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Schlaganfall (Kinder)


KI Schlaganfall 24.1.png

                                                                                           

Achtung

Schlaganfälle bei jungen Menschen sind extrem selten. Sie werden grundsätzlich wie bei Erwachsenen behandelt. Oberstes Ziel ist ein rasches Eintreffen auf einer Stroke Unit. In NÖ verfügen alle Krankenhäuser mit Stroke Unit auch über eine Kinderabteilung! Telefonisches Aviso durchführen und Übergabepunkt abklären.                                                                              

APSS - Austrian Prehospital Stroke Scale
Facialis
Die Person soll lächeln. War das Lächeln auf beiden Seiten gleich?
Arme
Die Person soll beide Arme ausstecken und hochhalten. War das auf beiden Seiten gleich?
Sprache
Die Person soll den Satz "Die Blumen blühen auf der Wiese" wiederholen. War das deutlich und verständlich?
Beine
Die Person soll nacheinander beide Beine anheben und hochhalten War das auf beiden Seiten gleich?
Blickwendung
Schaut die Person starr auf eine Seite? Falls ja, kann sie den Kopf zur anderen Seite drehen?
Ergebnis
Keine Punkte
Zuerst alle Untersuchungen abschließen und Fragen beantworten.


Quelle: Österreichische Schlaganfall-Gesellschaft (ÖGSF)

kristalloide Infusionslösung | intravenös | Kinder
Dosierung 10-20 ml/kg KG (max 1.000 ml)
Art nach Wirkung titrieren
Zubereitung image.png
Hilfestellung Dosierung

 

kristalloide Infusionslösung (intravenös)
Gewicht Volumen
5 kg 50-100 ml
6 kg 60-120 ml
7 kg 70-140 ml
8 kg 80-160 ml
9 kg 90-180 ml
10 kg 100-200 ml
11 kg 110-220 ml
12 kg 120-240 ml
13 kg 130-260 ml
14 kg 140-280 ml
15 kg 150-300 ml
16 kg 160-320 ml
17 kg

170-340 ml

18 kg

180-360 ml

19 kg 190-380 ml
20 kg 200-400 ml
22 kg 220-440 ml
24 kg 240-480 ml
26 kg 260-520 ml
28 kg 280-560 ml
30 kg 300-600 ml
40 kg 400-800 ml
ab 50 kg 500-1000 ml
Kontraindikationen bei korrekter Indikationsstellung keine
Nebenwirkungen bei korrekter Indikationsstellung keine
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.

Urapidil | intravenös | Kinder
Dosierung

Keine Dosierungsempfehlung durch Hersteller. Dosierung mit TNA abklären.

Dosis bei Erwachsenen: 5 mg

Art Wiederholung nach 5 Min möglich
Maximaldosis 25 mg
Zubereitung

Nicht verdünnen

5 mg = 1 ml aus Ampulle (5 mg/ml)

Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder sonstige Bestandteile
  • Aorten-Isthmus-Stenose
  • arteriovenöser Shunt (außer hämodynamisch nicht wirksamer Dialyse-Shunt)
  • Besondere Vorsicht ist geboten bei Herzinsuffizienz, die durch mechanische Funktionsbehinderung bedingt ist (Mitralstenose, Aortenklappenstenose)
Nebenwirkungen
  • bei Überdosierung Blutdruckabfall, Kollaps
  • bei korrekter Dosierung im Normalfall keine
  • lt. Herstellerangaben: Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, selten: Tachykardie,  Palpitation, Bradykardie, Atemnot, Druckgefühl in der Brust
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung nach TNA-Callback möglich.

Glucose | intravenös | Kinder
Dosierung

 

Alter Gewicht Menge Volumen (Glucose 33%)
< 6. vLJ 5 kg 1,5 g 5 ml
6 kg 1,8 g 6 ml
7 kg 2,1 g 7 ml
8 kg 2,4 g 8 ml
9 kg 2,7 g 9 ml
10 kg 3 g 10 ml
11 kg 3,3 g 11 ml
12 kg 3,6 g 12 ml
13 kg 3,9 g 13 ml
14 kg 4,2 g 14 ml
15 kg 4,5 g 15 ml
16 kg 4,8 g 16 ml
17 kg 5,1 g 17 ml
18 kg 5,4 g 18 ml
19 kg 5,7 g 19 ml
20 kg 6 g 20 ml
22 kg 6,6 g 22 ml
24 kg 7,2 g 24 ml
26 kg 7,8 g 26 ml
ab 6. vLJ   10 g 30 ml
ca. ⅓ der G33-Infusion
ab 12. vLJ   15-20 g 50 - 60 ml
ca. ½ der G33-Infusion
Art 1x Wiederholung nach 3-5 Min möglich
Maximaldosis 40 g
Applikation

Gemeinsam mit langsam tropfender kristalloider Infusionslösung verabreichen.

