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Atemwegssicherung bei Atem-Kreislauf-Stillstand (ALS) (Kinder)

 KI 02 Atemwegssicherung bei Atem-Kreislauf-Stillstand Kind ab NFS 25.0.png

                                                                                                      

            

(1) Larynxmaske i-gel setzen

Beatmungsfrequenz bei Kindern (Normokapnie anstreben)
Säuglinge 25/min (alle 2,5 Sek.)
1.-8. vLJ 20/min (alle 3 Sek.)
8.-12. vLJ 15/min (alle 4 Sek.)
> 12. vLJ 10/min (alle 6 Sek.)

Quelle: ERC Guidelines 2025 for Paediatric Advanced Life Support

Vorgehen bei Beatmungsproblemen

Die Beutel-Masken-Beatmung ist als primäre Technik zur Beatmung von Kindern empfohlen und kann dauerhaft angewendet werden! Kommt es zu Problemen, lassen sich diese im Normalfall durch folgende Maßnahmen beheben:

  • Optimieren der Kopfposition des Kindes (Körper auf eine Decke legen, Schulterrolle bis ~2. Lebensjahr...)
  • Doppel-C-Griff anwenden
  • Ist die Beutel-Masken-Beatmung nicht suffizient, soll ein SGA (i-gel) verwendet werden. Der i-gel funktioniert bei Kindern im Normalfall einfach und problemlos.
  • Die endotracheale Intubation kann von NKI als Ultima Ratio, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, durchgeführt werden.
  • Um das Risiko einer Regurgitation und Aspiration durch gastrointestinale Luftinsufflation zu vermeiden, sollen hohe Beatmungsdrücke vermieden werden.
  • Kommt es zu einer Luftansammlung im Gastrointestinaltrakt und damit zu einem Zwerchfellhochstand, der die Beatmung erschwert oder unmöglich macht, muss eine Magensonde gelegt werden.

Beatmungsprobleme bei SGA/ETI:

Finden der Ursache: DOPES
D Dislokation (Tubus verrutscht?)
O Obstruktion (Verlegung durch Erbrochenes?)
P Patient:in (Spannungspneumothorax? Erlangt Bewusstsein und wehrt sich gegen SGA/ET?)
E Equipment (Leckage im Beatmungssystem? Sauerstoff leer? Schlauch abgeknickt?)
S Stomach (Magenüberblähung? -> Magensonde!)

Problembehebung: HAND
H
  • Händische Beatmung mit Beatmungsbeutel - 15:2 - keine HDM während Beatmung
  • Hören auf Atemgeräusche: Belüftung der Lunge? Nebengeräusche wie Blubbern neben Tubus?
  • Sehen: Thoraxhebung, Tubusdislokation (Zahnreihe), Inspektion des Cuffballons
  • Fühlen: Wie fühlt sich die Beatmung an? Hoher Widerstand (= hoher Thoraxdruck) oder kein Widerstand (= Leckage im System)
A Absaugen (problemloses Einführen des Absaugkatheters in den Tubus zeigt Durchgängigkeit)
N Neue Einstellung (relevant bei Verwendung eines Beatmungsgeräts)
D Diagnostik: Kapnogramm beurteilen, wenn vorhanden: Ultraschall (sonst relevant für die Klinik)

Quelle: Fandler, M., Gotthardt, P.: SOP Akutes Beatmungsproblem, Notfallmedizin up2date 2018; 13: 234-236

Empfohlener Aufbau der Beatmungsstruktur

Von Patient:in beginnend:

  1. Larynxmaske/Tubus (i-gel oder Endotrachealtubus)
  2. bei Kindern keine Tubusverlängerung (Gänsegurgel)
  3. Kinder-Beatmungsfilter (wenn nicht vorhanden -> ohne Filter beatmen!)
  4. Sensor Kapnometrie/Kapnographie
  5. Beatmungsbeutel (Alternativ: Beatmungseinheit)

Interpretation Kapnographie

Maßnahmenbeschreibung Kapnometrie/Kapnografie

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Quelle: criticalcare.now

Indikationen

Tubusadapter

  • Endotracheal intubierter Patient
  • Mit SGA (Laryngsmaske/Larynxtubus) intubierter Patient

Nasal-/Oraladapter

  • Atemdepressiver Patient
  • Bewusstseinsgestörter Patient
  • Sedierter Patient
  • Patient mit respiratorischer Störung

Kontraindikationen

  • Keine

Benötigtes Material

  • EKG-Monitor
  • Kapnometrie Tubusadapter oder Nasal-/Oraladapter

Durchführung

Tubusadapter
Nr.


1 Beide Sensoren mit dem Adapter konnektieren (Dreieck auf Dreieck)
2 Den Adapter zwischen Beatmungsbeutel und Beatmungsfilter platzieren
(Optimale Anordnung: Tubus - Gänsegurgel - Beatmungsfilter - Kapnograpiesensor - Beatmungsbeutel)
Nasal-/Oraladapter
Nr.


1 Beide Sensoren mit dem Adapter konnektieren (Dreieck auf Dreieck)
2 Patient über die Maßnahme aufklären
3 Adapter in der Nase platzieren, mit den Kabeln hinter den Ohren fixieren und den Fixierring unter dem Kinn festziehen
4 Den Adapter und die Kabel mit Klebestreifen fixieren

Erläuterungen

Kapnogramm

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  • Phase I

    Beginn der Exspiration. Zunächst wird die Luft des anatomischen Totraumes ausgeatmet. Da diese kein CO2 besitzt, kommt es während dieser Phase zunächst zu keinem Anstieg im Kapnogramm.

