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Atemwegssicherung bei Atem-Kreislauf-Stillstand (ALS)

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(1) Larynxmaske i-gel setzen

Indikationen

Therapieziel

  • Offenhalten des Atemweges
  • Ermöglichen effektiver Beatmungen
  • Vermeidung von Aspiration

Kontraindikationen

  • bei Atem-Kreislauf-Stillstand keine Kontraindikationen

Achtung

  • Beachte die Behandlungsleitlinien zur Atemwegssicherung beim Atem-Kreislauf-Stillstand (Erwachsene).
  • Auf Rettungsmittel des RKNÖ werden Larynxmasken des Typs igel (Plus) mitgeführt. Anderweitige Larynxmasken können bei Bedarf verwendet werden, wenn durch den/die Sanitäter:in beherrscht.

Benötigtes Material

Für i-gel (Plus):

  • i-gel (Plus) der passenden Größe*
  • Gleitmittel* 
  • Fixierung* 
  • Magensonde* 
  • Universalbeutel
  • Absaugeinheit
  • Beatmungsbeutel
  • Beatmungsfilter
  • Tubusverlängerung

bei konventionellen Larynxmasken zusätzlich:

  • Cuffspritze
  • Cuffdruckmesser

*im i-gel (Plus) Resus Pack (Austattung Rettungsmittel RKNÖ) enthalten.

Durchführung

#i-gel (Plus)
Nr. Maßnahme/Handlung i-gel (Plus)
1

Auswahl der passenden Maskengröße gemäß Herstellerangabe

 

Größentabelle

 

Erwachsene (i-gel Plus)


Größe Farbe Patientengewicht (ideal) Zielgruppe/Körpergröße* Zielgruppe
3 gelb 30-60 kg 130-160 cm kleine Erwachsene
4 grün 50-90 kg 150-190 cm mittelgroße Erwachsene
5 orange über 90 kg über 190 cm große Erwachsene

Primär soll für die Größenauswahl das Idealgewicht des/der Patient:in als Entscheidungskriterium herangezogen werden. Die Gewichtsangaben beziehen sich nicht auf das tatsächliche Körpergewicht, sondern auf das geschätzte Idealgewicht (Ideal Body Weight) der Patient:innen. (z.B. Mann mit 1.80m = 80 kg).

 

In der Praxis hat sich folgendes Vorgehen bewährt:
1.) Körpergröße der Patient:innen einschätzen
2.) Daraus das ungefähre Idealgewicht ableiten
3.) Anhand dieses Idealgewichts die i-gel-Größe auswählen

 

*Körpergröße mit Broca-Formel

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2 Vorbereitung Materialien

3

Lagerung des Kopfes in Schnüffelposition

(wenn nicht durchführbar: Lagerung des Kopfes in Neutralposition leicht nackenwärts überstreckt)

4

Maske aus Verpackungsrahmen entfernen

5

 

Maske mit Gleitmittel benetzen
  • Gleitmittel auf den Rahmen aufbringen

 

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  • Oberseite der Maske (=die zum Gaumen zeigende Seite), die beiden Seitenflächen sowie die Spitze gleichmäßig benetzen.

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Es ist darauf zu achten, dass keine Öffnungen am Maskenende (insb. Öffnung Atemwegskanal) durch Gleitmittel blockiert werden.

6

Mund so weit wie möglich öffnen 
Option A: Mit der nicht-dominanten Hand einen sanften Druck auf den Kiefer ausüben, um den Mund zu öffnen.
Option B: Chin-Lift anwenden um Mund zu öffnen.

Option C: Unterstützung durch weitere:n Sanitäter:in beim Öffnen des Mundes (ausreichende Ressourcen notwendig)

7

Maske entlang des harten Gaumens mit der Öffnung und sanftem Druck nach unten einführen bis ein federnder Widerstand zu spüren ist. Wenn möglich Einführung bis obere Zahnreihe mit schwarzer Markierung (nur bei Erw. Größen vorhanden) abschließt. 