 

Bei Kindern bis zum 6. vLJ die notwendige Menge Glucose (0,3 g/kg KG) in einer Spritze aufziehen und langsam intravenös verabreichen.

Zubereitung 15-20 g = ca. Hälfte von 100 ml Glucose 33 % oder ca. 100 ml Glucose 20 %
Kontraindikationen keine
Nebenwirkungen
  • Venenreizung
  • Nekrose bei Paravasat
Schwangerschaft/Stillzeit Verabreichung möglich.

Therapieziel

  • Erkennen von Patient:innen, die einen raschen Transport auf eine Stroke Unit benötigen.
  • Durch raschen Transport ein möglichst gutes neurologisches Outcome ermöglichen.

Erläuterungen (Empfehlungen aus der S3-Leitlinie)

  1. Oberste Priorität hat das rasche Eintreffen auf einer Stroke Unit
  2. Sofern ein venöser Zugang in einem akzeptablen Zeitrahmen herstellbar ist, soll er als Absicherungsmaßnahme angelegt werden, da jeder Schlaganfall eine potenziell akut lebensbedrohliche Situation darstellt.
  3. Die Blutzuckermessung soll erfolgen, um die Differentialdiagnose einer Hypoglykämie sicher auszuschließen. Bei niedrigen BZ-Werten (< 60 mg/dl) soll Glucose i. v. gegeben werden.
  4. Bei Patient:innen mit vermutetem Schlaganfall soll der Blutdruck gemessen werden. Bei einem Wert <120 mmHg systolisch und Hinweisen auf eine Exsikkose sollte kristalloide Infusionslösung verabreicht werden. Blutdruckwerte ≥220 mmHg können per vorsichtiger medikamentöser Titration um 15 % gesenkt werden, nicht jedoch unter 200 mmHg.

Fokuspunkte für die Übergabe auf der Stroke Unit

Für die rasche Weiterversorgung besonders relevante Punkte:

  • Symptombeginn bzw. wenn  unbekannt "last seen well".
  • Kontrastmittelallergie?
  • Nierenerkrankung?
  • Patientenverfügung?
Quellenangaben

S3-Leitlinie Schlaganfall (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)

Österreichische Schlaganfall Gesellschaft: FAST+

Erläuterungen

Die Behandlungsleitlinie entspricht der deutschen S3-Leitlinie Schlaganfall ergänzt um die Austrian Prehospital Stroke Scale, die von der Österreichischen Schlaganfall Gesellschaft und der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie empfohlen werden. Das österreichische Dokument "Positionspapier Schlaganfallpfad Österreich" der ÖGN wurde seit 2015 nicht mehr aktualisiert und bildet den aktuellen Stand der Notfallmedizin nicht mehr ab.

In der deutschen S3-Leitlinie Schlaganfall finden sich für die prähospitale Versorgung folgende zentrale Empfehlungen:

  1. Die initiale Untersuchung des Notfallpatienten soll standardisiert nach dem ABCDE-Schema erfolgen. Ergibt sich aus ABC ein sofortiger Handlungsbedarf, soll entsprechend gehandelt werden. Ein standardisierter neurologischer Untersuchungsalgorithmus (z. B. FAST) weist mit hoher Sicherheit neurologische Defizite nach und macht so eine gezielte Einweisung möglich.
  2. Sofern ein venöser Zugang in einem akzeptablen Zeitrahmen herstellbar ist, soll er als Absicherungsmaßnahme angelegt werden, da jeder Schlaganfall eine potenziell akut lebensbedrohliche Situation darstellt.
  3. Die Gabe von Sauerstoff sollte erst ab einer Sättigung <95 % erfolgen.
  4. Die Blutzuckermessung soll erfolgen, um die Differentialdiagnose einer Hypoglykämie sicher auszuschließen. Bei niedrigen BZ-Werten (< 60 mg/dl) soll Glucose i. v. gegeben werden.
  5. Bei Patienten mit vermutetem Schlaganfall soll der Blutdruck gemessen werden. Bei einem Wert <120 mmHg systolisch und Hinweisen auf eine Exsikkose sollte kristalloide Infusionslösung verabreicht werden. Blutdruckwerte ≥220 mmHg können per vorsichtiger medikamentöser Titration um 15 % gesenkt werden, nicht jedoch unter 200 mmHg.
Version
Version BLLNOE 24.0

03/2025

Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)