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Hypertonie bei Erkrankungen

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1 Akuteliegtvor,Endorganschädigunghindeuten,einhergeht. 
Beschwerden

Ein Blutdruck-Zielwertehypertensiver Notfall

Akuteswenn Koronarsyndromein stark erhöhter Blutdruck (ACS) wenn180 höher,mmHg senkenSys oder 110 mmHg Dia) mit akuten Beschwerden, die auf 140-160eine mmHgakute systolisch

hypertensiver Notfall

(plötzlicherDazu Blutdruckanstiegzählen und körperliche Beschwerden)insbesondere:

  • Kopfschmerzen
  • Visuelle Störungen
  • Brustschmerzen
  • Ischämietypische EKG-Veränderungen
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Neurologische Defizite
  • keinBei absoluterden speziellen Indikationen der Blutdruck-Zielwert:Zielwerttabelle kann der der Ausgangswert, ab dem eine Blutdrucksenkung indiziert ist, abweichen.


    Bei schwerer akuter Hypertension in der Schwangerschaft (> 160/110 mmHg) soll der Blutdruck (nach TNA-Callback) gesenkt werden.

    Bei unstillbarem Nasenbluten kann ein stark erhöhter Blutdruck (≥ 180/110 mmHg) gesenkt werden, um die körperlichenBlutstillung Beschwerdenzu müssen sich deutlich verbessern oder verschwinden. Hinweise zum Blutdruckwert:  meistens nicht mehr als 25 % vom Ausgangswert und nicht unter 140 mmHg systolisch (Richtwerte - nicht fix!)
    erleichtern.

    Insult

    ≥220 mmHg systolisch um max. 15 % senken

    Aortendissektion

    senken auf ~ 120 mmHg systolisch

    Schwangerschafts-Bluthochdruck (Eklampsie, Präeklampsie)

    130-150 mmHg systolisch

    {{@369}} {{@343}@751}}

    Therapieziel

    ErreichenReduzierung der Gefahr eines Blutdruckwertes,akuten der in der aktuellen Behandlungssituation dem Körper ein suffizientes Arbeiten ermöglicht und das Risiko für Folgeschäden minimiert.Endorganschadens

    Allgemeine Hinweise

    Eine Hypertensivehypertensive Entgleisung und(im Gegensatz zum hypertensiven Notfall) liegt vor, wenn der Blutdruck stark erhöht ist, ohne dass Zeichen einer akuten Endorganschädigung vorliegen. Laut ESC-Leitlinie handelt es sich dabei Hypertensivernicht um einen akuten Notfall, (gem.da Nationalekeine Versorgungsleitlinieunmittelbare HypertonieGefährdung 2023):

    von
      Gehirn,
    • BeiHerz, einerNieren hypertensivenoder Entgleisung,großen d.h.Gefäßen RRbesteht. >Die 180/110mmHgLeitlinie ohnebetont akuteausdrücklich, Begleitsymptome sollte eine moderate Blutdrucksenkung (Anpassung der oralen Medikation dass bei PersistenzBetroffenen keine abrupten oder aggressiven Blutdrucksenkungen erfolgen sollen, da solche Interventionen unnötig und potenziell schädlich sind. Ebenso weist die Leitlinie darauf hin, dass viele Patient:innen in Stress- oder Schmerzsituationen reaktiv erhöhte Blutdruckwerte zeigen, die sich nach 30 min Ruhe) erfolgen.
    • Bei einem hypertensiven Notfall, d. h. akuter starker Blutdruckanstieg, oft mit RR > 180/110 mmHg und akuten Begleitsymptomen (z. B. Ruhedyspnoe, V. a. Schlaganfall, ACS, Aortendissektion, Lungenödem, rasch progredienteBeruhigung oder neuSchmerztherapie aufgetretenevon Nierenkrankheit,selbst akutenormalisieren, schwere Blutung o. ä.) soll eine umgehende Krankenhauseinweisung erfolgen (aus dem weiteren Text geht hervor,ohne dass eine raschestmöglichespezifische antihypertensive Behandlung nötig ist.

