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Atem-Kreislauf-Stillstand (BLS) (Kinder)

  Atem Kreislauf Stillstand (BLS)_Kinder.png

                                                                                             

(1) Hole Hilfe

Bei einer laufenden Reanimation müssen Advanced-Life-Support-Maßnahmen so rasch wie möglich eingeleitet und kontinuierlich aufrechterhalten werden. Um dies sicherzustellen, sind ein Notarztmittel und weitere Sanitäter:innen zur Unterstützung notwendig. Die Nachforderung eines Notarztmittels muss frühzeitig erfolgen - ebenso soll die Anforderung weiterer Rettungsmittel (RTW, RTW-C), welche mit Advanced-Life-Support (ALS) Personal (NFS/NKx) besetzt sind, rasch geprüft werden.

(2) Keine eindeutigen Lebenszeichen feststellbar

Sanitäter:innen achten während und anschließend an die 5 initialen Beatmungen auf eindeutige Lebenszeichen. Bei Unsicherheit kann eine erneute Beurteilung der Atmung durchgeführt werden. Bei fehlenden eindeutigen Lebenszeichen wird sofort mit der Wiederbelebung 15:2 begonnen

(3) AED anbringen

Sicherheitshinweise

  • Haut frei (ggf. rasiert) und trocken 
  • Richtige Position, Herstellerangaben beachten
  • Kein Kontakt zu Metall / Implantaten / Piercings
  • Elektroden dürfen sich nicht berühren

 

Indikationen

  • Kammerflimmern (VF)
  • Pulslose ventrikuläre Tachykardie (pVT)

Therapieziel

  • Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus
  • Erreichen einer ausreichenden Pumpleistung des Herzens

Kontraindikationen

  • keine

Sicherheitshinweise

  • Haut frei (ggf. rasiert) und trocken 
  • Richtige Position, Herstellerangaben beachten
  • Kein Kontakt zu Metall / Implantaten / Piercings
  • Elektroden dürfen sich nicht berühren

Benötigtes Material

  • Halbautomatischer Defibrillator

Durchführung

corpuls³
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen
2

Elektrodengröße auswählen

 

Gewicht Elektrodengröße
Bis 12 kg Kinder
Ab 12 kg Erwachsene
3

Therapieelektrdoen antero-lateral (AL) aufkleben

 

Defi-AL-Kind-C3.pngDefi-AL-Säugling-C3.png

 

In folgenden Situationen soll alternativ die antero-posteriore Position der Therapieelektroden erwogen werden:

  • Säuglinge und Kinder, die für die Platzierung der Elektroden leicht auf die Seite gedreht werden können und bei denen die anterolaterale Position schwieriger zu erreichen ist, ohne dass sich die Defibrillationselektroden berühren
  • Patienten mit Pectus excavatum (Trichterbrust)
  • Implantierte medizinische Geräte im Bereich der Elektrodenposition (mindestens 8 cm Abstand halten)
  • Sonstige Gegebenheiten, die die Haftung der Elektrode beeinträchtigen (Wunden, Verbände,...)

Beachte: Bei der antero-posterioren Position der Therapieelektroden muss die rechte Elektrode (RA) auf dem Rücken und die linke Elektrode (LL) auf dem Brustkorb angebracht werden.

 

Defi-AP-Kind-C3.png

Defi-AP-Säugling-C3.png

Defibrilator-Padpositionen


RA LL
Antero-Lateral Anterior unter dem rechten Schlüsselbein, über der rechten Brustwarze, rechts vom Sternum. Lateral unterhalb der linken Achselhöhle in der mittleren Axillarlinie.
Antero-Posterior Posterior links von der Wirbelsäule unter dem Schulterblatt. Anterior links vom Sternum.
4

Therapieelektroden fest andrücken

5

AED-Modus des Defibrillators starten

6

Defibrillationsenergie einstellen

 

Gewicht Schock 1-4
(4 J/kg KG)
Ab dem 5. Schock
(8 J/kg KG)
 3 kg 15 J 25 J
4 kg 20 J 35 J
5 kg 20 J 40 J
6 kg 25 J 50 J
7 kg 30 J 60 J
8 kg 35 J 65 J

9 kg

40 J 75 J
10 kg 40 J 80 J
11 kg 45 J 90 J
12 kg 50 J 100 J
13 kg 55 J 105 J
14 kg 60 J 115 J
15 kg 60 J 120 J
16 kg 65 J 130 J
17 kg 70 J 140 J
18 kg 75 J 145 J
19 kg 80 J 155 J
20 kg 80 J 160 J
21 kg 85 J 170 J
22 kg 90 J 180 J
23 kg 95 J 185 J
24 kg 100 J 195 J
25 kg 100 J 200 J

26 kg

105 J 200 J
27 kg 110 J 200 J
28 kg 115 J 200 J
29 kg 120 J 200 J
30 kg 120 J 200 J
31 kg 125 J 200 J
32 kg 130 J 200 J
33 kg 135 J 200 J
34 kg 140 J 200 J
35 kg 140 J 200 J
36 kg 145 J 200 J
37 kg 150 J 200 J
38 kg 155 J 200 J
39 kg 160 J 200 J
40 kg 160 J 200 J
41 kg 165 J 200 J
42 kg 170 J 200 J
43 kg 175 J 200 J
44 kg 180 J 200 J
45 kg 180 J 200 J
46 kg 185 J 200 J
47 kg 190 J 200 J
48 kg 195 J 200 J
ab 49 kg 200 J 200 J
7

Rhythmusanalyse des Defibrillators starten

Beachte: Die Herzdruckmassage soll möglichst erst unmittelbar vor der Analyse unterbrochen werden.

