Atem-Kreislauf-Stillstand (ALS)

Defibrillation
{{@774}}
{{@353}}
Weitere RM erforderlich?
Bei einer laufenden Reanimation müssenmüssen Advanced-Life-Support-MaßnahmenMaßnahmen so rasch wie möglichmöglich eingeleitet und kontinuierlich aufrechterhalten werden. Um dies sicherzustellen, sind neben einem Notfallsanitäter:Notfallsanitäter:in-NKV mindestens 2 weitere Sanitäter:Sanitäter:innen notwendig. Die Nachforderung weiterer Rettungs- und Notarztmittel muss frühzeitigfrühzeitig geprüftgeprüft werden.
Bei komplexeren Reanimationssituationen (eCPR, besondere Umstände,Umstände, Trauma,...) muss die PersonalstärkePersonalstärke entsprechend erhöhterhöht werden.
eCPR Checkliste
Checkliste Einschlusskriterien eCPR
Die Leitstelle muss diese Checkliste abfragen
- Beobachtetes Kollapsgeschehen
- Alter < 65 Jahre
- Beginn der Reanimation < 5 min nach Kollaps
- Initial schockbarer Rhythmus oder PEA > 50/min
- Keine fortgeschrittenen
KomorbiditätenKomorbiditäten (Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, COPD, Tumorerkrankung, Adipositas [BMI>33]) - Pupillen nicht entrundet
- etCO2 > 10 mmHg
währendwährend CPR
Die Initiale Information an die Leistelle soll bereits nach dem ersten Schock oder bei PEA nach der ersten Adrenalingabe erfolgen, damit so frühzeitigfrühzeitig wie möglichmöglich geeignete Rettungsmittel (zB NAH) alarmiert werden können.können.
Die Leitstelle prüftprüft nach der initialen Information (oder bei Eventkategorie ALS rot bereits währendwährend der Anfahrt der Rettungsmittel) die geschätztegeschätzte Eintreffzeit in der eCPR Klinik und entscheidet ob das Eintreffen innerhalb der vorgegebenen Zeit von 60 Minuten nach Kollaps möglichmöglich ist. FürFür das Rettungsteam ist es nicht notwendig eine AbwägungAbwägung zu treffen, in welcher Region die Reanimation stattfindet oder ob die Zeit eingehalten werden kann.
Kontinuierlich reversible Ursachen suchen und behandeln
- Hypoxie
- H
ypovolämieypovolämie - Hypo-/
HyperkalämieHyperkalämie (metabolische Entgleisungen) - Hypo-/Hyperthermie
- Herzbeuteltamponade
- Intoxikation
- Thrombose (koronar oder pulmonal)
- Spannungspneumothorax
{{@354}}
Defibrillationsvektor ändernändern
{{@775}}
WährendWährend der Reanimation
-
Sichere eine optimale Platzierung der Defibrillator-Pads
-
Gib Sauerstoff
-
FühreFühre kontinuierliche Thoraxkompressionen durch, wenn ein Endotrachealtubus oder ein supraglottischer Atemweg vorhanden ist -
Verwende Kapnografie mit Kurvenverlauf
-
Minimiere Unterbrechungen der Thoraxkompressionen
-
Lege
frühzeitigfrühzeitig einenintravenösenintravenösen Zugang (intraossär,intraossär, wenn IV nichtmöglich)möglich)
ErwägeErwäge
-
Mechanische Thoraxkompressionen zur Erleichterung des Transports oder der Behandlung
-
Ultraschall, um reversible Ursachen zu identifizieren
-
Extracorporale CPR sowie ggf. Koronarangiografie / perkutane Koronarintervention
Therapieziel
Wiederkehr des Spontankreislaufes mit möglichstmöglichst wenig FolgeschädenFolgeschäden
Vorschlag Arbeitsteilung und Materialmanagement
Im folgenden Abschnitt skizzieren wir einen möglichenmöglichen Standardablauf einer ALS-Reanimation. Uns ist bewusst, dass jede Reanimation individuelle Besonderheiten aufweist und situationsangepasste Entscheidungen durch die verantwortlichen Sanitäter:Sanitäter:innen erfordert.

