Atem-Kreislauf-Stillstand (BLS) (Kinder)

(1) Hole Hilfe
Bei einer laufenden Reanimation müssen Advanced-Life-Support-Maßnahmen so rasch wie möglich eingeleitet und kontinuierlich aufrechterhalten werden. Um dies sicherzustellen, sind ein Notarztmittel und weitere Sanitäter:innen zur Unterstützung notwendig. Die Nachforderung eines Notarztmittels muss frühzeitig erfolgen - ebenso soll die Anforderung weiterer Rettungsmittel (RTW, RTW-C), welche mit Advanced-Life-Support (ALS) Personal (NFS/NKx) besetzt sind, rasch geprüft werden.
(2) Keine eindeutigen Lebenszeichen feststellbar
Sanitäter:innen achten während und anschließend an die 5 initialen Beatmungen auf eindeutige Lebenszeichen. Bei Unsicherheit kann eine erneute Beurteilung der Atmung durchgeführt werden. Bei fehlenden eindeutigen Lebenszeichen wird sofort mit der Wiederbelebung 15:2 begonnen
(3) AED anbringen
Sicherheitshinweise
- Haut frei (ggf. rasiert) und trocken
- Richtige Position, Herstellerangaben beachten
- Kein Kontakt zu Metall / Implantaten / Piercings
- Elektroden dürfen sich nicht berühren
Indikationen
- Kammerflimmern (VF)
- Pulslose ventrikuläre Tachykardie (pVT)
Therapieziel
- Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus
- Erreichen einer ausreichenden Pumpleistung des Herzens
Kontraindikationen
- keine
Sicherheitshinweise
- Haut frei (ggf. rasiert) und trocken
- Richtige Position, Herstellerangaben beachten
- Kein Kontakt zu Metall / Implantaten / Piercings
- Elektroden dürfen sich nicht berühren
Benötigtes Material
- Halbautomatischer Defibrillator
Durchführung
corpuls³
| Nr. | Maßnahme/Handlung |
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| 1 | Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 2 |
Elektrodengröße auswählen
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| 3 |
Therapieelektrdoen antero-lateral (AL) aufkleben
In folgenden Situationen soll alternativ die antero-posteriore Position der Therapieelektroden erwogen werden:
Beachte: Bei der antero-posterioren Position der Therapieelektroden muss die rechte Elektrode (RA) auf dem Rücken und die linke Elektrode (LL) auf dem Brustkorb angebracht werden.
Defibrilator-Padpositionen
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| 4 |
Therapieelektroden fest andrücken |
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| 5 |
AED-Modus des Defibrillators starten |
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| 6 |
Defibrillationsenergie einstellen
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| 7 |
Rhythmusanalyse des Defibrillators starten Beachte: Die Herzdruckmassage soll möglichst erst unmittelbar vor der Analyse unterbrochen werden. |
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| 8 |
Analyse-/Ladephase des Defibrillators abwarten Achtung: Bei corpuls³ ist keine Herzdruckmassage während der Analyse-/Ladephase möglich! Erkennt der Notfallsanitäter einen eindeutig nicht schockbaren Rhythmus, muss die Analyse nicht vollständig abgewartet werden und die Herzdruckmassage kann sofort wieder begonnen werden. |
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| 9 |
Warnung an das Team: "ACHTUNG SCHOCK!" Patienten nicht berühren |
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| 10 | Schock auslösen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 11 | Herdruckmassage unmittelbar ohne Kreislaufkontrolle fortsetzen |
LIFEPAK CR2
| Nr. | Maßnahme/Handlung |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen | |||||||||
| 2 |
AED-Modus des Defibrillators starten.
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| 3 |
Therapieelektrdoen antero-lateral (AL) aufkleben
In folgenden Situationen soll alternativ die antero-posteriore Position der Therapieelektroden erwogen werden:
Beachte: Bei der antero-posterioren Position der Therapieelektroden muss die rechte Elektrode (RA) auf dem Rücken und die linke Elektrode (LL) auf dem Brustkorb angebracht werden.