8

Analyse-/Ladephase des Defibrillators abwarten

Achtung: Bei corpuls³ ist keine Herzdruckmassage während der Analyse-/Ladephase möglich!

Erkennt der Notfallsanitäter einen eindeutig nicht schockbaren Rhythmus, muss die Analyse nicht vollständig abgewartet werden und die Herzdruckmassage kann sofort wieder begonnen werden.

9

Warnung an das Team: "ACHTUNG SCHOCK!"

Patienten nicht berühren

10 Schock auslösen
11 Herdruckmassage unmittelbar ohne Kreislaufkontrolle fortsetzen

LIFEPAK CR2
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen
2

AED-Modus des Defibrillators starten.
Bei Kindern unter 8 Jahren oder Patient:innen unter 25kg - Kinder Modus aktivieren.

 

Bildschirmfoto 2026-03-22 um 17.04.08.png

3

Therapieelektrdoen antero-lateral (AL) aufkleben

 

Defi-AL-Kind-CR2.png

 

In folgenden Situationen soll alternativ die antero-posteriore Position der Therapieelektroden erwogen werden:

  • Säuglinge und Kinder unter 25kg (etwa 8 Jahre)
  • Patienten mit Pectus excavatum (Trichterbrust)
  • Implantierte medizinische Geräte im Bereich der Elektrodenposition (mindestens 8 cm Abstand halten)
  • Sonstige Gegebenheiten, die die Haftung der Elektrode beeinträchtigen (Wunden, Verbände,...)

Beachte: Bei der antero-posterioren Position der Therapieelektroden muss die rechte Elektrode (RA) auf dem Rücken und die linke Elektrode (LL) auf dem Brustkorb angebracht werden.

 

Defi-AP-Kind-CR2.png

Defi-AP-Säugling-CR2.png


Defibrilator-Padpositionen


RA LL
Antero-Lateral Anterior unter dem rechten Schlüsselbein, über der rechten Brustwarze, rechts vom Sternum. Lateral unterhalb der linken Achselhöhle in der mittleren Axillarlinie.
Antero-Posterior Posterior links von der Wirbelsäule unter dem Schulterblatt. Anterior links vom Sternum.
4

Therapieelektroden fest andrücken

5

Rhythmusanalyse des Defibrillators starten

Beachte: Die Herzdruckmassage soll möglichst erst unmittelbar vor der Analyse unterbrochen werden.

6

Analyse-/Ladephase des Defibrillators abwarten

Achtung: Bei LIFEPAK CR2 ist keine Herzdruckmassage während der Analyse-/Ladephase möglich!

7

Warnung an das Team: "ACHTUNG SCHOCK!"

Patienten nicht berühren

8 Schock auslösen
9 Herdruckmassage unmittelbar ohne Kreislaufkontrolle fortsetzen

Quellenangaben

European Resuscitation Council Guidelines 2025 Paediatric Life Support
Corpuls 3 Gebrauchsanweisung
Lifepak CR2 Gebrauchsanweisung

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 03/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

(4) Atemwegssicherung (BLS KInder)

BLL AWS BLS_KI.png


                                                                                             

(1) Larynxmaske i-gel setzen

Indikationen

Therapieziel

  • Offenhalten des Atemweges
  • Ermöglichen effektiver Beatmungen
  • Vermeidung von Aspiration

Kontraindikationen

  • bei Atem-Kreislauf-Stillstand keine Kontraindikationen

Achtung

  • Beachte die Behandlungsleitlinien zur Atemwegssicherung beim Atem-Kreislauf-Stillstand (Kinder).
  • Auf Rettungsmittel des RKNÖ werden Larynxmasken des Typs igel mitgeführt. Anderweitige Larynxmasken können bei Bedarf verwendet werden, wenn durch den/die Sanitäter:in beherrscht.

Benötigtes Material

Für i-gel:

  • i-gel der passenden Größe 
  • Gleitmittel
  • Material für Fixierung (Leukosilk) 
  • Absaugeinheit
  • Beatmungsbeutel
  • Beatmungsfilter

bei konventionellen Larynxmasken zusätzlich:

  • Cuffspritze
  • Cuffdruckmesser

Durchführung

#i-gel 
Nr. Maßnahme/Handlung i-gel
1

Auswahl der passenden Maskengröße gemäß Herstellerangabe

 

Größentabelle

 

Kinder (i-gel)


Größe Farbe Patientengewicht (ideal) Zielgruppe
1.0 rosa 2-5 kg Neugeborene
1.5 hellblau 5-12 kg Säugling
2.0 grau 10-25 kg Kinder klein
2.5 weiß 25-35 kg Kinder groß

Primär soll für die Größenauswahl das Idealgewicht des/der Patient:in als Entscheidungskriterium herangezogen werden. Die Gewichtsangaben beziehen sich nicht auf das tatsächliche Körpergewicht, sondern auf das geschätzte Idealgewicht (Ideal Body Weight) der Patient:innen. Bei Kindern kommt es seltener zu signifikanten Abweichungen zwischen Realgewicht und Idealgewicht.

 

In der Praxis hat sich folgendes Vorgehen bewährt, wenn das Gewicht des Kindes nicht bekannt ist:
1.) Alter des Kindes erheben

2.) Idealgewicht bestimmen 

3.) Anhand dieses Idealgewichts die i-gel-Größe auswählen


 

Image5ba85a08c6f140c1a00cf41b9e1bf8d9.png
2 Vorbereitung Materialien

3

Lagerung des Kopfes in Neutralposition leicht nackenwärts überstreckt.

4

Maske aus Verpackungsrahmen entfernen

5

 

Maske mit Gleitmittel benetzen
  • Gleitmittel auf den Rahmen aufbringen

 

Bildschirmfoto 2026-03-21 um 14.08.26.png

 

  • Oberseite der Maske (=die zum Gaumen zeigende Seite), die beiden Seitenflächen sowie die Spitze gleichmäßig benetzen.

