
- Regelmäßiger Wechsel (spätestens alle 2 Minuten) bei der Durchführung der Thoraxkompressionen
Therapieziel
Wiederkehr des Spontankreislaufes mit möglichst wenig Folgeschäden
Quellenangaben
ERC-Guidelines 2025: Adult Basic Life Support
ÖRK Sanitäter_innen Ausbildung (Jänner 2024)
Erläuterungen
Die höchste Priorität liegt bei der qualitativ hochwertigen Herzdruckmassage. Dabei müssen Drucktiefe und Frequenz korrekt sein. Feedback-Systeme (z.B. Metronom) können helfen, diese Parameter zu überwachen und sollten deswegen, wenn vorhanden, verwendet werden. Spätestens alle 2 Minuten wird das Teammitglied, das gerade die Herzdruckmassage durchführt, im Sinne der qualitativ hochwertigen Thoraxkompressionen abgelöst.
Die Defibrillationselektroden müssen fest auf den nackten und trockenen Brustkorb aufgeklebt werden. Eine Pause der Thoraxkompressionen ist bei klassischer Positionierung der Elektroden nicht notwendig.
Mit der Sicherung der Atemwege und der Beatmung soll möglichst früh begonnen werden. Bei zumindest drei Sanitäter:innen vor Ort kann dies auch gleichzeitig mit dem Anbringen der Defibrillationselektroden erfolgen.
Version
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!



