Defibrilator-Padpositionen
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| 4 |
Therapieelektroden fest andrücken |
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| 5 |
Rhythmusanalyse des Defibrillators starten Beachte: Die Herzdruckmassage soll möglichst erst unmittelbar vor der Analyse unterbrochen werden. |
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| 6 |
Analyse-/Ladephase des Defibrillators abwarten Achtung: Bei LIFEPAK CR2 ist keine Herzdruckmassage während der Analyse-/Ladephase möglich! |
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| 7 |
Warnung an das Team: "ACHTUNG SCHOCK!" Patienten nicht berühren |
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| 8 | Schock auslösen | |||||||||
| 9 | Herdruckmassage unmittelbar ohne Kreislaufkontrolle fortsetzen |
Quellenangaben
European Resuscitation Council Guidelines 2025 Paediatric Life Support
Corpuls 3 Gebrauchsanweisung
Lifepak CR2 Gebrauchsanweisung
Version
| Kürzel | Datum | Info |
|---|---|---|
| Version SCOPMNOE 24.0 | 03/2026 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!
(4) Atemwegssicherung (BLS KInder)

(1) Larynxmaske i-gel setzen
Indikationen
- Atemwegssicherung beim Atem-Kreislauf-Stillstand gemäß
Therapieziel
- Offenhalten des Atemweges
- Ermöglichen effektiver Beatmungen
- Vermeidung von Aspiration
Kontraindikationen
- bei Atem-Kreislauf-Stillstand keine Kontraindikationen
Achtung
- Beachte die Behandlungsleitlinien zur Atemwegssicherung beim Atem-Kreislauf-Stillstand (Kinder).
- Auf Rettungsmittel des RKNÖ werden Larynxmasken des Typs igel mitgeführt. Anderweitige Larynxmasken können bei Bedarf verwendet werden, wenn durch den/die Sanitäter:in beherrscht.
Benötigtes Material
Für i-gel:
- i-gel der passenden Größe
- Gleitmittel
- Material für Fixierung (Leukosilk)
- Absaugeinheit
- Beatmungsbeutel
- Beatmungsfilter
bei konventionellen Larynxmasken zusätzlich:
- Cuffspritze
- Cuffdruckmesser
Durchführung
#i-gel
Erläuterungen
Die ERC-Leitlinien 2025 empfehlen die Anwendung von i-gel oder anderen supraglottischen Atemwegsdevices bei kritisch kranken/verletzten Kindern, wenn die Anwender:innen kompetent im Umgang damit sind. (Abschnitt Adult Paediatric Life Support / Principles of the management of the critically ill or injured child).
Ebenso konstatieren die ERC-Guidelines 2025, dass ein supraglottisches Atemwegsdevice - als Alternative zur Beutel-Masken-Beatmung - in der Reanimation verwendet werden soll, wenn eine endotracheale Intubation durch die Anwender:innen nicht durchgeführt werden kann. (Abschnitt Adult Paediatric Life Support / Oxygenation and ventilation during PALS).
Größenauswahl bei der i-gel – warum sie anhand des Körpergewichts erfolgt
Die supraglottische Atemwegshilfe i-gel wird – im Gegensatz zu einigen anderen supraglottischen Atemwegssystemen – nicht anhand der Körpergröße, sondern anhand des Körpergewichts des Patienten dimensioniert. Dabei ist wichtig:
Die Gewichtsangaben beziehen sich nicht auf das tatsächliche Körpergewicht, sondern auf das geschätzte Idealgewicht (Ideal Body Weight) des Patienten.
Die i-gel dichtet den Atemweg anders ab als viele andere supraglottische Atemwegssysteme.