Bildschirmfoto 2026-03-21 um 14.09.22.png

 

Es ist darauf zu achten, dass keine Öffnungen am Maskenende (insb. Öffnung Atemwegskanal) durch Gleitmittel blockiert werden.

6

Mund so weit wie möglich öffnen. 
Option A: Mit der nicht-dominanten Hand einen sanften Druck auf den Kiefer ausüben, um den Mund zu öffnen. 

Option B: Unterstützung durch weitere:n Sanitäter:in beim Öffnen des Mundes (ausreichende Ressourcen notwendig)

7

Maske entlang des harten Gaumens mit der Öffnung und sanftem Druck nach unten einführen bis ein federnder Widerstand zu spüren ist. 

 

 

YTDown.com_YouTube_Pediatric-iGel-Training_Media_TyjLNrOLyXk_002.gif

8 Suffiziente Beatmung durchführen
9

 

Fixierung bei suffizienter Beatmung
  • Klebeband (Leukosilk) am Oberkiefer befestigen - um die i-gel wickeln und auf dem anderen Oberkiefer ebenfalls ankleben.

YTDown.com_YouTube_iGel-LMA-newborn-resuscitation_Fixierung.gif

 

Bildschirmfoto 2026-03-21 um 13.17.16.png

 


10 Lagekontrolle: wellenförmige Kapnografie, Auskultation, Beurteilung der Thoraxexkursion, Beschlagen der Larynxmaske
11

 

Magensonde/Absaugkatheter in Drainagekanal einführen.

 

Magensonde/Absaugkatheter in korrekter Größe auswählen. Sollte eine Größe nicht passend sein, die nächst kleinere (verfügbare) Größe verwenden.

 

 

Größe i-gel  Größe Magensonde/Absaugkatheter
1.0 kein Magenkanal 
1.5 10 CH (idR. Schwarz)
2.0 12 CH (idR. Weiß)
2.5 12 CH (idR. Weiß)

 

 

  • Drainagekanal der Maske mit Gleitgel benetzen. 

Image258cc59e3f1a4f4182b3ac2ff9acaf55.png(Darstellung zeigt i-gel (Plus) in Größe4. Die Durchführung ist bei den kindlichen Größen (1.5-2.5) analog durchzuführen).

 

  • Magensonde/Absaugkatheter bis zur obersten Markierung (oftmals mit vier Strichen dargestellt) in Drainagekanal einführen. Ein tieferes Einführen stellt im Zweifelsfall kein Problem dar.

 

  • Fixierung der Magensonde/Absaugkatheter mit Pflaster am Gesicht des Patienten/der Patientin.
12

Universalbeutel an Magensonde abschließen. Bei Bedarf (Flüssigkeit ersichtlich) auf Absaugeinheit wechseln.

#

 

Fehlermanagement

 

  • 1) Mund öffnen erschwert / Zunge blockiert Einführung: Andere Optionen versuchen - 

    Option A: Mit der nicht-dominanten Hand einen sanften Druck auf den Kiefer ausüben, um den Mund zu öffnen. 

    Option B: Unterstützung durch weitere:n Sanitäter:in beim Öffnen des Mundes (ausreichende Ressourcen notwendig)

 

  • 2) Frühzeitiger Widerstand oder inadäquater Abdichtung: i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen (ca. 30Grad pro Richtung). Dabei wird ein kontinuierlicher Druck nach unten ausgeübt werden. Zusätzlich kann eine Lageveränderung (i-gel weiter einführen oder etwas zurückziehen) zur Optimierung versucht werden. 

cwi-126-preparation-10-animated.gif

 

 

  • 3) Luft entweicht neben der Maske und keine Thoraxexkursion bei Beatmung: i-gel vorsichtig entfernen und andere Größe einsetzen.

 

  • 4) Luft entweicht neben der Maske aber Beatmung erfolgreich (Thoraxexkursion bei Beatmung): i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen bis bessere Abdichtung bemerkbar - Fokus liegt auf gut funktionierender Beatmung. Wenn Beatmung ineffektiv - siehe Punkt 2. Minimale Leckagen - bei gut funktionierender Beatmung - können toleriert werden.

 

  • 5) Maske verlagert sich bei Bewegung des Patienten/der Patientin: Fixierung korrekt anlegen und bei Transfer des Patienten/der Patientin zusätzlich manuell sichern. Lage der Maske regelmäßig kontrollieren.

 

  • 6) Magensonde/Absaugkatheter lässt sich nur minimal vorschieben: Benetzung mit Gleitgel optimieren, Magensonde/Absaugkatheter mehrfach in Öffnung einführen und zurückziehen


Erläuterungen

Die ERC-Leitlinien 2025 empfehlen die Anwendung von i-gel oder anderen supraglottischen Atemwegsdevices bei kritisch kranken/verletzten Kindern, wenn die Anwender:innen kompetent im Umgang damit sind. (Abschnitt Adult Paediatric Life Support / Principles of the management of the critically ill or injured child).

Ebenso konstatieren die ERC-Guidelines 2025, dass ein supraglottisches Atemwegsdevice - als Alternative zur Beutel-Masken-Beatmung - in der Reanimation verwendet werden soll, wenn eine endotracheale Intubation durch die Anwender:innen nicht durchgeführt werden kann. (Abschnitt Adult Paediatric Life Support / Oxygenation and ventilation during PALS).


