Immobilisation-Basismaßnahmen
Indikationen
- Verletzung der HWS möglich
- Beruteilungshilfe (Canadian C-Spine Rule) impliziert die Notwendigkeit
Therapieziel
- Achsengerechte Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule
Kontraindikationen
-
schnelle Rettung (Crash-Rettung) notwendig (z. B. Atem-Kreislauf-Stillstand)
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Lebensrettende Maßnahmen müssen gesetzt werden
Benötigtes Material
- es wird kein Material benötigt
Durchführung
Nr. | Maßnahme/Handlung |
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1 | Teambriefing: Plan kommunizieren, Aufgaben verteilen |
2 |
Patienten/Patientin über Maßnahme aufklären und Einverständnis einholen |
3 |
Bei einer liegenden Person kniet der/die Sanitäter:in hinter dem Kopf des Patienten/der Patientin. Die Ellenbogen bzw. die Unterarme des Sanitäters/der Sanitäter:in sind am Boden abgestützt, die Handflächen halten den Kopf des Patienten/der Patientin über den Ohren.
Bei einer sitzenden Person befindet sich der/die Sanitäter:in hinter dem Patienten/der Patientin. Die Handflächen des Sanitäters halten den Kopf des Patienten auf Höhe der Ohren.
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Falls notwendig kann die manuelle Immobilisation von einem Sanitäter/einer Sanitäter:in an eine andere Person übergeben werden. Der Kopf des Patienten/der Patientin darf dabei nie ohne Stabilisierung sein. Auf eine genaue Abstimmung und Rollenverteilung ist zu achten.
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Erläuterungen
Die Manuelle In-Line-Stabilisierung (MILS) der HWS ist einer HWS-Schiene immer vorzuziehen.
Die manuelle Ruhigstellung (Immobilisation) der Halswirbelsäule ist die einzige Immobilisationsmaßnahme im Rahmen der ersten Patientenbeurteilung. Sie wird bei verletzten Patient:innen vom Beginn der Versorgung an durchgeführt, wenn eine Verletzung der HWS möglich erscheint. Bei Patient:innen, die in der weiteren Beurteilung wach, orientiert, schmerzfrei sind und sich normal bewegen können, kann über ein Einstellen der HWS-Stabilisierung nachgedacht werden. Bei der Entscheidung sollen Beurteilungshilfen unterstützen. Die Canadian C-Spine Rule (CCR) hat sich in mehreren Studien als wissenschaftlich am besten abgesichert erwiesen. Sie ist sensitiver als die NEXUS-Kriterien und reduziert unnötige Immobilisationen im Vergleich zum PHTLS-Algorithmus. Daher wird die CCR als die bevorzugte Entscheidungsregel für die Indikationsstellung zur Wirbelsäulenimmobilisation im Rettungsdienst angesehen.
Sollte nicht genügend Sanitäter:innen für die Versorgung zur Verfügung stehen, kann die manuelle Stabilisierung der HWS auch durch andere geeignet erscheinende Helfer:innen durchgeführt werden, wenn diese entsprechend eingewiesen sind.
Quellenangaben
- ÖRK, Sanitäter:innen Ausbildung Band 1 & Band 2
- LPN, Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin, 6. Auflage
- NAEMT (2021) PHTLS Prehospital Trauma Life Support, neunte Edition
Bildquellen: ÖRK Bildungszentrum
Version
Kürzel | Datum | Info |
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Version SCOPMNOE 24.0.1 | 02/2025 | Wording zu Beurteilungshilfen hinzugefügt |
Version SCOPMNOE 24.0 | 01/2025 | Ursprungsversion |
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