Sie besitzt keinen aufblasbaren Cuff, sondern einen anatomisch geformten Gelkörper, der sich passiv an die Strukturen des Hypopharynx und des Larynx anlegt. Damit eine zuverlässige Abdichtung entsteht, muss die Maske zu folgenden anatomischen Strukturen passen:
- Hypopharynx
- Zungengrund
- Perilaryngeale Weichteile
- Epiglottisregion
Die Dimension dieser Strukturen korreliert in der Regel besser mit der Körperkonstitution bzw. dem Idealgewicht als mit der Körpergröße. Eine sehr große, aber schlanke Person kann beispielsweise einen relativ schmalen Pharynx haben, während eine kleinere Person mit starkem Übergewicht deutlich mehr Weichteilgewebe im oberen Atemweg aufweist. Deshalb ist die Körpergröße allein kein verlässlicher Parameter für die Dimension des supraglottischen Atemwegs.
Bei übergewichtigen oder adipösen Patient:innen würde eine Größenwahl nach dem tatsächlichen Gewicht häufig zu einer zu großen Atemwegshilfe führen. Das liegt daran, dass Adipositas zwar das Körpergewicht erhöht, die knöchernen und funktionellen Dimensionen des Hypopharynx jedoch kaum proportional mitwachsen.
Status "freigegeben, wenn beherrscht"
Die i-gel bei Kindern wird für alle Qualifikationsstufen auf der Stufe „freigegeben, wenn beherrscht“ geführt. Hintergrund ist, dass aktuell im Roten Kreuz Niederösterreich nicht in ausreichendem Ausmaß Kinder- und Säuglingssimulatoren mit geeigneten Atemwegen zur Verfügung stehen, um alle Sanitäter:innen flächendeckend darauf zu schulen.
Klares Ziel ist, in den kommenden Jahren ausreichend geeignete Kinder- und Säuglingssimulatoren anzuschaffen und damit alle Sanitäter:innen auch auf die i-gel bei Kindern zu schulen. Perspektivisch soll der Scope-of-Practice-Eintrag „i-gel Kinder“ – je nach verfügbaren Ressourcen – per Ende 2027 oder Ende 2028 von „freigegeben, wenn beherrscht“ auf „freigegeben“ umgestellt werden.
Quellenangaben
- Intersurgical, i-gel paediatric information sheet (inklusive Bildmaterial)
- Enke K., Flemming A., Hündorf H.-P., Knacke P. G., Lipp R. Rupp P. (2019) Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin , 6. Auflage
- SIRMED - Schweizer Institut für Rettungsmedizin
- Special Care. (2020). iGel LMA newborn resuscitation [Video]. YouTube. (inklusive Bildmaterial)
- Kevin Mackey (2023). Pediatric iGel Training [Video]. YouTube. (inklusive Bildmaterial)
- San-Erlangen, Virtuelle SanArena (inklusive Bildmaterial)
- Meier Medizintechnik (Bildmaterial)
Version
| Kürzel | Datum | Info |
|---|---|---|
| Version SCOPMNOE 24.0 | 03/2026 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!bei
(2) Fehlermanagement i-gel
1) Mund öffnen erschwert / Zunge blockiert Einführung: Andere Optionen versuchen
Option A: Mit der nicht-dominanten Hand einen sanften Druck auf den Kiefer ausüben, um den Mund zu öffnen.
Option B: Chin-Lift anwenden um Mund zu öffnen.
Option C: Unterstützung durch weitere:n Sanitäter:in beim Öffnen des Mundes (ausreichende Ressourcen notwendig)
2) Frühzeitiger Widerstand oder inadäquater Abdichtung: i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen (ca. 30Grad pro Richtung). Dabei wird ein kontinuierlicher Druck nach unten ausgeübt. Zusätzlich kann eine Lageveränderung (i-gel weiter einführen oder etwas zurückziehen) zur Optimierung versucht werden.
3) Luft entweicht neben der Maske und keine Thoraxexkursion bei Beatmung: i-gel vorsichtig entfernen und andere Größe einsetzen.
4) Luft entweicht neben der Maske aber Beatmung erfolgreich (Thoraxexkursion bei Beatmung): i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen bis bessere Abdichtung bemerkbar - Fokus liegt auf gut funktionierender Beatmung. Wenn Beatmung ineffektiv - siehe Punkt 2. Minimale Leckagen - bei gut funktionierender Beatmung - können toleriert werden.