      Da es sich nicht um eine zeitkritische Erkrankung handelt und keine akute i. v. Blutdrucksenkung empfohlen wird,wird, auchgilt:
      Die wennbeste Versorgung besteht – je nach lokalen Gegebenheiten – in der kontrollierten Weiterbetreuung durch eine:n niedergelassene:n Ärzt:in oder eine reguläre ärztliche Vorstellung, bei der eine Anpassung der bestehenden Dauertherapie erfolgen kann. Eine präklinische Blutdrucksenkung durch den Rettungsdienst ist laut ESC-Leitlinie nicht erwähntindiziert.

      wird).
    • Aus einem Notfall ergibt sich nach Einschätzung der Leitliniengruppe dringlicher stationärer Handlungsbedarf, während eine Entgleisung zwar ein ernstzunehmendes und therapiebedürftiges, aber kein notfallmäßiges Ereignis darstellt.
    Quellenangaben

    Die2024 2023 ESHESC Guidelines for the management of arterialelevated hypertensionblood der European Society of Hypertension geben keine fixen Blutdruckwerte an, sondern beschäftigen sich ausführlicher mit den körperlichen Symptomen. Der Blutdruckmessung selbst wird weniger Wichtigkeit zugeschrieben, weil sie oft verfälscht sei und Patient:innen in Krankenhäusern oft als Hypertensiver Notfall ("Hypertensive Emergency") klassifiziert würden, obwohl sie "nur" einen zu hohen Blutdruckwert hätten und daher als Hypertensive Entgleisung ("Hypertensive Urgency") zu bewerten wären. Umgekehrt kann es vorkommen, dass trotz nicht so hoher Absolutwerte bei der Blutdruckmessung körperliche Schäden entstehen, weil der Blutdruck nicht rasch genug gesenkt wird. Entscheidend für die akute Behandlungsbedürftigkeit sei das vorliegen körperlicher Beschwerden. Welche körperliche Beschwerden vorliegen, hängt von den betroffenen Organen ab. Die Symptome können Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel und andere neurologische Defizite umfassen sowie Brustschmerzen und Atemnot (u.a. Seite 1976, Kapitel 16.2 Hypertensive urgenciespressure and emergencies).

    Die Behandlungsleitlinie "Hypertonie bei Erkrankungen" des RKNÖ bildet diese Empfehlungen ab. Für die Entscheidung zur pharmakologischen Therapie entscheidend ist (neben dem akut erhöhten Blutdruck ohne genaue Angabe, wie hoch dieser sein muss) das Vorhandensein körperlicher Beschwerden. Der Blutdruckwert alleine ist kein Entscheidungskriterium!

    Um körperliche Schäden durch den Bluthochdruck für die weitere Behandlung zu dokumentieren, soll vor der ersten Urapidilgabe ein 12-Kanal-EKG geschrieben werden.

    Quellenangaben

    Mancia, G. et al. 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. The Task Force for the management of arterial hypertension of the European Society of Hypertension. J. Hypertens. 41, 1874–2071 (2023). https://doi.org/10.1097/HJH.0000000000003480

    Nationale Versorgungsleitlinie Hypertonie (Deutschland), Kurzfassung, AWMF-Register-Nr. nvl-009

    Erläuterungen

    Die Freigabe der Arzneimittel dieser Behandlungsleitlinie wird empfohlen durch das ÖRK-Bundeschefärztegremium.

    Die Behandlungsleitlinie ist in dieser (oder sehr ähnlicher) Form international üblich für ALS-Personal.

    Die Behandlungsleitlinie entspricht der aktuellen wissenschaftlichen Empfehlung für den deutschsprachigen Raum. 

    Version
    Version BLLNOE 24.1

    12/2025

    Neue Darstellung inkl. Entscheidungskriterium "Akute Beschwerden", Blutdruck-Zielwerttabelle zu Urapidil verschoben und adaptiert, Hinweis zur Hypertensiven Entgleisung hinzugefügt

    Version BLLNOE 24.0.2

    03/2025

    Änderung Darstellung Klappboxen

    Version BLLNOE 24.0.1

    12/2024

    Änderung des Satzes “≥220 mmHg systolisch um max. 15 % senken”. Begründung: Änderung der zugrundeliegenden Leitlinie (S3-Leitlinie Schlaganfall).

    Version BLLNOE 24.0

    06/2024

    Darstellung nach neuem Designkonzept

    Anpassung der Kriterien für die Einstufung als Hypertensiver Notfall an die beiden 2023 publizierten Guidelines (Wegfall der Blutdruckangaben, Fokus auf körperliche Beschwerden)

    Version 1.1 12/2021 Ursprungsversion

      Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!