Bradykardie
{{@410}} {{@558}} {{@559}} {{@347}} {{@377}}
Propofol{{@561}}
(1) Anzeichen für Lebensgefahr
- Hämodynamische Instabilität oder kardiogener Schock
- Synkope im Rahmen des aktuellen Ereignisses
- Anzeichen für Myokardischämie (Brustschmerzen, ACS-Verdacht?)
- ausgeprägte Herzinsuffizienz
Entscheidend ist der klinische Eindruck: Patient:in wirkt schwerkrank und instabil?
Quelle: European Resuscitation Council Guidelines 2021: Adult advanced life support
(2) Asystolie-Risiko
- kürzliche Asystolie (=Patient:in wurde vor kurzem reanimiert)
- AV-Block II° Typ Mobitz 2 (PQ-Zeit bleibt gleich, dann fällt ein QRS-Komplex aus, meist regelmäßig 2:1, 3:1...)
- AV-Block III° mit breitem QRS-Komplex (Beginn Q-Zacke bis Beginn der ST-Strecke > 120 ms = 3 mm)
- Pausen zwischen QRS-Komplexen > 3 s (=75mm)
Quelle: European Resuscitation Council Guidelines 2021: Adult advanced life support
Grafiken: Npatchet via Wikimedia Commons (AVB II°), Life in the Fast Lane (AVB III°)
Therapieziel
- Erkennen von Patient:innen, die eine unmittelbare Therapie benötigen
- Verhindern des Atem-Kreislauf-Stillstandes
Erläuterungen
Die Behandlungsleitlinie entspricht den ERC-Guidelines 2021.
Insbesondere in der aktuelleren Literatur ist die Atropingabe bei kritischen Patient:innen ("im bradykarden Peri-Arrest") umstritten, da Atropin nicht immer zuverlässig wirkt. Adrenalin hingegen ist deutlich potenter, sicherer und schneller wirksam. Es wird sich zeigen, ob die ERC-Leitlinien 2025 eine Änderung bringen. Bis dahin erscheint es sinnvoll, Atropin eher bei symptomatischer Bradykardie (behandlungsbedürftig ja, akute Lebensgefahr nein) zu verwenden und Adrenalin beim bradykarden Peri-Arrest.
Blogartikel von dasFOAM (2017) inkl. Links zu allen angeführten Quellen zur Diskussion Atropin vs. Adrenalin.
Version
Version BLLNOE 24.0 |
12/2024 |
Ursprungsversion |
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