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Intoxikation (Kinder)

                                                                                         KI 10 Intoxikation 24.0.1.png13 Intoxikation 24.1 01 oberer Teil.png

                                                                                           

Alkohol

13 Intoxikation 24.1 01 kristalloide Infusionslösung.png13 Intoxikation 24.1 01 unterer Teil.png

{{@401}}

Opioide

zggMMYtGTXmWfZ6F-13-intoxikation-24-1-01-naloxon.png13 Intoxikation 24.1 01 unterer Teil.png{{@345}} {{@422}}

Benzodiazepine

13 Intoxikation 24.1 01 Flumazenil.png13 Intoxikation 24.1 01 unterer Teil.png

{{@423}}

Halluzinogene (Cannabis, LSD, Pilze, Angel Dust, Ketamin...)

13 Intoxikation 24.1 01 Halluzinogene.png13 Intoxikation 24.1 01 unterer Teil.png

{{@606}} {{@605}}

Sympathomimetika (Ephedrin, Kokain, Ecstasy/MDMA...)

13 Intoxikation 24.1 01 Sympathomimetika.png

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{{@606}} {{@605}}

Cholinergika (muskarinh. Pflanzen/Pilze, Pflanzenschutzmittel)

13 Intoxikation 24.1 01 Atropin.png13 Intoxikation 24.1 01 unterer Teil.png

{{@359}}

Kohlenmonoxid

13 Intoxikation 24.1 01 CO-Vergiftung.png13 Intoxikation 24.1 01 unterer Teil.png

{{@542}}

  

Therapieziel

Vitalfunktionen soweit Absichern, dass ein sicherer Transport in ein Krankenhaus möglich ist.

Allgemeine Hinweise

SpCO-Messwerte bei Kohlenmonoxidintoxikationen
COHb Symptome Maßnahmen
1-4% Normalwert bei Gesunden hochdosierte Sauerstoffgabe und Hospitalisierung bei
  • Symptomatik
  • Schwangerschaft
  • Kinder
4-10%* Leichte Symptomatik hochdosierte Sauerstoffgabe und Hospitalisierung*
10-20% Herzklopfen, Dyspnoe bei Belastung, Kopfschmerz, eingeschränkte Sehleistung, Schwindel, Übelkeit, Kollapsneigung

hochdosierte Sauerstoffgabe

 

NIV-CPAP-Beatmung und hyperbare Sauerstofftherapie (Druckkammer) erwägen bei

  • schwerer Symptomatik
  • Schwangerschaft
  • Kinder
20-30% Zunahme der Symptomatik

hochdosierte Sauerstoffgabe

 

NIV-CPAP-Beatmung und hyperbare Sauerstofftherapie (Druckkammer) erwägen

 

Intubationsnarkose bei Bewusstseinsverschlechterung erwägen

>30% Bewusstseinsverlust

hochdosierte Sauerstoffgabe

 

Intubationsnarkose und hyperbare Sauerstofftherapie (Druckkammer) erwägen

* RaucherRaucher:innen können auch ohne Kohlenmonoxidvergiftung SpCO-Werte bis 10% aufweisen.

sonstige oder unklare Substanzen

13 Intoxikation 24.1 01 VIZ.png13 Intoxikation 24.1 01 unterer Teil.png

Therapieziel

Vitalfunktionen soweit Absichern, dass ein sicherer Transport in ein Krankenhaus möglich ist.

Quellenangaben

ÖRK-Arzneimittelliste 03/2024 (ÖRK/Gremium der Bundeschefärzte der österreichischen Rettungsorganisationen)

S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Kohlenmonoxidvergiftung

LuxemHüser, J.C., RunggaldierBernhard, K.M., KarutzBiermann, H., Flakeet F.al. Die Toxidromsonne als diagnostisches Instrument im Schockraum. Notfall Rettungsmed (2020)2024). Notfallsanitäter Heute, 7. Auflagehttps://doi.org/10.1007/s10049-024-01410-6

Berliner Feuerwehr, Medizinische Handlungsanweisungen Berliner Notfallrettung 2024