  • Phase II

    In der weiteren Ausatmung wird zunehmend zur Luft aus dem anatomischen Totraum Gas aus den Alveolen ausgeatmet. Da dieses CO2 beinhaltet, kommt es zum schnellen Anstieg im Kapnogramm.

  • Phase III

    In dieser Phase kommt es zum Abatmen der Luft aus den Alveolen. Da CO2-arme Luft des Totraumes nicht mehr vorhanden ist, kommt es zu einer Plateauphase im Kapnogramm. Der Übergang von Phase III zu Phase IV markiert den Beginn der Inspiration. In diesem Moment erreicht das CO2 am Detektor seinen Maximalwert. Dieser Wert wird als endtidales Kohlendioxid (etCO2) bezeichnet und spiegelt den CO2-Gehalt der Alveolen am besten wider.

  • Phase IV

    Mit Beginn der Inspiration kommt es zum schnellen Abfall der CO2-Konzentration im Schlauchsystem.

Normal

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Atemzug

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mögliche Ursachen:

  • spontaner Atemzug (*) bei beatmendem Patienten

Erhöhte Frequenz

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mögliche Ursachen:

  • Hyperventilation
Erniedrigte Frequenz

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mögliche Ursachen:

  • Hypoventilation

  • Schädel-Hirn-Trauma (Hirnstammschädigung)

  • Opiatüberdosierung / Opiatvergiftung

Exponentieller Abfall

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mögliche Ursachen:

  • Herz-Kreislauf-Stillstand

  • Herzinfarkt mit verminderter Auswurfleistung

  • hoher Blutverlust / Volumenmangelschock

  • Lungenembolie

  • rascher Abfall des Blutdrucks

Konstant erhöht

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mögliche Ursachen:

  • Hyperthermie

Konstant erniedrigt

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mögliche Ursachen:

  • Reanimation

  • Atemwegsverlegung durch Schleim

  • Hypothermie

Hinweis für niedriges CO2 in der Lunge als Folge einer mangelnden Perfusion.

Plötzlicher Abfall auf Null

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mögliche Ursachen:

  • Unterbrechung der Verbindung zum Beatmungssystem

  • Undichtigkeit im Probenentnahmesystem

  • versehentliche Extubation

  • vollständiger Atemwegsverschluss

Schrägstellung des Plateaus

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mögliche Ursachen:

  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

  • Asthma

  • teilweise Verlegung des Tubus

Irregulär

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mögliche Ursachen:

  • temporäre Undichtigkeiten im Beatmungssystem

  • temporärer, teilweiser Verschluss des Beatmungssystem (zum Beispiel abknicken während Umlagerung)

Steigende Grundlinie

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mögliche Ursachen:

  • Verunreinigung des Sensors

Quellenangaben

Version

Kürzel

Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 09/2025 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

NKI-Anwendung

  • Blinde Intubationen ohne Sicht auf die Stimmritze sind nicht zulässig.
  • Die ETI darf nur durchgeführt werden, wenn eine Möglichkeit zur Kapnographie besteht.
  • ETI bei Kindern nur durch Anwender:innen mit Erfahrung oder als Ultima Ratio zur Lebensrettung, wenn eine Oxygenierung anderweitig nicht möglich ist.
  • Die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen (Rezertifizierung, schriftliche Einzelermächtigung) sind zu beachten. Ohne schriftliche Einzelermächtigung durch den Chefarzt / ÄLRD ist eine Durchführung der ETI im RKNÖ nicht zulässig.
  • Nach einer NKI-Anwendung ist dieses Formular auszufüllen.

ALS in Zweier-Teams

  • Entscheidend für das Überleben ist die suffiziente Beatmung und hochqualitative Herzdruckmassage mit minimaler Unterbrechung! Bemühungen zur Durchführung erweiterter Maßnahmen dürfen diese Maßnahmen nicht gefährden.

Quellenangaben

ÖRK-Arzneimittelliste 03/2024 (ÖRK/Gremium der Bundeschefärzte der österreichischen Rettungsorganisationen)

ERC-Guidelines 2021: Lebensrettende Maßnahmen bei Kindern (Paediatric Life Support, PLS)

S1-Leitlinie Prähospitales Atemwegsmanagement 2019 (Deutschland)

Erläuterungen

Die Behandlungsleitlinie ist in dieser (oder sehr ähnlicher) Form international üblich für ALS-Personal.

Die Behandlungsleitlinie entspricht der aktuellen wissenschaftlichen Empfehlung für die Reanimation (ERC-Guidelines).

Version
Version BLLNOE 24.1

03/2026

Adaptierung der BLL auf i-gel als SGA. Anpassungen an Formulierungen und Layout. Empfohlener Ablauf der Beatmungsstruktur hinzugefügt. Notfallkoniotomie als Maßnahme NA in Ablaufgrafik hinzugefügt

Version BLLNOE 24.0.1

03/2025

Änderung Darstellung Klappboxen

Version BLLNOE 24.0

06/2024

Darstellung nach neuem Designkonzept

Version 1.1 12/2021 Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!