| SAN 1 |
Die Position des SAN 1 wird
Aufgaben zu Beginn der Reanimation:
Ist das Team zu zweit muss SAN 1 vor der Beatmung die Defi-Elektroden anbringen und die erste Analyse inkl. Schock |
| SAN 2 |
Die Position des SAN 2 kann von einem
Aufgaben zu Beginn der Reanimation:
Ist das Team zu zweit, kann SAN 2 nach der Atemwegssicherung die Beatmung
Ist das Team zu dritt, wechselt SAN 2 sich mit SAN 3 bei der Herzdruckmassage ab. |
| SAN 3 |
Die Position des SAN 3 soll, wenn
Aufgaben zu Beginn der Reanimation:
SAN 3 wechselt sich mit SAN 2 bei der Herzdruckmassage ab. |
| Monitor/Defibrillator |
Der Monitor/Defibrillator steht links vom Patientenkopf.
|
| Absaugeinheit |
Die Absaugeinheit steht rechts vom Patientenkopf.
|
| Notfallrucksack |
Der Notfallrucksack liegt links vom SAN 1
|
| Ampullarium |
Das Ampullarium liegt links vom SAN 3 auf der linken Seite des Patienten.
|
| Sauerstoff |
Der Sauerstoff liegt rechts vom SAN 1.
|
Besondere UmständeUmstände
Bewusstsein durch CPR (ohne ROSC)
- Bewusstsein unter
WiederbelebungsmaßnahmenWiederbelebungsmaßnahmen (ohne ROSC) ist selten, wird jedoch zunehmend berichtet. Helferkönnenkönnen die Verwendung von Sedativa oder Analgetika (oder beidem) in geringen Dosen in Betracht ziehen, um Schmerzen und Leiden bei Patienten zu vermeiden, diewährendwährend der Wiederbelebung bei Bewusstsein sind. - Bewusstseinsklaren Patienten
dürfendürfen nicht nur Muskelrelaxantien verabreicht werden.

{{@780}}
{{@779}}
Anaphylaxie
- Standard ALS
- Die schnelle Erkennung einer Anaphylaxie (Atemwegs-, Atem- oder Kreislaufproblemen mit oder ohne Haut- und
Schleimhautveränderungen)Schleimhautveränderungen) ist entscheidend. - Im Kreislaufstillstand
präsentiertpräsentiert sich eine Anaphylaxie meistens mit einer pulslosen elektrischenAktivitätAktivität (PEA). - Die BLL "Anaphylaxie" wird auch in der Reanimation oder bei ROSC
durchgeführt:durchgeführt:AllergieauslöserAllergieauslöser entfernen- Adrenalin
intramuskulärintramuskulär (wenn kein Adrenalinintravenösintravenösmöglich)möglich) - kristalloide
InfusionslösungInfusionslösungintravenösintravenös - Diphenhydramin oder Dimetinden
intravenösintravenös - Prednisolon
intravenösintravenös
ErwägeErwägefrühzeitigfrühzeitig eCPR.
HyperkaliämieHyperkaliämie
- Standard ALS
-
Das Management und die Identifikation von Patienten mit
HyperkaliämieHyperkaliämie impräklinischenpräklinischen Setting kann herausfordernd sein, da die diagnostischenMöglichkeitenMöglichkeiten begrenzt sind. - Bei allen Risikopatienten (z. B. Nierenversagen, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, chronische Lebererkrankung) mit einer Arrhythmie oder einem Herzstillstand soll an
HyperkaliämieHyperkaliämie gedacht werden. Gliedmaßenschwäche,Gliedmaßenschwäche, schlaffeLähmungLähmung oderParästhesienParästhesienkönnenkönnen Hinweise auf eine schwereHyperkaliämieHyperkaliämie sein.- EKG-
VeränderungenVeränderungenkönnenkönnen die Schwere und die Anstiegsgeschwindigkeit des Serum-K+ widerspiegeln, es kann aber selbst bei schwererHyperkaliämieHyperkaliämie normal sein. - Wenn die Diagnose einer
HyperkaliämieHyperkaliämie auf Grundlage des EKG gestellt werden kann, kann die Behandlung vor Vorliegen des Laborergebnisses begonnen werden. -
Diese EKG-Zeichen einer
HyperkaliämieHyperkaliämiekönnenkönnen sich fortschreitend entwickeln und umfassen (Abb. 11a):-
Hohe, spitze (
zeltförmige)zeltförmige) T-Wellen
(d. h. T-Wellegrößergrößer als die R-Welle in mehr als einer Ableitung) -
AV-Block ersten Grades
(verlängertesverlängertes PR-Intervall > 0,2 s) -
Abgeflachte oder fehlende P-Wellen
-
Verbreiterter QRS-Komplex (> 0,12 s)
-
Sinuskurve
-
VentrikuläreVentrikuläre Tachykardie -
Bradykardie
-
Herzstillstand (PEA, VF/VT, Asystolie)
-
- Der Transport der Patientin bzw. des Patienten auf eine Intensivstation mit
DialysemöglichkeitDialysemöglichkeit ist erforderlich.