Größenauswahl bei der i-gel – warum sie anhand des Körpergewichts erfolgt
Die supraglottische Atemwegshilfe i-gel wird – im Gegensatz zu einigen anderen supraglottischen Atemwegssystemen – nicht anhand der Körpergröße, sondern anhand des Körpergewichts des Patienten dimensioniert. Dabei ist wichtig:
Die Gewichtsangaben beziehen sich nicht auf das tatsächliche Körpergewicht, sondern auf das geschätzte Idealgewicht (Ideal Body Weight) des Patienten.

Die i-gel dichtet den Atemweg anders ab als viele andere supraglottische Atemwegssysteme.
Sie besitzt keinen aufblasbaren Cuff, sondern einen anatomisch geformten Gelkörper, der sich passiv an die Strukturen des Hypopharynx und des Larynx anlegt. Damit eine zuverlässige Abdichtung entsteht, muss die Maske zu folgenden anatomischen Strukturen passen:
- Hypopharynx
- Zungengrund
- Perilaryngeale Weichteile
- Epiglottisregion
Die Dimension dieser Strukturen korreliert in der Regel besser mit der Körperkonstitution bzw. dem Idealgewicht als mit der Körpergröße. Eine sehr große, aber schlanke Person kann beispielsweise einen relativ schmalen Pharynx haben, während eine kleinere Person mit starkem Übergewicht deutlich mehr Weichteilgewebe im oberen Atemweg aufweist. Deshalb ist die Körpergröße allein kein verlässlicher Parameter für die Dimension des supraglottischen Atemwegs.

Bei übergewichtigen oder adipösen Patient:innen würde eine Größenwahl nach dem tatsächlichen Gewicht häufig zu einer zu großen Atemwegshilfe führen. Das liegt daran, dass Adipositas zwar das Körpergewicht erhöht, die knöchernen und funktionellen Dimensionen des Hypopharynx jedoch kaum proportional mitwachsen.

Status "freigegeben, wenn beherrscht"
Die i-gel bei Kindern wird für alle Qualifikationsstufen auf der Stufe „freigegeben, wenn beherrscht“ geführt. Hintergrund ist, dass aktuell im Roten Kreuz Niederösterreich nicht in ausreichendem Ausmaß Kinder- und Säuglingssimulatoren mit geeigneten Atemwegen zur Verfügung stehen, um alle Sanitäter:innen flächendeckend darauf zu schulen.

Klares Ziel ist, in den kommenden Jahren ausreichend geeignete Kinder- und Säuglingssimulatoren anzuschaffen und damit alle Sanitäter:innen auch auf die i-gel bei Kindern zu schulen. Perspektivisch soll der Scope-of-Practice-Eintrag „i-gel Kinder“ – je nach verfügbaren Ressourcen – per Ende 2027 oder Ende 2028 von „freigegeben, wenn beherrscht“ auf „freigegeben“ umgestellt werden.

Quellenangaben

  • Intersurgical, i-gel paediatric information sheet (inklusive Bildmaterial)
  • Enke K., Flemming A., Hündorf H.-P., Knacke P. G., Lipp R. Rupp P. (2019) Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin , 6. Auflage
  • SIRMED - Schweizer Institut für Rettungsmedizin
  • Special Care. (2020). iGel LMA newborn resuscitation [Video]. YouTube. (inklusive Bildmaterial)
  • Kevin Mackey (2023). Pediatric iGel Training [Video]. YouTube. (inklusive Bildmaterial)
  • San-Erlangen, Virtuelle SanArena (inklusive Bildmaterial)
  • Meier Medizintechnik (Bildmaterial)

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 03/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!bei 

 

(2) Fehlermanagement i-gel

1) Mund öffnen erschwert / Zunge blockiert Einführung: Andere Optionen versuchen
Option A: Mit der nicht-dominanten Hand einen sanften Druck auf den Kiefer ausüben, um den Mund zu öffnen. 
Option B: Chin-Lift anwenden um Mund zu öffnen.
Option C: Unterstützung durch weitere:n Sanitäter:in beim Öffnen des Mundes (ausreichende Ressourcen notwendig)

 

2) Frühzeitiger Widerstand oder inadäquater Abdichtung: i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen (ca. 30Grad pro Richtung). Dabei wird ein kontinuierlicher Druck nach unten ausgeübt. Zusätzlich kann eine Lageveränderung (i-gel weiter einführen oder etwas zurückziehen) zur Optimierung versucht werden. 

cwi-126-preparation-10-animated.gif

 

3) Luft entweicht neben der Maske und keine Thoraxexkursion bei Beatmung: i-gel vorsichtig entfernen und andere Größe einsetzen.

 

4) Luft entweicht neben der Maske aber Beatmung erfolgreich (Thoraxexkursion bei Beatmung): i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen bis bessere Abdichtung bemerkbar - Fokus liegt auf gut funktionierender Beatmung. Wenn Beatmung ineffektiv - siehe Punkt 2. Minimale Leckagen - bei gut funktionierender Beatmung - können toleriert werden.

 

5) Maske verlagert sich bei Bewegung des Patienten/der Patientin: Fixierband korrekt anlegen und bei Transfer des Patienten/der Patientin zusätzlich manuell sichern. Lage der Maske regelmäßig kontrollieren.

 

6) Magensonde lässt sich nur minimal vorschieben: Benetzung mit Gleitgel optimieren, Magensonde mehrfach in Öffnung einführen und zurückziehen

 

Ablauf ohne supraglottische Atemwegshilfe

Die Larynxmaske i-gel wird in Kindergrößen im RKNÖ nur auf RTW und NEF vorgehalten. Sollte ein Atem-Kreislauf-Stillstand bei einem Kind durch ein BLS-Team auf einem Rettungsmittel ohne dieser Ausstattung bzw. als First-Responder erfolgen, so ist der Ablauf mit Beutel-Masken Beatmung durchzuführen.