5) Maske verlagert sich bei Bewegung des Patienten/der Patientin: Fixierband korrekt anlegen und bei Transfer des Patienten/der Patientin zusätzlich manuell sichern. Lage der Maske regelmäßig kontrollieren.
6) Magensonde lässt sich nur minimal vorschieben: Benetzung mit Gleitgel optimieren, Magensonde mehrfach in Öffnung einführen und zurückziehen
Ablauf ohne supraglottische Atemwegshilfe
Die Larynxmaske i-gel wird in Kindergrößen im RKNÖ nur auf RTW und NEF vorgehalten. Sollte ein Atem-Kreislauf-Stillstand bei einem Kind durch ein BLS-Team auf einem Rettungsmittel ohne dieser Ausstattung bzw. als First-Responder erfolgen, so ist der Ablauf mit Beutel-Masken Beatmung durchzuführen.
Der Ablauf bleibt ansonsten ident.
#5 initiale Beatmungen
#CPR 15:2 starten (mit Beutel-Masken Beatmung; Doppel C-Griff)
#AED anbringen
#weiterer Ablauf
Vorgehen bei Beatmungsproblemen
- Das Bearbeiten von Beatmungsproblemen darf die hochqualitative Herzdruckmassage nicht unnötig unterbrechen. Bei Kindern hat die Beatmung jedoch höchste Priorität!
- Im Normalfall lassen sich Kinder einfach Beutel-Masken-beatmen. Bei schlecht funktionierenden Beatmungen ist fast immer die Kopfposition das Problem: Passe die Kopfposition etwas zum Körper des Kindes oder zu dir hin an.
- Besonders bei kleineren Kindern kann es sinnvoll sein, den Körper z.B. auf einem zusammengefalteten Handtuch etwas höher zu lagern, sodass der Kopf dauerhaft in Neutralstellung zu liegen kommt.
- Bei der Beutel-Masken Beatmung ist als Standard die Doppel-C Griff Beatmung durchzuführen.
Empfohlener Aufbau der Beatmungsstruktur bei Verwendung i-gel
Von Patient:in beginnend:
- Larynxmaske [i-gel]
- Bei Kindern KEINE Tubusverlängerung (Gänsegurgel) verwenden!
- Kinder-Beatmungsfilter (wenn kein passender Kinder-Beatmungsfilter zur Verfügung steht, KEINEN Filter verwenden!)
- Sensor Kapnometrie/Kapnographie (wenn verfügbar)
- Beatmungsbeutel (Alternativ: Beatmungseinheit)
Hinweis: Bei der Verwendung eines SGA kann der Beatmungsbeutel konnektiert bleiben und die Defibrillation normal durchgeführt werden. Der Beutel soll in der Hand gehalten werden.
Quellenangaben
ERC-Guidelines 2025: Paediatric Life Support
ÖRK Sanitäter_innen Ausbildung (Juli 2026)
Erläuterungen
Die Behandlungsleitlinie basiert auf den Empfehlungen des Österreichischen Roten Kreuzes sowie der ERC-Guidelines 2025. Dabei werden Elemente des Advanced Life Supports (supraglottische Atemwegshilfen) auch durch Rettungssanitäter:innen angewendet, um eine effektive Beatmung der Patient:innen zu gewährleisten.
Version
| Version BLLNOE 24.1 |
05/2026 |
Anpassungen der Ablaufgrafik mit Integration der i-gel als supraglottische Atemwegshilfe. Aktualisierungen der Erläuterungen sowie dem Vorgehen bei Beatmungsproblemen. |
| Version BLLNOE 24.0.2 |
03/2025 |
Änderung Darstellung Klappboxen |
| Version BLLNOE 24.0.1 |
12/2024 |
Erläuterung hinzugefügt |
| Version BLLNOE 24.0 |
06/2024 |
Darstellung nach neuem Designkonzept |
| Version 1.1 | 12/2021 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!