HypoglykämieHypoglykämie
- Standard ALS
- Die BLL "
Hypoglykämie"Hypoglykämie" wird auch in der Reanimation oder bei ROSCdurchgeführt:durchgeführt:- Glucose
intravenösintravenös
- Glucose
Hyperthermie
- Standard ALS
- Die Kerntemperatur soll gemessen werden (Corpuls Temperatursonde), um die Behandlung zu steuern.
- Der Patient soll in eine
kühlekühle Umgebung gebracht werden. - Der Patient kann extern einfach konduktiv (
Kühlpacks,Kühlpacks, Eisbeutel...), konvektiv (Ventilator, Abduschen...) und durch Verdunstung (Befeuchten...)gekühltgekühlt werden. - Patienten mit maligner Hyperthermie oder toxininduzierter Hyperthermie werden
präklinischpräklinisch wie eine umweltbedingte Hyperthermie behandelt.
Hypothermie
mit Temperatursonde |
Defibrillation | Adrenalin | eCPR |
| < |
Max. 3 Schocks bis > |
Max. 1mg bis > |
JA |
| 30 - |
Alle 2 Min | 1 mg alle 8 Min | JA |
| > |
Alle 2 Min | 1 mg alle 4 Min | Nach Protokoll |
- Bei bewusstlosen
unterkühltenunterkühlten Patienten soll bis zu einer Minute lang die Vitalfunktionenüberprüftüberprüft werden (wennmöglichmöglich mit EKG und Ultraschall). - Die Kerntemperatur soll mit einem Niedrigtemperatur Thermometer (Corpuls Temperatursonde) gemessen werden, um eine akzidentelle Hypothermie zu diagnostizieren.
UnterkühlteUnterkühlte Patienten mit Kreislaufstillstand zurWiedererwärmungWiedererwärmung sollen direkt in ein Zentrumfürfür extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (eCPR) transportiert werden.- Wenn eine sofortige oder kontinuierliche CPR nicht
möglichmöglich istdürfendürfen Sie beiunterkühltenunterkühlten Patienten mit einer Kerntemperatur unter28 °28 °C die Wiederbelebungverzögernverzögern oder eine intermittierende Wiederbelebung anwenden. - Hypothermer Herzstillstand ist
häufighäufigrefraktärrefraktärgegenübergegenüber Defibrillation und Adrenalin. - Weitere Defibrillationsversuche sollen, wenn nach drei Schocks weiterhin Kammerflimmern (VF) besteht, verschoben werden bis die Kerntemperatur >
30 °30 °Cbeträgt.beträgt. - Unter
30 °30 °C reichert sich Adrenalin an und kann mehrschädlicheschädliche als positive Wirkungen haben.11 mg Adrenalin i.v. soll deshalb nur einmalig verabreicht werden, um einen ROSC zuermöglichen.ermöglichen. Ist direkt die Einleitung einer eCPR geplant, soll unter 30°°C kein Adrenalin verabreicht werden. - Die Dosierungsintervalle
fürfür Adrenalin sollen auf6–6–10 Minutenverlängertverlängert werden, wenn die Kerntemperatur30–35 °30–35 °Cbeträgt.beträgt. - Der Einsatz mechanischer CPR soll geplant werden, wenn der Transport
längerlänger dauert oder dasGeländeGelände Schwierigkeiten bereitet. - Mit
WiedererwärmungstechnikenWiedererwärmungstechniken soll begonnen werden, wenn ein eCPR-Zentrum nicht innerhalb einer angemessenen Zeit (z.B. 6 Stunden) erreicht werden kann. - Ein unbeobachteter Herzstillstand mit Asystolie als erstem Rhythmus ist keine Kontraindikation
fürfür eCPR-Wiedererwärmung.Wiedererwärmung.