 

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8 Suffiziente Beatmung durchführen
9

 

Fixierung bei suffizienter Beatmung
  • Fixierband mittig unter den Nacken des Patienten/der Patientin führen.

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  • Enden des Fixierbandes an einem Hakenring der Maske befestigen.

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10 Lagekontrolle: wellenförmige Kapnografie, Auskultation, Beurteilung der Thoraxexkursion, Beschlagen der Larynxmaske
11

 

Magensonde in Drainagekanal einführen.

 

Magensonde in korrekter Größe auswählen.

 

 

Größe i-gel (Plus) Größe Magensonde
3 16 CH (idR. Organe)
4 18 CH (idR. Rot)
5 18 CH (idR. Rot)

 

 

  • Drainagekanal der Maske mit Gleitgel benetzen

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  • Magensonde bis zur obersten Markierung (im Normalfall mit vier Strichen dargestellt) in Drainagekanal einführen. Ein tieferes Einführen stellt im Zweifelsfall kein Problem dar.

 

  • Fixierung der Magensonde mit Pflaster am Gesicht des Patienten/der Patientin.
12

Universalbeutel an Magensonde abschließen. Bei Bedarf (Flüssigkeit ersichtlich) auf Absaugeinheit wechseln.

#

 

Fehlermanagement

 

  • 1) Mund öffnen erschwert / Zunge blockiert Einführung: Andere Optionen versuchen - 

    Option A: Mit der nicht-dominanten Hand einen sanften Druck auf den Kiefer ausüben, um den Mund zu öffnen. 
    Option B: Chin-Lift anwenden um Mund zu öffnen.

    Option C: Unterstützung durch weitere:n Sanitäter:in beim Öffnen des Mundes (ausreichende Ressourcen notwendig)

 

  • 2) Frühzeitiger Widerstand oder inadäquater Abdichtung: i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen (ca. 30Grad pro Richtung). Dabei wird ein kontinuierlicher Druck nach unten ausgeübt werden. Zusätzlich kann eine Lageveränderung (i-gel weiter einführen oder etwas zurückziehen) zur Optimierung versucht werden. 

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  • 3) Luft entweicht neben der Maske und keine Thoraxexkursion bei Beatmung: i-gel vorsichtig entfernen und andere Größe einsetzen.

 

  • 4) Luft entweicht neben der Maske aber Beatmung erfolgreich (Thoraxexkursion bei Beatmung): i-gel im Uhrzeiger bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen bis bessere Abdichtung bemerkbar - Fokus liegt auf gut funktionierender Beatmung. Wenn Beatmung ineffektiv - siehe Punkt 2. Minimale Leckagen - bei gut funktionierender Beatmung - können toleriert werden.

 

  • 5) Maske verlagert sich bei Bewegung des Patienten/der Patientin: Fixierband korrekt anlegen und bei Transfer des Patienten/der Patientin zusätzlich manuell sichern. Lage der Maske regelmäßig kontrollieren.

 

  • 6) Magensonde lässt sich nur minimal vorschieben: Benetzung mit Gleitgel optimieren, Magensonde mehrfach in Öffnung einführen und zurückziehen
#
Verwendung zusätzlicher Sauerstoffanschluss

Die i-gel (Plus) verfügt über einen integrierten zusätzlichen Sauerstoffanschluss. Die Verwendung erfolgt bei Patient:innen mit ROSC, die eine suffiziente Eigenatmung zeigen und die i-gel (Plus) tolerieren.

 

Technik für die Verwendung des zusätzlichen Sauerstoffanschlusses:
1.)Patient:in vom Beatmungssystem (idR Beatmungsbeutel inkl. Filter, Kapnographie und Tubusverländerung) trennen.

2.) Die Kappe vom Sauerstoffanschluss abnehmen.

3.) Ende eines Standardsauerstoffschlauchs an den zusätzlichen Sauerstoffanschluss der i-gel (Plus) anschließen.

4.) Gewünschte Flow-Rate am Sauerstoffzufuhrsystem (maximal 8L/min) einstellen. Der Sauerstofffluss darf 8L/min nicht überschreiten.