(5) Mithilfe bei weiterer Versorgung
Rettungssanitäter:innen sollen die Grundzüge der weiteren Versorgungsschritte durch Advanced-Life-Support (ALS) Personal (NFS/NKx/NA) kennen um bei der Versorgung adäquat unterstützen zu können. Ein Überblick über die Maßnahmen finden sich in der Behandlungsleitlinie Atem-Kreislauf-Stillstand (ALS).
Je nach Situation und Anzahl an anwesendem Personal kann es notwendig sein, dass Rettungssanitäter:innen unterschiedliche Aufgaben in der Zusammenarbeit mit ALS Personal übernehmen. Nachfolgend finden sich Elemente, welche regelhaft im Zuge von Atem-Kreislauf-Stillstand Versorgung vorkommen. In Abstimmung mit dem/der Teamleader:in soll nach Bedarf sowie nach persönlicher Kompetenz eine Unterstützung angeboten/durchgeführt werden.
CPR durchführen

Die Durchführung hochqualitativer Thoraxkompressionen ist ein essentieller Bestandteil der Versorgung und die durchführenden Sanitäter:innen sollten sich spätestens alle 2 Minuten abwechseln. Ein aktives Anbieten der Übernahme an den/die Teamleader:in, kann sinnvoll sein.
Unterstützung bei der Vorbereitung von i.v. Zugang und Medikamenten

Im Rahmen der ALS-Maßnahmen wird ein i.v. Zugang etabliert und an spezifischen Momenten werden Medikamente (Adrenalin/ Amiodaron) verabreicht. Rettungssanitäter:innen sollen dabei - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - bei der Vorbereitung unterstützen. Der Zeitpunkt der Verabreichung der Medikamente hängt davon ab, ob es sich um einen schockbaren oder nicht-schockbaren Rhythmus handelt.
Bei nicht schockbarem Rhythmus werden i.v. Zugang sowie Adrenalin sofort benötigt. Das Adrenalin wird so früh wie möglich verabreicht und danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) eine weitere Dosis wiederholt.
Bei schockbarem Rhytmus werden i.v. Zugang, Adrenalin sowie Amiodaron nach dem 3. Schock benötigt. Die Gabe von Adrenalin wir danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) wiederholt. Ebenso wird nach dem 5. Schock nochmals Amiodaron in einer geringeren Dosierung gegeben.
Vorbereitung Adrenalin
Adrenalin 1:10.000 (L-Adrenalin®) | intravenös | Kinder
| Dosierung | 0,01 mg/kg KG (max 1 mg) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Art |
schockbarer Rhythmus: nach dem 3. Schock alle 3-5 Minuten nicht schockbarer Rhythmus: so früh wie möglich alle 3-5 Minuten |
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| Zubereitung | Bei Verwendung von L-Adrenalin® gilt: 0,1 ml/kg KG | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Hilfestellung Dosierung |
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| Kontraindikationen | beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nebenwirkungen | beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine relevanten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Schwangerschaft/ |
Verabreichung möglich. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Vorbereitung Amiodaron
Amiodaron | intravenös | CPR | Kinder
| Dosierung |
nach dem 3. Schock: 5 mg/kg KG (max 300 mg) nach dem 5. Schock: 5 mg/kg KG (max 150 mg) |
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| Maximaldosis | 450 mg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zubereitung | Nicht verdünnen Bei Verwendung von Amiodaron (50 mg/ml) gilt: 0,1 ml/kg KG |
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| Hilfestellung Dosierung |
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| Kontraindikationen | beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nebenwirkungen | beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine relevanten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Schwangerschaft/ |
Verabreichung möglich. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Achtung
Der beschriebene Ablauf ist zur Übersicht und Unterstützung bei der Vorbereitung der Medikamente gedacht.
Eine eigenverantwortliche Durchführung/Verabreichung durch Rettungssanitäter:innen ist nicht erlaubt!