Der Ablauf bleibt ansonsten ident. 
#5 initiale Beatmungen
#CPR 15:2 starten (mit Beutel-Masken Beatmung; Doppel C-Griff)
#AED anbringen
#weiterer Ablauf


 

Vorgehen bei Beatmungsproblemen

  • Das Bearbeiten von Beatmungsproblemen darf die hochqualitative Herzdruckmassage nicht unnötig unterbrechen. Bei Kindern hat die Beatmung jedoch höchste Priorität!
  • Im Normalfall lassen sich Kinder einfach Beutel-Masken-beatmen. Bei schlecht funktionierenden Beatmungen ist fast immer die Kopfposition das Problem: Passe die Kopfposition etwas zum Körper des Kindes oder zu dir hin an.
  • Besonders bei kleineren Kindern kann es sinnvoll sein, den Körper z.B. auf einem zusammengefalteten Handtuch etwas höher zu lagern, sodass der Kopf dauerhaft in Neutralstellung zu liegen kommt.
  • Bei der Beutel-Masken Beatmung ist als Standard die Doppel-C Griff Beatmung durchzuführen.

Empfohlener Aufbau der Beatmungsstruktur bei Verwendung i-gel

Von Patient:in beginnend:

  1. Larynxmaske [i-gel]
  2. Bei Kindern KEINE Tubusverlängerung (Gänsegurgel) verwenden!
  3. Kinder-Beatmungsfilter (wenn kein passender Kinder-Beatmungsfilter zur Verfügung steht, KEINEN Filter verwenden!)
  4. Sensor Kapnometrie/Kapnographie (wenn verfügbar)
  5. Beatmungsbeutel (Alternativ: Beatmungseinheit)

Hinweis: Bei der Verwendung eines SGA kann der Beatmungsbeutel konnektiert bleiben und die Defibrillation normal durchgeführt werden. Der Beutel soll in der Hand gehalten werden.

Quellenangaben

ERC-Guidelines 2025: Paediatric Life Support

ÖRK Sanitäter_innen Ausbildung (Juli 2026)

Erläuterungen

Die Behandlungsleitlinie basiert auf den Empfehlungen des Österreichischen Roten Kreuzes sowie der ERC-Guidelines 2025. Dabei werden Elemente des Advanced Life Supports (supraglottische Atemwegshilfen) auch durch Rettungssanitäter:innen angewendet, um eine effektive Beatmung der Patient:innen zu gewährleisten.

Version
Version BLLNOE 24.1

05/2026

Anpassungen der Ablaufgrafik mit Integration der i-gel als supraglottische Atemwegshilfe. Aktualisierungen der Erläuterungen sowie dem Vorgehen bei Beatmungsproblemen.

Version BLLNOE 24.0.2

03/2025

Änderung Darstellung Klappboxen

Version BLLNOE 24.0.1

12/2024

Erläuterung hinzugefügt

Version BLLNOE 24.0

06/2024

Darstellung nach neuem Designkonzept

Version 1.1 12/2021 Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

     

    (5) Mithilfe bei weiterer Versorgung

    Rettungssanitäter:innen sollen die Grundzüge der weiteren Versorgungsschritte durch Advanced-Life-Support (ALS) Personal (NFS/NKx/NA) kennen um bei der Versorgung adäquat unterstützen zu können. Ein Überblick über die Maßnahmen finden sich in der Behandlungsleitlinie Atem-Kreislauf-Stillstand (ALS).

    Je nach Situation und Anzahl an anwesendem Personal kann es notwendig sein, dass Rettungssanitäter:innen unterschiedliche Aufgaben in der Zusammenarbeit mit ALS Personal übernehmen. Nachfolgend finden sich Elemente, welche regelhaft im Zuge von Atem-Kreislauf-Stillstand Versorgung vorkommen. In Abstimmung mit dem/der Teamleader:in soll nach Bedarf sowie nach persönlicher Kompetenz eine Unterstützung angeboten/durchgeführt werden.

    CPR durchführen

    Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS1.png

    Die Durchführung hochqualitativer Thoraxkompressionen ist ein essentieller Bestandteil der Versorgung und die durchführenden Sanitäter:innen sollten sich spätestens alle 2 Minuten abwechseln. Ein aktives Anbieten der Übernahme an den/die Teamleader:in, kann sinnvoll sein. 

    Unterstützung bei der Vorbereitung von i.v. Zugang und Medikamenten

    Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS2.png

    Im Rahmen der ALS-Maßnahmen wird ein i.v. Zugang etabliert und an spezifischen Momenten werden Medikamente (Adrenalin/ Amiodaron) verabreicht. Rettungssanitäter:innen sollen dabei - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - bei der Vorbereitung unterstützen. Der Zeitpunkt der Verabreichung der Medikamente hängt davon ab, ob es sich um einen schockbaren oder nicht-schockbaren Rhythmus handelt. 

    Bei nicht schockbarem Rhythmus werden i.v. Zugang sowie Adrenalin sofort benötigt. Das Adrenalin wird so früh wie möglich verabreicht und danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) eine weitere Dosis wiederholt.

    Bei schockbarem Rhytmus werden i.v. Zugang, Adrenalin sowie Amiodaron nach dem 3. Schock benötigt. Die Gabe von Adrenalin wir danach alle 4 Minuten (jede 2. Analyse) wiederholt. Ebenso wird nach dem 5. Schock nochmals Amiodaron in einer geringeren Dosierung gegeben.