Lawinenrettung
- Wiederbelebung bei Kreislaufstillstand soll auf der Grundlage der Kerntemperatur, der Dauer der
VerschüttungVerschüttung und der Freiheit der Atemwege begonnen werden.

ECLS = eCPR
a: Enthauptung, vollständigevollständige Durchtrennung des Rumpfes oder vollständigvollständig verwester Körper.Körper.
b: Ein verlegter oder blockierter Atemweg liegt vor, wenn Nase und Mund vollständigvollständig mit fest verdichtetem Schnee oder GeröllGeröll gefülltgefüllt sind.
c: Wenn eine Rettung zu gefährlichgefährlich ist, kann bei tief hypothermen Patienten (< 28°28°C) eine verzögerteverzögerte Reanimation in Betracht gezogen werden. Wenn der Transport schwierig ist, kann eine intermittierende CPR erwogen werden.
d: Wenn keine Messung der KörperkerntemperaturKörperkerntemperatur verfügbarverfügbar ist, kann ein hypothermiebedingter Kreislaufstillstand nach Ermessen der Rettenden auch bei einer VerschüttungsdauerVerschüttungsdauer < 60 Minuten angenommen werden, wenn folgende Bedingungen vorliegen:
-
freier Atemweg
-
keine Vitalzeichen
-
MöglichkeitMöglichkeit einer sehr schnellenAbkühlung,Abkühlung, z. B.:-
VerschüttungVerschüttungwährendwährend des Aufstiegs -
niedriger Body-Mass-Index oder kleine
KörpergrößeKörpergröße -
minimale Bekleidung
-
starkes Schwitzen vor der
VerschüttungVerschüttung
-
e: Die innerklinische Prognose eines erfolgreichen WiedererwärmensWiedererwärmens bei einem Lawinenopfer sollte die Berechnung der ÜberlebenswahrscheinlichkeitÜberlebenswahrscheinlichkeit mittels HOPE-Score einschließen.einschließen.
HOPE = Hypothermia Outcome Prediction after ECLS rewarming for hypothermic arrested patients (Vorhersagemodell fürfür das ÜberlebenÜberleben nach WiedererwärmungWiedererwärmung mittels eCPR bei hypothermen Patient:innen im Kreislaufstillstand)
- Bei
LawinenunfällenLawinenunfällen mit mehrerenVerschütteten,Verschütteten, bei denen nur BLS Anwender und auch nichtgenügendgenügend Helfer vor Ort sind, kann man nach dem AvaLife-Algorithmus vorgehen.

Lungenembolie
- Standard ALS
- Niedrige ETCO2 Werte (< 13 mmHg) unter hochwertigen Thoraxkompressionen
könnenkönnen die Diagnose einer Lungenemboliestützen,stützen, sind jedoch kein spezifisches Anzeichen. - Im Kreislaufstillstand
präsentiertpräsentiert sich eine Lungenemboliehäufighäufig als pulslose elektrischeAktivitätAktivität (PEA). - Ultraschall kann im Kreislaufstillstand zur Erkennung einer Lungenembolie eingesetzt werden.
- Symptome vor dem Herzstillstand:
-
PlötzlichPlötzlich einsetzende Dyspnoe -
Pleuritischer oder retrosternaler Brustschmerz
-
Husten
-
HämoptysenHämoptysen -
Synkope
(anderweitig nichterklärbarerklärbar und/oder wiederholte Kollapsereignisse) -
Zeichen einer DVT
(einseitige Schwellung der unterenExtremität)Extremität) - EKG:
-
Negativierung der T-Wellen in den Ableitungen
V1–V1–V4 -
QR-Muster in V1
-
S1Q3T3-Muster
(d. h. prominente S-Welle in Ableitung I, Q-Welle und invertierte T-Welle in Ableitung III) -
inkompletter oder kompletter Rechtsschenkelblock
-
-
- Bei Verdacht auf eine Lungenembolie als Ursache
fürfür den Kreislaufstillstand sollen Fibrinolytika (Metalyse...) eingesetzt werden. - Wenn thrombolytische Medikamente verabreicht wurden, sollte die CPR mindestens
60–60–90 Minuten fortgesetzt werden. - eCPR als
RettungsmaßnahmeRettungsmaßnahme sollfürfürausgewählteausgewählte Patienten mit Kreislaufstillstand erwogen werden, wenn die konventionelle Wiederbelebung versagt und eCPRverfügbarverfügbar ist.