Unterstützung bei der erweiterten Atemwegssicherung (ALS)
Notfallsanitäter:innen sowie Notärzte/Notärztinnen legen einen großen Fokus auf eine effektive Beatmung. Dazu kann es notwendig sein das Atemwegsmanagement anzupassen und beispielsweise mit einer Beutel-Masken-Beatmung zu beginnen und erst im Verlauf ein anderes Atemwegsdevice zu verwenden. Genauso werden Notärzte/Notärztinnen frühzeitig eine endotracheale Intubation durchführen.
Als Rettungssanitäter:in ist es wichtig zu wissen, dass gegebenenfalls durch ALS Personal vom Standardablauf der Atemwegssicherung (BLS) abgewichen wird und im weiteren Verlauf Unterstützung angeboten werden soll, wo man - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - mitwirken kann. Dies kann beispielsweise die Vorbereitung von Materialien oder das zwischenzeitliche Beatmen mit Beatmungsbeutel umfassen.
Notfallsanitäter:innen führen ihre Atemwegssicherung nach der Behandlungsleitlinie Atemwegssicherung (ALS) bei Atem-Kreislauf-Stillstand (Kinder) durch.
Unterstützung bei einsatztaktischen Überlegungen sowie Abtransport

Neben der notfallmedizinischen Versorgung der Patient:innen spielen auch einsatztaktische Überlegungen (frühzeitige Planung von Abtransport bzw. Organisation weiterer Unterstützung) eine wichtige Rolle in der Behandlung. Dabei können Rettungssanitäter:innen - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - unterstützen und wichtige organisatorische Elemente (z.B. Kommunikation mit Leitstelle/anderen Rettungsmitteln) übernehmen.
Psychosoziale Unterstützung anbieten - Expert:innen organisieren

Rettungssanitäter:innen können während/nach einer Reanimation eine wichtige Rolle im Bereich der psychosozialen Unterstützung einnehmen. Folgende Elemente sollen beachtet werden und je nach Bedürfnis der anwesenden Personen angeboten werden:
- Familien/Angehörige sollen die Möglichkeit erhalten, während der Reanimation anwesend zu sein, wenn sie dies wünschen. Rettungssanitäter:innen können diese Möglichkeit anbieten und die Personen dabei unterstützen.
- Ersthelfer:innen bzw. Notfallzeugen soll eine psychosoziale Unterstützung (Krisenintervention) angeboten werden. Rettungssanitäter:innen können diese Unterstützung anbieten und anfordern.
- Angehörige/anwesende Personen benötigen strukturierten Zugang zu psychosozialer Betreuung (Krisenintervention). Dies gilt für Überlebende sowie für Angehörige/Familien verstorbener Patient:innen. Rettungssanitäter:innen können diese Unterstützung anbieten und anfordern.
| Gesundheitsdienstleister | relevante Indikationen für den Rettungsdienst | Kontakt |
|---|---|---|
|
Krisenintervention |
Verfügbarkeit: 0-24h
|
Leitstelle |
(6) ROSC
Herzdruckmassage und Beatmung werden so lange durchgeführt, bis eindeutige Lebenszeichen feststellbar sind.
Setzt die normale Atmuung und der Kreislauf wieder ein (=ROSC; "return of spontaneous circulation / Wiedererlangung eines eigenen Kreislaufes) werden die Wiederbelebungsmaßnahmen beendet. Einen Verdacht darauf, kann man durch einen Gegendruck bei Beatmungen und Bewegungen des/der Patient:in erhalten. Der Verdacht soll im Team abgesprochen und kontrolliert werden.
Für die Kontrolle der Atmung, bei einer liegenden i-gel, diskonnektiert man den Beatmungsbeutel und kontrolliert ob eine normale Atmung feststellbar ist (Hören = Ohr an Filter/Tubus; Sehen/Fühlen = Hebung des Brutskorbs). Sollte sich das Team sicher sein, dass es Lebenszeichen gibt, geht man von einem ROSC aus.
Im Zweifelsfall werden die Wiederbelebungsmaßnahmen fortgesetzt.