     

    Vorbereitung Adrenalin

    Adrenalin 1:10.000 (L-Adrenalin®) | intravenös | Kinder
    Dosierung 0,01 mg/kg KG (max 1 mg)
    Art

    schockbarer Rhythmus: nach dem 3. Schock alle 3-5 Minuten

    nicht schockbarer Rhythmus: so früh wie möglich alle 3-5 Minuten

    Zubereitung Bei Verwendung von L-Adrenalin® gilt: 0,1 ml/kg KG
    Hilfestellung Dosierung

     

    L-Adrenalin® 0,1 mg/ml (intravenös)
    Gewicht Menge Volumen
    5 kg 0,05 mg 0,5 ml
    6 kg 0,06 mg 0,6 ml
    7 kg 0,07 mg 0,7 ml
    8 kg 0,08 mg 0,8 ml
    9 kg 0,09 mg 0,9 ml
    10 kg 0,1 mg 1 ml
    11 kg 0,11 mg 1,1 ml
    12 kg 0,12 mg 1,2 ml
    13 kg 0,13 mg 1,3 ml
    14 kg 0,14 mg 1,4 ml
    15 kg 0,15 mg 1,5 ml
    16 kg 0,16 mg 1,6 ml
    17 kg 0,17 mg 1,7 ml
    18 kg 0,18 mg 1,8 ml
    19 kg 0,19 mg 1,9 ml
    20 kg 0,2 mg 2 ml
    22 kg 0,22 mg 2,2 ml
    24 kg 0,24 mg 2,4 ml
    26 kg 0,26 mg 2,6 ml
    28 kg 0,28 mg 2,8 ml
    30 kg 0,3 mg 3 ml
    40 kg 0,4 mg 4 ml
    50 kg 0,5 mg 5 ml
    60 kg 0,6 mg 6 ml
    70 kg 0,7 mg 7 ml
    Kontraindikationen beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine
    Nebenwirkungen beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine relevanten
    Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.

    Vorbereitung Amiodaron

    Amiodaron | intravenös | CPR | Kinder
    Dosierung

    nach dem 3. Schock: 5 mg/kg KG (max 300 mg)

    nach dem 5. Schock: 5 mg/kg KG (max 150 mg)

    Maximaldosis 450 mg
    Zubereitung Nicht verdünnen
    Bei Verwendung von Amiodaron (50 mg/ml) gilt: 0,1 ml/kg KG
    Hilfestellung Dosierung

     

    Amiodaron 50 mg/ml (intravenös)
      nach 3. Schock nach 5. Schock
    Gewicht Menge Volumen Menge Volumen
    5 kg 25 mg 0,5 ml 25 mg 0,5 ml
    6 kg 30 mg 0,6 ml 30 mg 0,6 ml
    7 kg 35 mg 0,7 ml 35 mg 0,7 ml
    8 kg 40 mg 0,8 ml 40 mg 0,8 ml
    9 kg 45 mg 0,9 ml 45 mg 0,9 ml
    10 kg 50 mg 1 ml 50 mg 1 ml
    11 kg 55 mg 1,1 ml 55 mg 1,1 ml
    12 kg 60 mg 1,2 ml 60 mg 1,2 ml
    13 kg 65 mg 1,3 ml 65 mg 1,3 ml
    14 kg 70 mg 1,4 ml 70 mg 1,4 ml
    15 kg 75 mg 1,5 ml 75 mg 1,5 ml
    16 kg 80 mg 1,6 ml 80 mg 1,6 ml
    17 kg 85 mg 1,7 ml 85 mg 1,7 ml
    18 kg 90 mg 1,8 ml 90 mg 1,8 ml
    19 kg 95 mg 1,9 ml 95 mg 1,9 ml
    20 kg 100 mg 2 ml 100 mg 2 ml
    22 kg 110 mg 2,2 ml 110 mg 2,2 ml
    24 kg 120 mg 2,4 ml 120 mg 2,4 ml
    26 kg 130 mg 2,6 ml 130 mg 2,6 ml
    28 kg 140 mg 2,8 ml 140 mg 2,8 ml
    30 kg 150 mg 3 ml 150 mg 3 ml
    40 kg 200 mg 4 ml 150 mg 3 ml
    50 kg 250 mg 5 ml 150 mg 3 ml
    ab 60 kg 300 mg 6 ml 150 mg 3 ml

     

    Kontraindikationen beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine
    Nebenwirkungen beim Atem-Kreislauf-Stillstand keine relevanten
    Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.

    Achtung

    Der beschriebene Ablauf ist zur Übersicht und Unterstützung bei der Vorbereitung der Medikamente gedacht. 
    Eine eigenverantwortliche Durchführung/Verabreichung durch Rettungssanitäter:innen ist nicht erlaubt!

    Unterstützung bei der erweiterten Atemwegssicherung (ALS)

    Notfallsanitäter:innen sowie Notärzte/Notärztinnen legen einen großen Fokus auf eine effektive Beatmung. Dazu kann es notwendig sein das Atemwegsmanagement anzupassen und beispielsweise mit einer Beutel-Masken-Beatmung zu beginnen und erst im Verlauf ein anderes Atemwegsdevice zu verwenden. Genauso werden Notärzte/Notärztinnen frühzeitig eine endotracheale Intubation durchführen. 

    Als Rettungssanitäter:in ist es wichtig zu wissen, dass gegebenenfalls durch ALS Personal vom Standardablauf der Atemwegssicherung (BLS) abgewichen wird und im weiteren Verlauf Unterstützung angeboten werden soll, wo man - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - mitwirken kann. Dies kann beispielsweise die Vorbereitung von Materialien oder das zwischenzeitliche Beatmen mit Beatmungsbeutel umfassen.

    Notfallsanitäter:innen führen ihre Atemwegssicherung nach der Behandlungsleitlinie Atemwegssicherung (ALS) bei Atem-Kreislauf-Stillstand (Kinder) durch.