Koronarthrombose
- Standard ALS
- Die koronare Herzkrankheit (KHK) bleibt die
häufigstehäufigste Ursache einesaußerklinischenaußerklinischen Herzstillstands bei Erwachsenen, entweder durchventrikuläreventrikuläre Arrhythmien infolge akuterMyokardischämieMyokardischämie oder durch Arrhythmien, die aus einem fibrotischen arrhythmogenen Substrat bei Patient:innen mit vorausgegangenem Myokardinfarkt entstehen. - Der Patient soll in ein Zentrum mit PCI-
KapazitätenKapazitäten transportiert werden und die bestehenden STEMI-Netzwerke bei ST Hebung oder Verdacht auf eine anhaltendeIschämieIschämie aktiviert werden. - Bei folgender Anamnese muss von einem akuten Koronarsyndrom ausgegangen werden:
- KHK in der Vorgeschichte
- Brustschmerz vor dem Herzstillstand
- initial schockbarer Rhythmus
- Die BLL "Akutes Koronarsyndrom (ACS)" wird auch in der Reanimation oder bei ROSC
durchgeführt:durchgeführt:
- EKG-Diagnostik (Geringe Aussagekraft
≤≤ 8 Minuten nach ROSC - ca. 10 Minuten nach ROSC erneutes EKG) - Entscheidung STEMI/NSTE-ACS mit Hochrisiko-EKG/NSTE-ACS mit
InstabilitätskriteriumInstabilitätskriterium AcetylsalicylsäureAcetylsalicylsäure oral oderintravenösintravenös- Heparin
intravenösintravenös - Ticagrelor oral (wenn
möglich)möglich)
- EKG-Diagnostik (Geringe Aussagekraft
Intoxikation
- Standard ALS
- Es muss auf die
persönlichepersönliche Sicherheit geachtet werden, da durch direkten Hautkontakt (z.B. Mund-zu-Mund-Beatmung) toxische Substanzenübertragenübertragen werdenkönnen.können. - Alle Patienten mit Kreislaufstillstand sollen auf eine
möglichemögliche Intoxikation untersucht werden. - Die weitere Absorption soll verhindert werden und spezifische
BehandlungsmaßnahmenBehandlungsmaßnahmen wie Antidota und Dekontamination sollen erwogen werden. - Sofern
verfügbar,verfügbar, sollen Antidota so schnell wiemöglichmöglich verabreicht werden. WiederbelebungsmaßnahmenWiederbelebungsmaßnahmenmüssenmüssen eventuellüberüber einenlängerenlängeren Zeitraum fortgesetzt werden, da die Toxinkonzentrationwährendwährendlängererlängerer Wiederbelebung durch Metabolisierung oder Ausscheidung sinken kann.- Die Vergiftungsinformationszentrale (Tel. +43 1 4064343) soll
fürfür Informationen zur Behandlung des vergifteten Patienten kontaktiert werden. - Die
KörpertemperaturKörpertemperatur der Patienten sollte gemessen werden, da beiÜberdosierungenÜberdosierungen von Medikamenten eine Hypothermie oder Hyperthermie auftreten kann. - Die BLL "Intoxikation" wird auch in der Reanimation oder bei ROSC
durchgeführt.durchgeführt.
Traumatischer Kreislaufstillstand
- Der traumatische Kreislaufstillstand (TCA) unterscheidet sich vom Kreislaufstillstand aufgrund medizinischer Ursachen; dies spiegelt sich im Behandlungsalgorithmus wider.
