Atemwegsobstruktion
Adrenalin 1:1.000 (Suprarenin®) | inhalativ | alle Altersgruppen
Dosierung | 3 mg |
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Art | Wiederholung nach 5 Min möglich |
Applikation | inhalativ über Verneblermaske |
Zubereitung |
Nicht verdünnen |
Kontraindikationen | im Notfall keine |
Nebenwirkungen |
im Notfall irrelevant und nur kurz anhaltend:
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Schwangerschaft/Stillzeit | Verabreichung möglich. |
Salbutamol/Ipratropiumbromid (Combivent®) | inhalativ | Erwachsene
Dosierung | 2,5 mg Salbutamol und 0,5 mg Ipratropiumbromid |
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Art | Wiederholung nach 30 Min möglich |
Applikation | über Verneblermaske |
Zubereitung | 2,5 mg Salbutamol und 0,5 mg Ipratropiumbromid = 1 Einzeldosisbehälter zu 2,5 ml |
Kontraindikationen |
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Nebenwirkungen |
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Schwangerschaft/ |
Verabreichung kontraindiziert (Erwäge Salbutamol). |
Fenoterolhydrobromid/Ipratropiumbromid (Berodualin®) | inhalativ | Erwachsene
Dosierung | 30 Tropfen |
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Art | 1x Wiederholung möglich |
Maximaldosis | 60 Tropfen |
Applikation | inhalativ über Verneblermaske |
Zubereitung | 30 Tropfen mit ca. 2 ml NaCl verdünnen |
Kontraindikationen |
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Nebenwirkungen | systemische Reaktion des Sympathikus (Herzklopfen, Tachykardie, Unruhe, Schwindel) |
Schwangerschaft/ |
Verabreichung kontraindiziert (Erwäge Salbutamol). |
Salbutamol (Sultanol forte®) | inhalativ | Erwachsene
Dosierung | 2,5 mg |
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Art | 1x Wiederholung möglich |
Maximaldosis | 5 mg |
Applikation | über Verneblermaske |
Zubereitung | 2,5 mg = 1 Einzeldosisbehälter zu 2,5 ml |
Kontraindikationen |
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Nebenwirkungen |
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Schwangerschaft/ |
Verabreichung möglich. |
Salbutamol (Sultanol®) | inhalativ | Erwachsene
Dosierung | 2,5 mg |
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Art | 1x Wiederholung möglich |
Maximaldosis | 5 mg |
Applikation | über Verneblermaske |
Zubereitung | 2,5 mg = 10 Tropfen (0,5 ml) plus ca. 2 ml NaCl |
Hinweis |
Andere Konzentration als Sultanol forte® Einzeldosisbehälter!
Sultanol® Inhalationslösung ist für den Fall von Lieferschwierigkeiten bei Sultanol forte® Einzeldosisbehälter vorgesehen und ist in der regulären Fahrzeugausstattung beim RKNÖ nicht enthalten. |
Kontraindikationen |
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Nebenwirkungen |
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Schwangerschaft/ |
Verabreichung möglich. |
Prednisolon | intravenös | exazerbierte COPD | Erwachsene
Dosierung | 50 mg |
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Art | Einzeldosis |
Applikation | langsam verabreichen |
Zubereitung | 1 Trockenstechampulle zu 250 mg Wirkstoffpulver mit 5 ml Aqua auflösen, 1 ml davon aufziehen |
Kontraindikationen |
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Nebenwirkungen | keine bei diesem Zustandsbild und dieser Dosis relevanten |
Schwangerschaft/ |
Verabreichung nach TNA-Callback möglich. |
CPAP ASB-Beatmung
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Kontraindikationen |
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Die CPAP-ASB-Beatmung ist aktuell im RKNÖ für NKI nicht freigegeben, weil Beatmungsgeräte lt. NÖ Rettungsdienst-Mindestausstattungsverordnung 2017 und mangels Finanzierung auch lt. OM-A des RKNÖ auf RTW und RTW-C nicht vorgesehen sind und die Behandlungsleitlinien die real möglichen Behandlungsmöglichkeiten widerspiegeln. |
Therapieziel
Reduktion der Schwellungen im Atemweg. Eine geringfügige Reduktion der Schwellung sorgt für deutlich geringeren Atemwegswiderstand und verbessert den Patient:innenzustand im Normalfall sehr schnell.
Allgemeine Hinweise
- Auswahl des Präparates: Es soll das verwendet werden, was zur Verfügung steht. Kombinationspräparate sind reinem Salbutamol vorzuziehen. Verneblermasken sind Dosieraerosolen vorzuziehen. Falls aufgrund von Lieferschwierigkeiten überhaupt kein Beta-2-Sympathomimetikum zur Verfügung steht, und eine medikamentöse Therapie unbedingt erforderlich ist, kann auch Adrenalin gemäß dem Algorithmus für die Obstruktion der oberen Atemwege verwendet werden.
- Kontraindikation "Tachyarrhythmie": Diese Kontraindikation ist dann relevant, wenn es sich um eine kardial bedingte Rhythmusstörung handelt. Meist ist sie im Notfall irrelevant, weil die Tachykardie von der Aufregung durch die Atemnot verursacht wird.
- Bei Schwangeren muss kritisch abgewogen werden, ob eine medikamentöse Therapie wirklich erfolgen muss. Wenn ja, soll bevorzugt ein Salbutamol-Monpräparat zum Einsatz kommen.
- Verbessert die pharmakologische Therapie den Zustand nicht ausreichend, muss eine Beatmung durchgeführt werden (zunächst CPAP-ASB, als Eskalation RSI und kontrollierte Beatmung).
Quellenangaben
S3-Leitlinie Nationale Versorgungsleitlinie COPD (Deutschland) (2021)
S2k-Leitlinie zur fachärztlichen Diagnostik und Therapie von Asthma (2023)
Erläuterungen
Atemnot, insbesondere die Exazerbation einer bestehenden COPD ist eine häufige Berufungsursache. Mit den zur Verfügung stehenden inhalativen Arzneimitteln kann der Patient:innenzustand rasch verbessert werden. Stress und Leid der Patient:innen wird reduziert. Das Nebenwirkungspotenzial der Arzneimittel ist gering.
Kortison: Speziell bei langen Transportzeiten, wie sie in Niederösterreich vorkommen können, relevant. Im Gegensatz zu den symptombekämpfenden Sympathomimetika bekämpft es die Entzündungsreaktion, die meist Ursache der Exazerbation ist. Bei einer einmaligen Gabe im Rettungsdienst sind hier keine Nebenwirkungen zu erwarten. In den Leitlinien empfohlen.
Die Freigabe der inhalativen Arzneimittel dieser Behandlungsleitlinie wird empfohlen durch das ÖRK-Bundeschefärztegremium.
Die Behandlungsleitlinie ist in dieser (oder sehr ähnlicher) Form international üblich für ALS-Personal.
Die Behandlungsleitlinie entspricht der aktuellen wissenschaftlichen Empfehlung für den deutschsprachigen Raum.
Version
Version BLLNOE 24.0.2 |
03/2025 |
Änderung Darstellung Klappboxen |
Version BLLNOE 24.0.1 |
12/2024 |
Unter “Prednisolon | intravenös | exazerbierte COPD | Erwachsene” wird die Dosis auf 50mg gesenkt. Begründung: Anpassung an die entsprechende Leitlinie. |
Version BLLNOE 24.0 |
06/2024 |
Darstellung nach neuem Designkonzept neues Arzneimittel: Prednisolon bei exazerbierter COPD |
Version 1.1 | 12/2021 | Ursprungsversion |
Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!