    Unterstützung bei einsatztaktischen Überlegungen sowie Abtransport

    Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS5.png

    Neben der notfallmedizinischen Versorgung der Patient:innen spielen auch einsatztaktische Überlegungen (frühzeitige Planung von Abtransport bzw. Organisation weiterer Unterstützung) eine wichtige Rolle in der Behandlung. Dabei können Rettungssanitäter:innen - im Rahmen der persönlichen Kompetenz - unterstützen und wichtige organisatorische Elemente (z.B. Kommunikation mit Leitstelle/anderen Rettungsmitteln) übernehmen.

    Psychosoziale Unterstützung anbieten - Expert:innen organisieren

    Mithilfe bei weiterer Versorgung_BLS6.png

    Rettungssanitäter:innen können während/nach einer Reanimation eine wichtige Rolle im Bereich der psychosozialen Unterstützung einnehmen. Folgende Elemente sollen beachtet werden und je nach Bedürfnis der anwesenden Personen angeboten werden:

    • Familien/Angehörige sollen die Möglichkeit erhalten, während der Reanimation anwesend zu sein, wenn sie dies wünschen. Rettungssanitäter:innen können diese Möglichkeit anbieten und die Personen dabei unterstützen.

    • Ersthelfer:innen bzw. Notfallzeugen soll eine psychosoziale Unterstützung (Krisenintervention) angeboten werden. Rettungssanitäter:innen können diese Unterstützung anbieten und anfordern.

    • Angehörige/anwesende Personen benötigen strukturierten Zugang zu psychosozialer Betreuung (Krisenintervention). Dies gilt für Überlebende sowie für Angehörige/Familien verstorbener Patient:innen. Rettungssanitäter:innen können diese Unterstützung anbieten und anfordern.

    Gesundheitsdienstleister relevante Indikationen für den Rettungsdienst Kontakt

    Krisenintervention

    Verfügbarkeit: 0-24h

    • Todesfall in der Familie
    • Notfall/Unfall mit Todesfolge/Schwerverletzten
    • Soziales Problem (Trennung, Wegweisung, Delogierung, Schulden...)

    • Gewaltdelikte, Überfall, Raub, Einbruch, Sexualdelikt

    • SIDS-plötzlicher Kindstod

    • Suizid (Gedanken, Drohung oder Versuch - wenn nicht sowieso nach UBG vorgegangen wird)

    • Soziales Problem (Trennung, Wegweisung, Delogierung, Schulden...)
    Leitstelle

     

     

    (6) ROSC

    Herzdruckmassage und Beatmung werden so lange durchgeführt, bis eindeutige Lebenszeichen feststellbar sind.

    Setzt die normale Atmung und der Kreislauf wieder ein (=ROSC; "return of spontaneous circulation / Wiedererlangung eines eigenen Kreislaufes) werden die Wiederbelebungsmaßnahmen beendet. Einen Verdacht darauf, kann man durch einen Gegendruck bei Beatmungen und Bewegungen des/der Patient:in erhalten. Der Verdacht soll im Team abgesprochen und kontrolliert werden. 

    Für die Kontrolle der Atmung, bei einer liegenden i-gel, diskonnektiert man den Beatmungsbeutel und kontrolliert ob eine normale Atmung feststellbar ist (Hören = Ohr an Filter/Tubus; Sehen/Fühlen = Hebung des Brutskorbs). Sollte sich das Team sicher sein, dass es Lebenszeichen gibt, geht man von einem ROSC aus.

    Im Zweifelsfall werden die Wiederbelebungsmaßnahmen fortgesetzt.

    (7) Eigenatmung unterstützen oder Beatmung fortführen

    Zeigt das Kind eine Eigenatmung (Brustkorb hebt und senkt sich in normaler Frequenz bei diskonnektiertem Beatmungsbeutel) wird die i-gel - so lange diese toleriert wird - belassen. Der Beatmungsbeutel wird diskonnektiert und über eine O2-Maske wird Sauerstoff verabreicht, bis eine Sauerstoffsättigung erhoben werden kann. Die Zielsättigung ist 94%-98% - die O2-Gabe wird bei Erreichen dieser Werte angepasst. Sollte keine i-gel gesetzt worden sein, wird Sauerstoff über eine O2-Maske verabreicht.

    Sollte das Kind eine langsame Eigenatmung (Kind: <16/min / Säugling: <30/min) zeigen, jedoch Lebenszeichen vorliegen, so wird der/die Patient:in weiter über die i-gel beatmet, sodass insgesamt eine adäquate Frequenz der Beatmung (bzw. Eigenatmung) stattfindet.

    Sollte das Kind die i-gel nicht mehr tolerieren, wird diese entfernt und Sauerstoff über eine O2-Maske [wenn Pulsoximeter möglich: nach Zielsättigung (94%-98%)] verabreicht.

    (8) Normale Körpertemperatur sicherstellen

    Das Ziel ist es eine normale Körpertemperatur sicherzustellen. Kinder während der Reanimation bzw. ROSC-Patient:innen sollen in normaltemperierten Innenräumen nicht zugedeckt werden. Ausnahme von dieser Regelung sind unterkühlte Kinder, verletzte Kinder (insbesondere SHT, Polytrauma) sowie Säuglinge nach der Geburt - diese werden auch in Innenräumen zugedeckt.

    (9) Achte auf erneuten Kreislaufstillstand

    Der Zustand nach dem ROSC ist höchst kritisch, da es jederzeit zum erneuten Atem-Kreislauf-Stillstand kommen kann. Die Atmung (und bei Möglichkeit der Puls) müssen dauerhaft überprüft werden. Wenn möglich sind immer mindestens zwei Sanitäter:innen bereit die Reanimation zu beginnen. Die Medizinprodukte (inkl. Defibrillationselektroden) bleiben einsatzbereit.

    Beim geringsten Verdacht auf einen erneuten Atem-Kreislauf-Stillstand muss die Reanimation sofort begonnen werden.