5.) Bei erneutem Wechsel auf Beatmungssystem - Sauestoffschlauch entfernen und Kappe verschließen.

 

 

 

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#Konventionelle Larynxmaske
Maßnahme/Handlung konventionelle Larynxmaske
Nr. Maßnahme/Handlung Larynxmaske
1 Wähle die passende Larynxmaske gemäß Herstellerangabe aus
2 Lagere den Kopf in Schnüffelposition
3 Stelle sicher, dass die Cuffs vollständig entleert sind
4 Gleitmittel auf die Oberseite (=die zum Gaumen zeigende Seite) aufbringen
5 Mund so weit wie möglich öffnen
6 Larynxmaske entlang des harten Gaumens mit der Öffnung nach unten einführen, bis ein federnder Widerstand zu spüren ist
7 Bei Bedarf muss die Larynxmaske mit Hilfe der Finger an der Zunge vorbeigeschoben werden.
8 Cuffs blocken
9 Beobachte, ob sich die Larynxmaske beim Blocken des Cuffs selbständig positioniert. Die Larynxmaske wird dabei (ähnlich dem Larynxtubus) ein kleines Stück aus dem Mund herausgedrückt.
10 Probebeatmung durchführen
11 Lagekontrolle: wellenförmige Kapnografie, Auskultation, Beurteilung der Thoraxexkursion, Beschlagen der Larynxmaske
12 Cuffdruck von max. 60 cm H2O sicherstellen
13 Magensonde in Drainagekanal einführen

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Video zur Anwendung der Larynxmaske (unkommentiert, Schweizer Institut für Rettungsmedizin SIRMED, ca. 3 Minuten)

Video zur Anwendung der Larynxmaske (kommentiert, OP-Setting, DocCheck, ca. 2 Minuten)

Erläuterungen

Die ERC-Leitlinien 2025 empfehlen klar die i-gel gegenüber dem Larynxtubus, wenn ein supraglottischer Atemweg (SGA) verwendet wird (Abschnitt Adult Advanced Life Support / Airway and ventilation).

Die i-gel eignet sich für den Einsatz in der Reanimation und im schwierigen Airway Management. Die Maske verfügt über einen anatomisch geformten, nicht aufblasbaren Gel-Cuff, der besonders schnell eine gute Abdichtung erzeugt. Die i-gel benötigt kein Cuff-Management, keine Inflation und keine Volumenabschätzung. Die i-gel hat eine anatomisch intuitive Positionierung und in Registerdaten eine niedrigere Fehlplatzierungsrate gegenüber anderen supraglottischen Atemwegshilfen.

Die i-gel (Plus) ist eine Weiterentwicklung des i-gel und bietet einen größeren gastrischen Kanal, einen zusätzlichen Sauerstoff-Anschluss zur passiven Verabreichung, eine angepasste Cuffspitze (zur besseren Abdichtung) sowie eine optimierte Intubationsrampe (für fiberoptische Intubation). Die i-gel (Plus) ist in der Größen 3,4,5 für Erwachsene verfügbar.


Größenauswahl bei der i-gel – warum sie anhand des Körpergewichts erfolgt
Die supraglottische Atemwegshilfe i-gel wird – im Gegensatz zu einigen anderen supraglottischen Atemwegssystemen – nicht anhand der Körpergröße, sondern anhand des Körpergewichts des Patienten dimensioniert. Dabei ist wichtig:
Die Gewichtsangaben beziehen sich nicht auf das tatsächliche Körpergewicht, sondern auf das geschätzte Idealgewicht (Ideal Body Weight) des Patienten.