Erläuterungen
  • Bei Intoxikationen steht das Erhalten der Vitalfunktionen im Mittelpunkt. Ein vorgehen nach der obenstehenden Grafik ermöglicht ein systematisches Abarbeiten der gängigsten Vergiftungsformen.
  • Naloxon als Antidot zu Opiaten hat keine Nebenwirkungen (mit Ausnahme eines zu schnellen Opiatentzugs bei zu hoher Dosierung) und ist sogar für die Diagnose einer Opiatintoxikation zugelassen. Daher bietet es einen sehr hohen Nutzen bei sehr geringem Risiko und ist daher freigegeben. 
  • Flumazenil als Antidot zu Benzodiazepinen hat ein anderes Risikoprofil. Viele Patient:innen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen haben Benzodiazepine als Dauermedikation. Nimmt man durch zu aggressive Flumazenilgabe diesen "Benzo-Grundspiegel" weg, besteht das Risiko für Krampfanfälle. Da die GABAA-Rezeptoren dann durch Flumazenil blockiert sind, können diese Krampfanfälle nur mehr durch eine Narkose z.B. mit Propofol beendet werden. Aus diesem Grund ist es aktuell nicht zur Therapie einer vorbestehenden Benzodiazepinintoxikation freigegeben sondern nur im Rahmen einer überschießenden Reaktion auf vom Sanitätspersonal selbst verabreichten Benzodiazepinen im Rahmen der Schmerztherapie mit Esketamin/Midazolam.

    Die Behandlungsleitlinien zur Schmerztherapie und die Behandlungsleitlinie Intoxikation zielen auf völlig unterschiedliche Patientengruppen ab.

    Wird der Rettungsdienst zu Patient:innen mit Benzodiazepinintoxikation gerufen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen suchtkranken Patient:in mit Überdosis. Diese sind üblicherweise einen Benzodiazepin-Spiegel gewohnt und werden möglicherweise auf die Gabe von Flumazenil auf Grund des raschen Entzugs mit einem Krampfanfall reagieren. Dieser Krampfanfall ist auf Grund der Wirkung des Flumazenil mit Benzodiazepinen nicht mehr durchbrechbar. Notärzt:innen können diesen Krampfanfall mit Narkotika (zB Propofol) durchbrechen. Diese Möglichkeit haben Notfallsanitäter:innen nicht.

    Im Rahmen der Schmerztherapie wird die Benzodiazepin-Überdosis durch den/die Notfallsanitäter:in ausgelöst - wodurch diese "Entzugsreaktion" sehr unwahrscheinlich ist.

  • Midazolam vs. Lorazepam zur Anxiolyse und Sedierung: Studien zeigen, dass Midazolam und Lorazepam beide effektiv zur Sedierung eingesetzt werden können, jedoch mit unterschiedlichen pharmakokinetischen Eigenschaften. Midazolam wirkt schneller, aber kürzer, während Lorazepam länger wirkt, jedoch eine verzögerte Wirkung zeigt. Aus diesem Grund wird in dieser Behandlungsleitlinie Midazolam der Vorzug gegeben (u.a.: Nobay, F., Simon, B., Levitt, M., & Dresden, G. (2004). A prospective, double-blind, randomized trial of midazolam versus haloperidol versus lorazepam in the chemical restraint of violent and severely agitated patients.. Academic emergency medicine : official journal of the Society for Academic Emergency Medicine, 11 7, 744-9 . https://doi.org/10.1197/J.AEM.2003.06.015.) 
  • Die CPAP-ASB-Beatmung ist aktuell im RKNÖ für NKI nicht freigegeben, weil Beatmungsgeräte lt. NÖ Rettungsdienst-Mindestausstattungsverordnung 2017 auf RTW und RTW-C nicht vorgesehen sind und unsere Behandlungsleitlinien die real möglichen Behandlungsmöglichkeiten widerspiegeln.
  • Die Freigabe der Arzneimittel dieser Behandlungsleitlinie wird empfohlen durch das ÖRK-Bundeschefärztegremium.
  • Die Behandlungsleitlinie ist in dieser (oder sehr ähnlicher) Form international üblich für ALS-Personal.
Version
Version BLLNOE 24.0.2

03/2025

ÄnderungErgänzung einiger Toxidrome (inkl. Benzodiazepintherapie mit TNA), neue Darstellung mit Klappboxen

Version BLLNOE 24.0.1

12/11/2024

Bei der Kohlenmonoxidintoxikation wurde "CPAP ASB-Beatmung" durch "CPAP-Beatmung" ersetzt. Begründung: Bei CO-Intoxikationen wird standardmäßig kein ASB empfohlen (und ist normalerweise auch nicht notwendig). Die Einstellungen Beatmungsgerät bei der CPAP-Beatmung bei der CO-Intoxikation wurden entsprechend angepasst. Es wurde unter den allgemeinen Hinweisen eine SpCO-Messwerttabelle mit empfohlenen Maßnahmen hinzugefügt.

Erläuterung hinzugefügt

Version BLLNOE 24.0

03/2024

Darstellung nach neuem Designkonzept

Version 1.1 12/2021 Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!