    Ablauf ohne supraglottische Atemwegshilfe

    Die Larynxmaske i-gel wird in Kindergrößen im RKNÖ nur auf RTW und NEF vorgehalten. Sollte ein Atem-Kreislauf-Stillstand bei einem Kind durch ein BLS-Team auf einem Rettungsmittel ohne dieser Ausstattung bzw. als First-Responder erfolgen, so ist der Ablauf mit Beutel-Masken Beatmung durchzuführen.

    Der Ablauf bleibt ansonsten ident. 
    #5 initiale Beatmungen
    #CPR 15:2 starten (mit Beutel-Masken Beatmung; Doppel C-Griff)
    #AED anbringen
    #weiterer Ablauf


    Während der Reanimation

    • Thoraxkompressionen sollen sofort begonnen werden, wenn nicht direkt mit den Beatmungen begonnen werden kann. Die Beatmung soll unmittelbar starten, sobald diese durchgeführt werden kann.
    • Effektive Beatmung möglichst früh beginnen. 
    • Hochqualitivate Thoraxkompressionen (Frequenz 100-120/min, Tiefe 5-6 cm, vollständige Entlastung) durchführen
    • Minimiere Unterbrechungen der Thoraxkompressionen
    • Defibrillation möglichst früh, mit minimaler Pause vor/nach dem Schock

    • Regelmäßiger Wechsel (spätestens alle 2 Minuten) bei der Durchführung der Thoraxkompressionen
    • Befindet sich zu wenig Rettungsdienstpersonal vor Ort, um notwendige Maßnahmen durchzuführen, sollen geeignete Ersthelfer:innen, unter Beachtung deren Sicherheit, um Unterstützung gebeten werden.

    Besondere Umstände

    Kreislaufstillstand beim Sport

    Behandlungsbeginn durch Sanitäter:innen mit der Qualifikation Rettungssanitäter:in:

    Bei rettungsdienstlichen Bereitstellungen bei Sportereignissen, auch bei Kinder- und Jugendsport, muss ein Defibrillator unmittelbar verfügbar sein. Kollabiert ein Kind oder ein:e Jugendliche:r auf dem Spielfeld und ist nicht ansprechbar oder atmet nicht normal, ist bis zum Beweis des Gegenteils von einem Kreislaufstillstand auszugehen. Reanimation und Defibrillation dürfen nicht durch einen Transport an den Spielfeldrand verzögert werden.

    Ertrunkene

    Behandlungsbeginn durch Sanitäter:innen mit der Qualifikation Rettungssanitäter:in:
    Die Behandlung des Atem-Kreislauf-Stillstandes beim Kind/Säugling sieht bereits im Standardablauf zu Beginn fünf aufeinanderfolgende Beatmungen vor. Diese werden - mit hoher Priorität - auch beim ertrunken Kind/Säugling durchgeführt und der Standardablauf umgesetzt.

    Besonders Kleinkinder können bereits bei niedrigem Wasserstand ertrinken (z.B. in der Badewanne). 

    Komplexe Patient:innen-Lage

    Behandlungsbeginn durch Sanitäter:innen mit der Qualifikation Rettungssanitäter:in:
    Sollte das Verbringen des Kindes auf einen harten Untergrund nicht möglich oder gefährlich sein, wird die Reanimation dort empfohlen, wo sich das Kind gerade befindet. Gegebenenfalls muss die Herzdruckmassage fester durchgeführt werden.

    Therapieziel

    Wiederkehr des Spontankreislaufes mit möglichst wenig Folgeschäden

    Quellenangaben

    ERC-Guidelines 2025: Paediatric Life Support

    ÖRK Sanitäter_innen Ausbildung (Juli 2026)

    Erläuterungen

    Im Zweifelsfall beginne mit der Reanimation!

    In den ersten Minuten nach einem Kreislaufstillstand kann das Kind weiterhin langsame, einzelne Atemzüge zeigen (Schnappatmung). Dies entspricht keiner normalem Atmung - beginne mit der Reanimation!

    Initial wird die Entscheidung zum Beginn der Reanimation aufgrund klinischer Anzeichen getroffen: fehlende Reaktion, fehlende oder abnormale Atmung. Im Zweifelsfall beginne mit der Reanimation!

    Kommt es im Zuge der Versorgung eines kritisch erkrankten/verletzten Kindes zu einer Zustandsverschlechterung, kann die Entscheidung für den Atem-Kreislauf-Stillstand auch aufgrund des Monitorings der Vitalfunktionen getroffen werden: Abnahme der Sauerstoffsättigung, Blutdruckabfall... Im Zweifelsfall beginne mit der Reanimation!

    Spätestens alle 2 Minuten wird das Teammitglied, das gerade die Herzdruckmassage durchführt, im Sinne der qualitativ hochwertigen Thoraxkompressionen abgelöst. Feedback-Systeme (z.B. Metronom) können helfen, die Parameter (Drucktiefe/Frequenz) zu überwachen und sollten deswegen, wenn vorhanden, verwendet werden.

    Version
    Version BLLNOE 24.1

    05/2026

    Anpassungen der Ablaufgrafik.
    Klappboxen für Behandlungsanweisungen hinzugefügt.

    Vorgehensweise ohne SGA hinterlegt. 
    Spezielle Umstände hinzugefügt.
    Aktualisierungen der Erläuterungen.

    Version BLLNOE 24.0.2

    03/2025

    Änderung Darstellung Klappboxen

    Version BLLNOE 24.0.1

    12/2024

    Wording im Status-Feld an ERC-Leitlinien angepasst
    Erläuterungen hinzugefügt
    Version BLLNOE 24.0

    06/2024

    Darstellung nach neuem Designkonzept

    Version 1.1 12/2021 Ursprungsversion

      Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!