Die i-gel dichtet den Atemweg anders ab als viele andere supraglottische Atemwegssysteme.
Sie besitzt keinen aufblasbaren Cuff, sondern einen anatomisch geformten Gelkörper, der sich passiv an die Strukturen des Hypopharynx und des Larynx anlegt. Damit eine zuverlässige Abdichtung entsteht, muss die Maske zu folgenden anatomischen Strukturen passen:
- Hypopharynx
- Zungengrund
- Perilaryngeale Weichteile
- Epiglottisregion
Die Dimension dieser Strukturen korreliert in der Regel besser mit der Körperkonstitution bzw. dem Idealgewicht als mit der Körpergröße. Eine sehr große, aber schlanke Person kann beispielsweise einen relativ schmalen Pharynx haben, während eine kleinere Person mit starkem Übergewicht deutlich mehr Weichteilgewebe im oberen Atemweg aufweist. Deshalb ist die Körpergröße allein kein verlässlicher Parameter für die Dimension des supraglottischen Atemwegs.

Bei übergewichtigen oder adipösen Patient:innen würde eine Größenwahl nach dem tatsächlichen Gewicht häufig zu einer zu großen Atemwegshilfe führen. Das liegt daran, dass Adipositas zwar das Körpergewicht erhöht, die knöchernen und funktionellen Dimensionen des Hypopharynx jedoch kaum proportional mitwachsen.

Konventionelle Larynxmasken
Die Ausstattung der Rettungsmittel im RKNÖ wird bis 31.12.2026 auf i-gel/igel (Plus) umgestellt. In der Übergangsphase werden weiterhin vereinzelt konventionelle Larynxmasken (RTW - Größen für Kinder; NEF) mitgeführt. Diese dürfen lt. den bisherigen Vorgaben durch NKI verwendet werden - durch NFS/NKA/NKV, wenn beherrscht (alle Altersklassen). Für RS sind konventionelle Larynxmasken in der Anwendung nicht freigegeben.

Quellenangaben

  • Luxem J., Runggaldier K., Karutz H., Flake F. (2020) Notfallsanitäter Heute, 7. Auflage
  • Enke K., Flemming A., Hündorf H.-P., Knacke P. G., Lipp R. Rupp P. (2019) Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin , 6. Auflage
  • Ambulance Victoria, Clinical Practice Guidelines (inklusive Bildmaterial)
  • SIRMED - Schweizer Institut für Rettungsmedizin
  • San-Erlangen, Virtuelle SanArena (inklusive Bildmaterial)
  • Meier Medizintechnik (Bildmaterial)

Version

Kürzel Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0,1 03/2026 Anpassungen i-gel (Plus)
Version SCOPMNOE 24.0 06/2024 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!bei 

 

Ablaufgrafik Larynxtubus (verfügbar bis: 31.12.2026)

Ablaufgrafik für die Übergangszeit (bis 31.12.2026) wobei Larynxmasken des Typs i-gel sowie Larnyxtuben in der Ausstattung vorgehalten werden.

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Vorgehen bei Beatmungsproblemen

Finden der Ursache: DOPES
D Dislokation (Tubus verrutscht?)
O Obstruktion (Verlegung durch Erbrochenes?)
P Patient:in (Spannungspneumothorax? Erlangt Bewusstsein und wehrt sich gegen SGA/ET?)
E Equipment (Leckage im Beatmungssystem? Sauerstoff leer? Schlauch abgeknickt?)
S Stomach (Magenüberblähung? -> Magensonde!)

Problembehebung: HAND
H
  • Händische Beatmung mit Beatmungsbeutel - 30:2 - keine HDM während Beatmung
  • Hören auf Atemgeräusche: Belüftung der Lunge? Nebengeräusche wie Blubbern neben Tubus?
  • Sehen: Thoraxhebung, Tubusdislokation (Zahnreihe), Inspektion des Cuffballons
  • Fühlen: Wie fühlt sich die Beatmung an? Hoher Widerstand (= hoher Thoraxdruck) oder kein Widerstand (= Leckage im System)
A Absaugen (problemloses Einführen des Absaugkatheters in den Tubus zeigt Durchgängigkeit)
N Neue Einstellung (relevant bei Verwendung eines Beatmungsgeräts)
D Diagnostik: Kapnogramm beurteilen, wenn vorhanden: Ultraschall (sonst relevant für die Klinik)