(7) Eigenatmung unterstützen oder Beatmung fortführen
Zeigt das Kind eine Eigenatmung (Brustkorb hebt und senkt sich in normaler Frequenz bei diskonnektiertem Beatmungsbeutel) wird die i-gel - so lange diese toleriert wird - belassen. Der Beatmungsbeutel wird diskonnektiert und über eine O2-Maske wird Sauerstoff verabreicht, bis eine Sauerstoffsättigung erhoben werden kann. Die Zielsättigung ist 94%-98% - die O2-Gabe wird bei Erreichen dieser Werte angepasst. Sollte keine i-gel gesetzt worden sein, wird Sauerstoff über eine O2-Maske verabreicht.
Sollte das Kind eine langsame Eigenatmung (Kind: <16/min / Säugling: <30/min) zeigen, jedoch Lebenszeichen vorliegen, so wird der/die Patient:in weiter über die i-gel beatmet, sodass insgesamt eine adäquate Frequenz der Beatmung (bzw. Eigenatmung) stattfindet.
Sollte das Kind die i-gel nicht mehr tolerieren, wird diese entfernt und Sauerstoff über eine O2-Maske [wenn Pulsoximeter möglich: nach Zielsättigung (94%-98%)] verabreicht.
(8) Normale Körpertemperatur sicherstellen
Das Ziel ist es eine normale Körpertemperatur sicherzustellen. Kinder während der Reanimation bzw. ROSC-Patient:innen sollen in normaltemperierten Innenräumen nicht zugedeckt werden. Ausnahme von dieser Regelung sind unterkühlte Kinder, verletzte Kinder (insbesondere SHT, Polytrauma) sowie Säuglinge nach der Geburt - diese werden auch in Innenräumen zugedeckt.
(9) Achte auf erneuten Kreislaufstillstand
Der Zustand nach dem ROSC ist höchst kritisch, da es jederzeit zum erneuten Atem-Kreislauf-Stillstand kommen kann. Die Atmung (und bei Möglichkeit der Puls) müssen dauerhaft überprüft werden. Wenn möglich sind immer mindestens zwei Sanitäter:innen bereit die Reanimation zu beginnen. Die Medizinprodukte (inkl. Defibrillationselektroden) bleiben einsatzbereit.
Beim geringsten Verdacht auf einen erneuten Atem-Kreislauf-Stillstand muss die Reanimation sofort begonnen werden.
Ablauf ohne supraglottische Atemwegshilfe
Die Larynxmaske i-gel wird in Kindergrößen im RKNÖ nur auf RTW und NEF vorgehalten. Sollte ein Atem-Kreislauf-Stillstand bei einem Kind durch ein BLS-Team auf einem Rettungsmittel ohne dieser Ausstattung bzw. als First-Responder erfolgen, so ist der Ablauf mit Beutel-Masken Beatmung durchzuführen.
Der Ablauf bleibt ansonsten ident.
#5 initiale Beatmungen
#CPR 15:2 starten (mit Beutel-Masken Beatmung; Doppel C-Griff)
#AED anbringen
#weiterer Ablauf
Während der Reanimation
- Thoraxkompressionen sollen sofort begonnen werden, wenn nicht direkt mit den Beatmungen begonnen werden kann. Die Beatmung soll unmittelbar starten, sobald diese durchgeführt werden kann.
- Effektive Beatmung möglichst früh beginnen.
- Hochqualitivate Thoraxkompressionen (Frequenz 100-120/min, Tiefe 5-6 cm, vollständige Entlastung) durchführen
- Minimiere Unterbrechungen der Thoraxkompressionen
-
Defibrillation möglichst früh, mit minimaler Pause vor/nach dem Schock
- Regelmäßiger Wechsel (spätestens alle 2 Minuten) bei der Durchführung der Thoraxkompressionen
- Befindet sich zu wenig Rettungsdienstpersonal vor Ort, um notwendige Maßnahmen durchzuführen, sollen geeignete Ersthelfer:innen, unter Beachtung deren Sicherheit, um Unterstützung gebeten werden.