- Die Reaktion auf einen traumatischen Kreislaufstillstand ist zeitkritisch und der Erfolg
hängthängt von einer gut etablierten Rettungskette ab,einschließlicheinschließlich einer gezieltenpräklinischenpräklinischen Versorgung und einer spezialisierten Versorgung im Traumazentrum. - Eine
frühzeitigefrühzeitige und aggressive Behandlung reversibler Ursachen (z.B. Blutstillung, Atemwegsmanagement, Thoraxdekompression) istfürfür dasÜberlebenÜberleben von entscheidender Bedeutung. - Unmittelbare
ReanimationsmaßnahmenReanimationsmaßnahmen bei traumatischem Herzstillstand konzentrieren sich auf die gleichzeitige Behandlung reversibler Ursachen, die Vorrang vor Thoraxkompressionen hat. - Ultraschall hilft bei der Identifizierung der Ursache des Kreislaufstillstands und leitet die
Wiederbelebungsmaßnahmen.Wiederbelebungsmaßnahmen. - Die BLL "Unstillbare Blutung" wird auch in der Reanimation oder bei ROSC
durchgeführt:durchgeführt:- Normothermie sicherstellen
- Rascher Transport in geeigneten Schockraum
TranexamsäureTranexamsäureintravenösintravenös- Kristalloide
InfusionslösungInfusionslösungintravenösintravenös

Es soll in ErwägungErwägung gezogen werden, die Reanimation zu unterlassen, wenn:
-
keine Lebenszeichen in den vorhergehenden 15 Minuten
-
massives Trauma, das mit dem Leben unvereinbar ist, z. B.
-
Dekapitation
-
massive kardiale
ZerstörungZerstörung -
schwere
SchädelverletzungSchädelverletzung mit Verlust von Gehirngewebe
-
Es soll in ErwägungErwägung gezogen werden, die Reanimation zu beenden, wenn:
-
kein ROSC innerhalb von 20 Minuten, nachdem reversible Ursachen behandelt wurden
-
keine ultrasonographisch nachweisbare kardiale
AktivitätAktivität bei PEA 20 Minuten nach Behandlung reversibler Ursachen
Ertrinken
- Es soll Rettungsmaterial und Schwimmhilfen verwendet werden, mit denen die Helfer trainiert sind.
- Die Stabilisierung der
WirbelsäuleWirbelsäule soll die Rettung des Betroffenen aus dem Wasser nichtverzögernverzögern, wenn eine Reanimation erforderlich ist. - Vor dem Standard ALS soll mit 5 Beatmungen mit
100100 % Sauerstoff begonnen werden. - Die 5 Beatmungen
könnenkönnen bereits im seichten Wasserdurchgeführtdurchgeführt werden, sofern das sichermöglichmöglich ist. - Ist die Beatmung nicht sofort
verfügbar,verfügbar, soll mit den Herzdruckmassagen begonnen werden. - Um eine
MagenüberblähungMagenüberblähung zu vermeiden soll der Beatmungsdruck schrittweiseerhöhterhöht werden, wenn einhöhererhöherer Inspirationsdruck erforderlich ist. - eCPR soll erwogen werden, wenn die initiale Reanimation erfolglos ist.
- Es sollen die Empfehlungen zur
UnterkühlungUnterkühlung befolgt werden.
Kreislaufstillstand bei Patienten mit Left Ventricular Assist Device (LVAD)
- Mechanische
Kreislaufunterstützungssysteme,Kreislaufunterstützungssysteme, insbesonderelinksventrikulärelinksventrikuläre Assist Devices (LVAD), werden zunehmend alsÜberbrückungÜberbrückung zur Herztransplantation oder zur Erholung bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz eingesetzt. WährendWährend mit Standard ALS begonnen wird, soll versucht werden, dasGerätGerät wieder in Ordnung zu bringen.

- Es kann erwogen werden, die CPR um bis zu 2 Minuten zu
verzögern,verzögern, um dasGerätGerät wieder zu starten, wenn nicht ausreichend Helferverfügbarverfügbar sind. - Die Behebung der
GerätestörungGerätestörung hatPrioritätPriorität. - Patienten mit LVAD-
GerätenGeräten weisenhäufighäufig keine klassischen klinischen Zeichen wie einen tastbaren Puls auf, selbst wenn siehämodynamischhämodynamisch stabil sind. Daher kann die Beurteilung des Kreislaufzustandes mittels Pulspalpation nicht-invasiver Blutdruckmessung oder Pulsoxymetrie schwierig sein. -
Die Erkennung eines Herzstillstands basiert daher auf:
-
fehlender
ReaktionsfähigkeitReaktionsfähigkeit -
fehlender Atmung
-
Kreislaufstillstand beim Sport
- Standard ALS
- Bei rettungsdienstlichen Bereitstellungen bei Sportereignissen muss immer ein Defibrillator griffbereit gehalten werden.
- Kollabiert ein Sportler, muss immer von einem Kreislaufstillstand ausgegangen werden und sofort ein Defibrillator zum Einsatz gebracht werden.