Quelle: Fandler, M., Gotthardt, P.: SOP Akutes Beatmungsproblem, Notfallmedizin up2date 2018; 13: 234-236

Empfohlener Aufbau der Beatmungsstruktur

Von Patient:in beginnend:

  1. Larynxmaske/Tubus (i-gel oder Endotrachealtubus)
  2. Tubusverlängerung (Gänsegurgel) 
  3. Beatmungsfilter
  4. Sensor Kapnometrie/Kapnographie
  5. Beatmungsbeutel (Alternativ: Beatmungseinheit)

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Hinweis: Bei der Verwendung eines SGA/ET kann der Beatmungsbeutel konnektiert bleiben und die Defibrillation normal durchgeführt werden. Der Beutel kann in der Hand gehalten oder abgelegt (nicht direkt auf den Brustkorb) werden (Gänsegurgel).

Interpretation Kapnographie

Maßnahmenbeschreibung Kapnometrie/Kapnografie

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Quelle: criticalcare.now

Indikationen

Tubusadapter

  • Endotracheal intubierter Patient
  • Mit SGA (Laryngsmaske/Larynxtubus) intubierter Patient

Nasal-/Oraladapter

  • Atemdepressiver Patient
  • Bewusstseinsgestörter Patient
  • Sedierter Patient
  • Patient mit respiratorischer Störung

Kontraindikationen

  • Keine

Benötigtes Material

  • EKG-Monitor
  • Kapnometrie Tubusadapter oder Nasal-/Oraladapter

Durchführung

Tubusadapter
Nr.


1 Beide Sensoren mit dem Adapter konnektieren (Dreieck auf Dreieck)
2 Den Adapter zwischen Beatmungsbeutel und Beatmungsfilter platzieren
(Optimale Anordnung: Tubus - Gänsegurgel - Beatmungsfilter - Kapnograpiesensor - Beatmungsbeutel)
Nasal-/Oraladapter
Nr.


1 Beide Sensoren mit dem Adapter konnektieren (Dreieck auf Dreieck)
2 Patient über die Maßnahme aufklären
3 Adapter in der Nase platzieren, mit den Kabeln hinter den Ohren fixieren und den Fixierring unter dem Kinn festziehen
4 Den Adapter und die Kabel mit Klebestreifen fixieren

Erläuterungen

Kapnogramm

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  • Phase I

    Beginn der Exspiration. Zunächst wird die Luft des anatomischen Totraumes ausgeatmet. Da diese kein CO2 besitzt, kommt es während dieser Phase zunächst zu keinem Anstieg im Kapnogramm.

  • Phase II

    In der weiteren Ausatmung wird zunehmend zur Luft aus dem anatomischen Totraum Gas aus den Alveolen ausgeatmet. Da dieses CO2 beinhaltet, kommt es zum schnellen Anstieg im Kapnogramm.

  • Phase III

    In dieser Phase kommt es zum Abatmen der Luft aus den Alveolen. Da CO2-arme Luft des Totraumes nicht mehr vorhanden ist, kommt es zu einer Plateauphase im Kapnogramm. Der Übergang von Phase III zu Phase IV markiert den Beginn der Inspiration. In diesem Moment erreicht das CO2 am Detektor seinen Maximalwert. Dieser Wert wird als endtidales Kohlendioxid (etCO2) bezeichnet und spiegelt den CO2-Gehalt der Alveolen am besten wider.

  • Phase IV

    Mit Beginn der Inspiration kommt es zum schnellen Abfall der CO2-Konzentration im Schlauchsystem.