Besondere Umstände
Kreislaufstillstand beim Sport
Behandlungsbeginn durch Sanitäter:innen mit der Qualifikation Rettungssanitäter:in:
- Bei rettungsdienstlichen Bereitstellungen bei Sportereignissen muss immer ein Defibrillator griffbereit gehalten werden.
- Kollabiert ein Kind, muss immer von einem Kreislaufstillstand ausgegangen werden und sofort ein Defibrillator zum Einsatz gebracht werden.
- Bei Kollapsgeschehen auf einem Spielfeld muss die Reanimation inklusive der Defibrillation unmittelbar am Spielfeld durchgeführt werden. Ein Transport an den Spielfeldrand stellt eine nicht tolerierbare Verzögerung der Defibrillation dar.
Ertrunkene
Behandlungsbeginn durch Sanitäter:innen mit der Qualifikation Rettungssanitäter:in:
Die Behandlung des Atem-Kreislauf-Stillstandes beim Kind/Säugling sieht bereits im Standardablauf zu Beginn fünf aufeinanderfolgende Beatmungen vor. Diese werden - mit hoher Priorität - auch beim ertrunken Kind/Säugling durchgeführt und der Standardablauf umgesetzt.
Besonders Kleinkinder können bereits bei niedrigem Wasserstand ertrinken (z.B. in der Badewanne).
Komplexe Patient:innen-Lage
Behandlungsbeginn durch Sanitäter:innen mit der Qualifikation Rettungssanitäter:in:
Sollte das Verbringen des Kindes auf einen harten Untergrund nicht möglich oder gefährlich sein, wird die Reanimation dort empfohlen, wo sich das Kind gerade befindet. Gegebenenfalls muss die Herzdruckmassage fester durchgeführt werden.
Therapieziel
Wiederkehr des Spontankreislaufes mit möglichst wenig Folgeschäden
Quellenangaben
ERC-Guidelines 2025: Paediatric Life Support
ÖRK Sanitäter_innen Ausbildung (Juli 2026)
Erläuterungen
Im Zweifelsfall beginne mit der Reanimation!
In den ersten Minuten nach einem Kreislaufstillstand kann das Kind weiterhin langsame, einzelne Atemzüge zeigen (Schnappatmung). Dies entspricht keiner normalem Atmung - beginne mit der Reanimation!
Initial wird die Entscheidung zum Beginn der Reanimation aufgrund klinischer Anzeichen getroffen: fehlende Reaktion, fehlende oder abnormale Atmung. Im Zweifelsfall beginne mit der Reanimation!
Kommt es im Zuge der Versorgung eines kritisch erkrankten/verletzten Kindes zu einer Zustandsverschlechterung, kann die Entscheidung für den Atem-Kreislauf-Stillstand auch aufgrund des Monitorings der Vitalfunktionen getroffen werden: Abnahme der Sauerstoffsättigung, Blutdruckabfall... Im Zweifelsfall beginne mit der Reanimation!
Spätestens alle 2 Minuten wird das Teammitglied, das gerade die Herzdruckmassage durchführt, im Sinne der qualitativ hochwertigen Thoraxkompressionen abgelöst. Feedback-Systeme (z.B. Metronom) können helfen, die Parameter (Drucktiefe/Frequenz) zu überwachen und sollten deswegen, wenn vorhanden, verwendet werden.
Version
| Version BLLNOE 24.1 |
06/2026 |
Anpassungen der Ablaufgrafik. Vorgehensweise ohne SGA hinterlegt. |
| Version BLLNOE 24.0.2 |
03/2025 |
Änderung Darstellung Klappboxen |
| Version BLLNOE 24.0.1 |
12/2024 |
Wording im Status-Feld an ERC-Leitlinien angepasst Erläuterungen hinzugefügt |
| Version BLLNOE 24.0 |
06/2024 |
Darstellung nach neuem Designkonzept |
| Version 1.1 | 12/2021 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!