- Bei Kollapsgeschehen auf einem Spielfeld muss die Reanimation inklusive der Defibrillation unmittelbar am Spielfeld
durchgeführtdurchgeführt werden. Ein Transport an den Spielfeldrand stellt eine nicht tolerierbareVerzögerungVerzögerung der Defibrillation dar.
Kreislaufstillstand bei Asthma- oder COPD-Patienten
- Standard ALS
- Wenn
möglichmöglich soll endotracheal intubiert werden (wegen des hohen Beatmungsdrucks). - Die Beatmungen sollen mit langsamer Atemfrequenz (8-10/min) und ausreichendem Tidalvolumen
durchgeführtdurchgeführt werden. - Es soll erwogen werden den Beatmungsbeutel/das
BeatmungsgerätBeatmungsgerät zwischen den Beatmungsphasenwährendwährend der Herzdruckmassage (30:2) zu diskonnektieren, um eine dynamische Hyperinflation ("Air Trapping") zu behandeln. - Es soll auf Symptome eines (Spannungs-)Pneumothorax geachtet werden.
- eCPR soll erwogen werden, wenn die ersten
ReanimationsmaßnahmenReanimationsmaßnahmen erfolglos sind.
Kreislaufstillstand bei HämodialysepatientenHämodialysepatienten
- Standard ALS
- Alle reversiblen Ursachen gelten auch
fürfür Dialysepatienten.ElektrolytstörungenElektrolytstörungen undFlüssigkeitsverschiebungenFlüssigkeitsverschiebungenwährendwährend der Dialyse sindhäufigehäufige Ursachen eines Herzstillstands. -
HyperkaliämieHyperkaliämie soll erwogen werden, wenn der Herzstillstand vor der Dialysesitzung auftritt.FürFür das Management eineshyperkaliämischenhyperkaliämischen Herzstillstands siehe AbschnittHyperkaliämie.Hyperkaliämie. -
HypokaliämieHypokaliämie soll erwogen werden, wenn der Herzstillstand unmittelbar nach der Dialyse auftritt. -
Eine Dialyse kann in der
frühenfrühen Post-Reanimationsphase erforderlich sein, gesteuert durchFlüssigkeitsstatusFlüssigkeitsstatus und Serumchemie. -
Der Transport der Patientin bzw. des Patienten auf eine Intensivstation mit
DialysemöglichkeitDialysemöglichkeit ist erforderlich.
Kreislaufstillstand bei adipösenadipösen Patienten
- Standard ALS
- Die
DurchführungDurchführung einer effektiven Herzdruckmassage kann beiadipösenadipösen Patienten herausfordernd sein. BeiErmüdungErmüdung der Helfenden kann es sinnvoll sein, die Person, die die Thoraxkompressionendurchführt,durchführt,häufigerhäufiger als alle zwei Minuten zu wechseln. - Sind Helfer nicht in der Lage den Patienten auf einen harten Untergrund zu heben, soll die Herzdruckmassage auch auf einem weichen Untergrund begonnen werden.
- Der Einsatz von mechanischen
ThoraxkompressionsgerätenThoraxkompressionsgeräten kann erwogen werden, allerdings begrenzenKörperdimensionenKörperdimensionen und die Neigung der vorderen Thoraxwand die Anwendbarkeit der meistenGeräteGeräte bei sehradipösenadipösen Patienten. - Adipositas ist mit schwieriger Maskenbeatmung assoziiert und kann Probleme beim Atemwegsmanagement verursachen.
- Ein freier Atemweg soll deshalb
frühzeitigfrühzeitig gesichert werden (supraglottische Atemwegshilfen oder tracheale Intubation), um die Dauer der Beutel-Masken-Beatmung zu minimieren.
Kreislaufstillstand bei Patienten mit Pectus excavatum (Trichterbrust)
- Standard ALS
- Pectus excavatum stellt eine
ThoraxwanddeformitätThoraxwanddeformität mit reduziertem Raumfürfür Herz und Lunge dar. - Es soll eine reduzierte Thoraxkompressionstiefe von
3–43–4 cm erwogen werden. - Bei einer Nuss-Bar-Korrektur ist eine deutlich
höherehöhere Kraft erforderlich, um eine wirksame Thoraxkompression zu erzielen. BeiErmüdungErmüdung der Helfenden kann es sinnvoll sein, die Person, die die Thoraxkompressionendurchführt,durchführt,häufigerhäufiger als alle zwei Minuten zu wechseln. - Mechanische
ThoraxkompressionsgeräteThoraxkompressionsgerätekönnenkönnen nur bedingt und mit Vorsicht verwendet werden. FürFür die Defibrillation soll eine antero-posteriore Pad-Platzierung verwendet werden.FrühzeitigeFrühzeitige eCPR soll erwogen werden, wenn die Kompressionen unwirksam sind.
