Direkt zum Hauptinhalt

Immobilisation-Basismaßnahmen

Indikationen

Therapieziel

  • Achsengerechte Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule

Kontraindikationen

  • schnelle Rettung (Crash-Rettung) notwendig (z. B. Atem-Kreislauf-Stillstand)

  • Lebensrettende Maßnahmen müssen gesetzt werden

Benötigtes Material

  • es wird kein Material benötigt

Durchführung

Nr. Maßnahme/Handlung
1 Teambriefing: Plan kommunizieren, Aufgaben verteilen
2

Patienten/Patientin über Maßnahme aufklären und Einverständnis einholen

3

Bei einer liegenden Person kniet der/die Sanitäter:in hinter dem Kopf des Patienten/der Patientin.

Die Ellenbogen bzw. die Unterarme des Sanitäters/der Sanitäter:in sind am Boden abgestützt, die Handflächen halten den Kopf des Patienten/der Patientin über den Ohren.

 

IMG_4399.JPG

 

Bei einer sitzenden Person befindet sich der/die Sanitäter:in hinter dem Patienten/der Patientin. Die Handflächen des Sanitäters halten den Kopf des Patienten auf Höhe der Ohren.

 

IMG_4408.JPG

-

Falls notwendig kann die manuelle Immobilisation von einem Sanitäter/einer Sanitäter:in an eine andere Person übergeben werden. Der Kopf des Patienten/der Patientin darf dabei nie ohne Stabilisierung sein. Auf eine genaue Abstimmung und Rollenverteilung ist zu achten.

 

IMG_4418.JPG


Erläuterungen

Die Manuelle In-Line-Stabilisierung (MILS) der HWS ist einer HWS-Schiene immer vorzuziehen. 

Die manuelle Ruhigstellung (Immobilisation) der Halswirbelsäule ist die einzige Immobilisationsmaßnahme im Rahmen der ersten Patientenbeurteilung. Sie wird bei verletzten Patient:innen vom Beginn der Versorgung an durchgeführt, wenn eine Verletzung der HWS möglich erscheint. Bei Patient:innen, die in der weiteren Beurteilung wach, orientiert, schmerzfrei sind und sich normal bewegen können, kann über ein Einstellen der HWS-Stabilisierung nachgedacht werden. Bei der Entscheidung sollen Beurteilungshilfen unterstützen. Die Canadian C-Spine Rule (CCR) hat sich in mehreren Studien als wissenschaftlich am besten abgesichert erwiesen. Sie ist sensitiver als die NEXUS-Kriterien und reduziert unnötige Immobilisationen im Vergleich zum PHTLS-Algorithmus. Daher wird die CCR als die bevorzugte Entscheidungsregel für die Indikationsstellung zur Wirbelsäulenimmobilisation im Rettungsdienst angesehen.

Sollte nicht genügend Sanitäter:innen für die Versorgung zur Verfügung stehen, kann die manuelle Stabilisierung der HWS auch durch andere geeignet erscheinende Helfer:innen durchgeführt werden, wenn diese entsprechend eingewiesen sind.

Quellenangaben

    • ÖRK, Sanitäter:innen Ausbildung Band 1 & Band 2
    • LPN, Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin, 6. Auflage
    • NAEMT (2021) PHTLS Prehospital Trauma Life Support, neunte Edition

    Bildquellen: ÖRK Bildungszentrum


    Version

    Kürzel Datum Info
    Version SCOPMNOE 24.0.1 02/2025 Wording zu Beurteilungshilfen hinzugefügt
    Version SCOPMNOE 24.0 01/2025 Ursprungsversion

    Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!