Normal

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Atemzug

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mögliche Ursachen:

  • spontaner Atemzug (*) bei beatmendem Patienten

Erhöhte Frequenz

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mögliche Ursachen:

  • Hyperventilation
Erniedrigte Frequenz

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mögliche Ursachen:

  • Hypoventilation

  • Schädel-Hirn-Trauma (Hirnstammschädigung)

  • Opiatüberdosierung / Opiatvergiftung

Exponentieller Abfall

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mögliche Ursachen:

  • Herz-Kreislauf-Stillstand

  • Herzinfarkt mit verminderter Auswurfleistung

  • hoher Blutverlust / Volumenmangelschock

  • Lungenembolie

  • rascher Abfall des Blutdrucks

Konstant erhöht

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mögliche Ursachen:

  • Hyperthermie

Konstant erniedrigt

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mögliche Ursachen:

  • Reanimation

  • Atemwegsverlegung durch Schleim

  • Hypothermie

Hinweis für niedriges CO2 in der Lunge als Folge einer mangelnden Perfusion.

Plötzlicher Abfall auf Null

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mögliche Ursachen:

  • Unterbrechung der Verbindung zum Beatmungssystem

  • Undichtigkeit im Probenentnahmesystem

  • versehentliche Extubation

  • vollständiger Atemwegsverschluss

Schrägstellung des Plateaus

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mögliche Ursachen:

  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

  • Asthma

  • teilweise Verlegung des Tubus

Irregulär

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mögliche Ursachen:

  • temporäre Undichtigkeiten im Beatmungssystem

  • temporärer, teilweiser Verschluss des Beatmungssystem (zum Beispiel abknicken während Umlagerung)

Steigende Grundlinie

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mögliche Ursachen:

  • Verunreinigung des Sensors

Quellenangaben

Version

Kürzel

Datum Info
Version SCOPMNOE 24.0 09/2025 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

Interpretation Tubustiefe/Maskentiefe

Endotracheale Intubation

Die endotracheale Intubation sowie die anschließende Kontrolle der korrekten Tubusposition ist in der Präklinik aufgrund vieler Umstände (schlechte Lichtverhältnisse, Umgebungslärm, Zeitdruck etc.) deutlich schwieriger als in der Klinik. Mit der Kapnometrie kann man zwar eine ösophagealen Tubusfehllage auch präklinisch sicher feststellen, aber die Detektion einer endobronchialen Fehllage ist hingegen deutlich schwieriger. Nachfolgend findet sich eine Tabelle mit Angaben der empfohlenen Einführtiefen zur zusätzlichen Tubuslagenüberprüfung. 

Die Tubustiefe beträgt bei Erwachsenen 20–24 cm. Mit Einführtiefen von maximal 20–21 cm bei Frauen und 22–23 cm bei Männern ist eine endobronchiale Tubusfehllage am sichersten zu vermeiden. Bei tieferer Lage besteht ein dringender Verdacht auf einseitige (endobronchiale) Intubation.

Alter Entfernung Lippe - Tracheamitte [cm]
Frühgeborene 10
Reife Neugeborene 11
1-6 Monate 11
6-12 Monate 12
2 Jahre 13
4 Jahre 14
6 Jahre 15-16
8 Jahre 16-17
10 Jahre 17-18
12 Jahre 18-20
14 Jahre und mehr 20-24

Quellen: 
Bernhard M, Böttiger BW. Out-of-hospital endotracheal intubation of trauma patients: straight back and forward to the gold standard! Eur J Anaesthesiol 2011; 28: 75–76
Larsen R. Endotracheale Intubation, Larynxmaske und Larynxtubus. Anästhesie und Intensivmedizin für die Fachpflege. 2016 Jun 14:103–38.

i-gel (Plus)

Die horizontale, schwarze Linie im Bereich des Beißkeils des i-gel (Plus) zeigt die optimale Position an. Die obere Zahnreihe sollte mit der Linie abschließen. Generell ist jedoch darauf zu achten, dass die Maske bis zu einem federnden Widerstand und einem dementsprechenden Beatmungserfolg eingeführt werden soll, dies kann von der Markierung abweichen.

Larynxtubus (LTS-D)

Die Kontrolle der Einführtiefe erfolgt beim Larynxtubus mithilfe der Markierung am oberen Tubusabschnitt. Die zentrale Markierung sollte sich auf Höhe der oberen Zahnreihe des Patienten / der Patient:in befinden.