Kreislaufstillstand in der Schwangerschaft
- Standard ALS
- Bei jeder kollabierten Frau im
gebärfähigengebärfähigen Alter soll eine Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. - Eine aortokavale Kompression (Kompression der Vena cava inferior und der Aorta durch den Uterus) muss so
frühfrüh wiemöglichmöglich entlastet werden. Die Entlastung sollwährendwährend der gesamten Reanimation aufrecht erhalten werden. Aufgrund praktischerErwägungenErwägungen wird bei einem Kreislaufstillstand der Mutter eine manuelle Verlagerung derGebärmutterGebärmutter nach links empfohlen:- Von der rechten Seite der Patientin aus unter den Uterus greifen und nach oben und links
drückendrücken oder - Von der linken Seite der Patientin aus
überüber den Uterus greifen und nach oben und links anheben.
- Von der rechten Seite der Patientin aus unter den Uterus greifen und nach oben und links
ZusätzlichZusätzlich zu den 4Hs und HITS muss nach schwangerschaftsspezifischen Ursachenfürfür den Kreislaufstillstand (4Ps) gesucht werden: Diese 4Ps sindPrä-Prä-Eklampsie und Eklampsie, puerperale Sepsis, Plazenta- und Uteruskomplikationen sowie peripartale Kardiomyopathie.- Die Reanimationshysterotomie ist ein zeitkritischer Eingriff. Die Vorbereitung
fürfür den Eingriff sollfrühfrüh erfolgen, da dieÜberlebenschanceÜberlebenschance des Kindes rasch sinkt. - Die Reanimationshysterotomie soll so schnell wie
möglichmöglich am Ort des Kreislaufstillstands von einem erfahrenen Teamdurchgeführtdurchgeführt werden. Ist die Reanimationshysterotomie nichtmöglich,möglich, soll ein zeitkritischer Transport ins Krankenhaus priorisiert werden.

Quellenangaben
ERC-Guidelines 2025: Adult Advanced Life Support
ErläuterungenErläuterungen
- Die Behandlungsleitlinie ist in dieser (oder sehr
ähnlicher)ähnlicher) Form internationalüblichüblichfürfür ALS-Personal. - Die Behandlungsleitlinie entspricht der aktuellen wissenschaftlichen Empfehlung
fürfür die Reanimation (ERC-Guidelines). - Die Drei-Schock-Strategie bei beobachtetem Einsetzen von Kammerflimmern ist gem. aktueller ERC-Guidelines nur bei manueller Defibrillation empfohlen. Im AED-Modus ist sie nicht empfohlen, weil die Pausen zwischen den Schocks zu lange
wären.wären. -
WährendWährend der Analysephase mit dem Corpuls3 ist keine Herzdruckmassagedurchzuführen.durchzuführen. VomGerätGerät wird die Sprachausgabe„„Patient nichtberühren“berühren“ ausgegeben. Zeitgleich zur Analysephase beginnt bereits im Hintergrund das Hochladen zur evt. Schockabgabe.
Wird ein schockbarer Rhythmus festgestellt, wird zeitnahe nach Beginn der Analyse ein Schock vorbereitet. Bei weiteren Herzdruckmassagekönntekönnte sich auf Grund der Artefaktbildung die Schockabgabeverzögern.verzögern.Wird ein nicht-schockbarer Rhythmus festgestellt,
entlädtentlädt der Corpuls 3 die geladene Energie wieder.
Version
| Version BLLNOE 24.1 |
03/2026 |
Design |
| Version BLLNOE 24.0.3 |
09/2025 |
Einschlusskriterien eCPR |
| Version BLLNOE 24.0.2 |
03/2025 |
|
| Version BLLNOE 24.0.1 |
12/2024 |
|
| Version BLLNOE 24.0 |
06/2024 |
Darstellung nach neuem Designkonzept |
| Version 1.1 | 12/2021 | Ursprungsversion |
Keine GewährleistungGewährleistung fürfür ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!