Quelle: http://dx.doi.org/10.1055/s-0042-103357

Hinweise zur Atemwegssicherung

  • Entscheidend für das Überleben ist die hochqualitative Herzdruckmassage mit minimaler Unterbrechung.
  • Zu Beginn der CPR ist so rasch wie möglich eine suffiziente Oxygenierung sicherzustellen. Dies wird in den meisten Fällen durch Beutel-Masken-Beatmung (inkl. Optimierung) zu erreichen sein. Das Vorbereiten der Atemwegssicherung darf die Suffizienz der Beutel-Masken-Beatmung nicht gefährden.
  • In der Präklinik behandeln wir in der Regel nicht nüchterne Patient:innen und die Personalressourcen sind begrenzt. Aus diesem Grund wird eine möglichst frühzeitige Atemwegssicherung empfohlen. Trotzdem kann im Einzelfall die Atemwegssicherung aus einsatztaktischer Sicht oder mangels Erfolgsaussicht unterlassen werden, wenn dies der medizinisch verantwortlichen Einsatzkraft sinnvoll erscheint.

NKI-Anwendung

  • Die ETI darf nur durchgeführt werden, wenn eine Möglichkeit zur Kapnographie besteht.
  • Die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen (Rezertifizierung, schriftliche Einzelermächtigung) sind zu beachten. Ohne schriftliche Einzelermächtigung durch den Chefarzt / ÄLRD ist eine Durchführung der ETI im RKNÖ nicht zulässig.
  • Nach einer NKI-Anwendung ist dieses Formular auszufüllen.

Quellenangaben

ERC-Guidelines 2025: Advanced Life Support | Airway and ventilation

Erläuterungen
  • Diese Behandlungsleitlinie wurde vom ÄLRD des RKNÖ freigegen nach intensiver Diskussion der Priorität der Atemwegssicherung.
  • Es gibt kaum oder keine wissenschaftliche Evidenz zu "Beutel-Masken-Beatmung vs. SGA oder ET". Große Studien gibt es nur zur Fragestellung, ob SGA oder ET besser ist. Die Atemwegssicherung wurde an erste Stelle gesetzt, weil die Analyse präklinischer Reanimationen im RKNÖ darauf schließen lässt, dass die Qualität der Beutel-Masken-Beatmung nicht immer sehr hoch ist und dass auch ein hohes Aspirationsrisiko besteht. Darüber hinaus spielt ein gesicherter Atemweg ein:e Helfer:in frei, weil die Beatmungen leichter durchgeführt werden können, ohne dass jedes Mal eine Beatmungsmaske dicht auf das Gesicht aufgesetzt werden muss.
  • Der/Die Notfallsanitäter:in soll immer sofort mit der Beutel-Masken-Beatmung (Optimierung durch Doppel-C Griff) beginnen um eine frühestmögliche Oxygenierung zu ermöglichen. Im Anschluss muss der/die Notfallsanitäter:in entscheiden, ob er ein supraglottisches Atemwegsdevice setzen oder weiter mit der Maske beatmen möchte. Diese Entscheidung kann von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden:
    • Eintreffzeit Notarztmittel oder NKI
    • Erfolgsaussicht der Intubation mit SGA (Anatomie der Atemwege, sonstige Faktoren, die das Setzen eines SGA erschweren)
    • Effektivität der Beutel-Masken-Beatmung
Version
Version BLLNOE 24.1

03/2026

Adaptierung der BLL auf i-gel (Plus) als SGA. Anpassungen an Formulierungen und Layout. Empfohlener Ablauf der Beatmungsstruktur hinzugefügt. i-gel (Plus) zu Interpretation Tubustiefe/Maskentiefe hinzugefügt; Notfallkoniotomie als Maßnahme NA in Ablaufgrafik hinzugefügt

Version BLLNOE 24.0.2

03/2025

Änderung Darstellung Klappboxen

Version BLL NOE 24.0.1

12/2024

Information Tubustiefe und Erläuterung hinzugefügt

Version BLLNOE 24.0

06/2024

Darstellung nach neuem Designkonzept

Version 1.1 12/2021 Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!